Prof. Dr. Walter Schmidt

 


 

    

 

Geboren am 11.05.1930 in Protsch-Weide (Pracze Widawa / Wrocław-Widawa), Kreis Breslau; aufgewachsen in einer antifaschistischen Arbeiterfamilie in Auras/Oder (Uraz), Kreis Wohlau (Wołów). 1936–1942 Besuch der Volksschule in Auras und von September 1942 bis Januar 1945 (um der Napola zu entgehen) der Privaten Lehranstalt Gudenatz/Lobmeier in Breslau. Februar–Oktober 1945 Hilfsarbeiter: Krankenträger und Schmiede- und Schlossergehilfe in einem Frontlazarett der Roten Armee in Auras, Oktober 1945 –November 1946 Mühlenarbeiter bei der polnischen Verwaltung in Uraz.

Nach der Aussiedlung nach Thüringen von Januar 1947 bis Sommer 1949 Besuch der Theodor-Neubauer Oberschule Greiz (Abitur). 1949–1953 Studium der Geschichte (bei Karl Griewank, Friedrich Schneider, Hugo Preller, Felix-Heinrich Gentzen, Karl Heussi), der Slawistik (bei Reinhold Trautmann, Gertrud Pätzsch, Rudolf Fischer) und Pädagogik (bei Karl Schrader, Friedrich Winnefeld, Edith Straube) sowie der Philosophie (bei Georg Klaus) in Jena; Examen für das Lehramt an der Oberstufe der deutschen demokratischen Schule.

1953–1962 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Geschichte der Arbeiterbewegung des Instituts für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, Berlin; hier 1961 Promotion mit einer biographischen Arbeit über Wilhelm Wolff und 1969 Habilitation mit Studien zur Marx-Engels-Forschung und zur Geschichte der frühen Arbeiterbewegung; 1962 Dozent, 1964–1984 Leiter des Lehrstuhls Geschichte der Arbeiterbewegung; 1965 zum Prof. mit Lehrauftrag, 1969 zum Ordentlicher Prof. für Geschichte der Arbeiterbewegung am Institut (seit 1976 Akademie) für Gesellschaftswissenschaften, Berlin berufen. 1981 Korrespondierendes, 1985 Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR; 1992 „abgewickelt“. 1984–1990 Direktor des Zentralinstituts für Geschichte an der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1990 Dr. h.c. phil. an der Pädagogischen Hochschule Magdeburg. Oktober 1990 Vorruhestand, Mai 1995 Ruhestand; 1990–1993 Mitglied des Vorstands der Internationalen Marx-Engels-Stiftung (IMES) Amsterdam, von 1993–2017 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der IMES; seit der Gründung 1993 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Seit 1996 Witwer, ein Sohn, zwei erwachsene Enkeltöchter, ein Urenkel.

Forschungen und Publikationen zur Neueren Deutschen Geschichte, zur Geschichte der Arbeiterbewegung des 19. Jh. und zur Marx-Engels-Forschung, namentlich zur Geschichte der Revolution von 1848/49, zur vergleichenden Revolutionsgeschichte der Neuzeit, zur Nationsproblematik, zur Geschichte der Geschichtswissenschaft, zur Geschichte und Biografik der Burschenschaft im 19. Jahrhundert sowie zur schlesischen Geschichte.

Personalbibliografie von Prof. Dr. Walter Schmidt (PDF)