Prof. Dr. Jörg Wollenberg        

                                                         

 

 

 

Kurzbiographie (Quelle: Wikipedia)

 

Jörg Wollenberg wuchs in Ahrensbök auf, wo sein Vater als Müllermeister nach dem Krieg einen Landhandel gründete. Als Achtjähriger sah er am 12. April 1945 rund 300 KZ-Häftlinge durch Ahrensbök ziehen. Die Kleinstadt in der Nähe von Lübeck lag am Ende eines dreimonatigen Marsches (KZ Fürstengrube-Todesmarsch), der von Auschwitz-Fürstengrube über Mauthausen und Nordhausen (Mittelbau-Dora) bis nach Ostholstein ging. "Ich stand an der Straße und sah diesen Elendszug", schildert Wollenberg die Eindrücke, "ausgemergelte Gestalten schleppten sich mühsam fort – es waren Skelette von Menschen." Er studierte später aufgrund dieser Erfahrung Auschwitz-Akten und ging individuellen Schicksalen nach.

Er studierte GeschichteGermanistikpolitische Wissenschaften und Philosophie an der Universität Hamburg und der Universität Göttingen. Darüber hinaus war er Stipendiat des Auswärtigen Amtes an der Sorbonne in Paris. Es folgten das Staatsexamen für das Höhere Lehramt (1965) und die Promotion zum Dr. phil. (1975). Während und nach dem Studium absolvierte er Lehrtätigkeiten an den Heimvolkshochschulen Mariaspring und Goslar. Seit 1965 war er pädagogischer Mitarbeiter bei den Landesarbeitsgemeinschaften für ländliche Erwachsenenbildung und bei Arbeit und Leben in Hannover und Göttingen (1966–1971). Die Volkshochschule der Stadt Bielefeld leitete er 1971–1978, die Heimvolkshochschule Heinrich Hansen e.V. in Hörste (Lage) 1974–1975 und das Bildungszentrum der Stadt Nürnberg 1985–1992. Lehraufträge und Gastprofessuren führten ihn unter anderem nach Paris, Cagliari und New York. Von 1978 bis zu seinem Ruhestand 2001 war er Professor für Weiterbildung mit dem Schwerpunkt politische Bildung an der Universität Bremen. Er gehörte zu den Gründern der Gedenkstätte Ahrensbök. Wollenbergs Arbeit brachte zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, der Judenverfolgung und der NS-Kriegsverbrechen, zur Arbeit der Gedenkstätten, der Erwachsenenbildung und politischen Kultur vom 17. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert hervor.

Ein besonderer Aspekt in der Forschung Wollenbergs war es, die Geschichte der Arbeiterbewegung und ihrer Organisationen in Göttingen, Bremen, Bielefeld und Nürnberg und dabei die Bedeutung der Bildungsarbeit für den Politisierungsprozess zu untersuchen. Neben den traditionellen Quellen wurde in enger Kooperation mit Vertretern der Arbeiterorganisationen auf das Erinnerungsvermögen von Arbeiterveteranen zurückgegriffen (Oral History-Project). Das umfangreiche Interviewmaterial bildete auch die Grundlage für die Aufzeichnung von Lebensgeschichten (Arbeiterbiographien). Ein weiterer Schwerpunkt bestand darin, die Materialien nicht nur in Form wissenschaftlicher Darstellungen zu veröffentlichen, sondern zugleich nach Möglichkeiten zu suchen, mit diesen Materialien das historisch-politische Erinnerungsvermögen in der Bildungsarbeit der Gewerkschaften und der Volkshochschulen zu stärken. Er gehörte mit Peter Alheit zu den Gründern des Vereins für Sozialgeschichte und Biographieforschung in Bremen 1983 und mit Gerd Lobodda des Abendroth-Forums in Nürnberg 1985. Mit Renate SchmidtHermann Glaser und Gerd Lobodda war er ab 1991 Herausgeber der Nürnberger Beiträge zur Erwachsenenbildung. In Bremen hat er viele Jahre Peter-Weiss-Lesegruppen "Ästhetik des Widerstands" betreut.

 

Eine Personalbibliografie des Autors findet sich hier (Downloadordner öffnen!!)

 

Bei trafo sind erschienen:

Wollenberg, Jörg: "Eine Vergangenheit, die nicht vergeht… Von Holstein über Nürnberg und Bremen nach Auschwitz und zurück zur Gedenkstätte Ahrensbök", 2021, 226 S., zahlr. Abb., ISBN 978-3-86464-064-3, 22,80 EUR a => Bestellanfrage beim Verlag

Wollenberg, Jörg: "Mehr Demokratie mit Kultur und Bildung wagen Ein kritischer Blick auf 100 Jahre Volkshochschulen", 2021, 226 S., zahlr. Abb., ISBN 978-3-86464-063-6, 19,80 EUR
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Weitere zahlreiche Beiträge in der Zeitschrift "Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung", ISSN 0942-3060

 

SS.

, zahlr. Abb., ISBN 978-3-86464-064-3, 22,80 EUR

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"Dichtend gedacht und um die Ecke gelacht", 2020, Gedichte, 185 S., ISBN 978-3-86465-152-6, 13,80 EUR