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Koloch, Sabine:

Frauen Philosophie und Bildung im Zeitalter der Aufklärung

 

 

 

2010, 315 S., ISBN 978-3-89626-958-4, 36,80 EUR
 

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Klappentext

In dem vorliegenden Band werden die kanonischen Grenzziehungen einer ideengeschichtlich ausgerichteten Philosophiegeschichtsschreibung zugunsten eines methodisch erweiterten Blickwinkels aufgebrochen. Bekannte oder erst noch zu entdeckende Philosophinnen stehen in den Beiträgen des Bandes gleichrangig neben Frauen, die sich unterhalb der Schwelle der Professionalität mit Philosophie beschäftigten und darum vom Hauptstrom der Philosophiegeschichtsschreibung an den Rand gedrängt werden. Das 18. Jahrhundert – so lautet die These, die mit dem Band in die Forschung eingeführt wird – war das Jahrhundert der philosophischen Bildung von Frauen. Die auf breiter Quellengrundlage entwickelte These wirft die Frage auf, warum Philosophie im 18. Jahrhundert nicht nur die großen Selbstdenkerinnen und gelehrten Frauen erreichte, sondern in Wort, Bild und Beispiel auf weite Kreise der weiblichen Bevölkerung einwirkte. Der Akzent liegt auf dem deutschen Kulturraum.

Der Band richtet sich an Philosophiehistoriker(innen), Literaturhistoriker(innen), Sozialhistoriker(innen), Pädagog(inn)en und Kulturwissenschaftler(innen).


 

Inhaltsverzeichnis


Vorüberlegungen und Nachträge zur philosophischen Bildung von Frauen im 18. Jahrhundert     9
Sabine Koloch

I. Bildungspioniere

Philosophie aus frühaufklärerischer Männersicht Geschlechtsspezifische Ausbildung aus dem Blickwinkel und im Einflussbereich von Christian Thomasius    35
Hanspeter Marti

»Weil der Verstand kein Geschlecht hat« – Jean-Baptiste Morvan de Bellegarde (1648–1734) als Vermittler des ›cartesianischen Feminismus‹     79
Christian von Tschilschke

Zwei große Plädoyers für die Frauenbildung im bayerischen Raum: Johann Christoph Mayers Abhandlung Vernünftige Gedancken von den Gerechtsamen des Frauenzimmers, philosophische Wissenschaften zu erlernen (1758) und die anonyme Abhandlung Der Vorzug des philosophischen Frauenzimmers vor andern von ihrem Geschlecht, welche die Weltweisheit nicht verstehen (1740)    101
Heidemarie Bennent-Vahle

II. Wissenskulturen und Wissenstransfer

Vulgarisierung und Didaktisierung von Newton: die Lehrbücher von Francesco Algarotti und Émilie du Châtelet – Möglichkeiten naturphilosophischer Bildung von Frauen im
18. Jahrhundert     135
Frauke Böttcher

La belle Wolfienne: Strategien der Wissenstransformation   161
Annett Volmer


III. Produzentinnen und Adressatinnen philosophischen Wissens

Luise Adelgunde Victorie Gottsched. Philosophie und Religion    177
Marie-Hélène Quéval

Gelehrte Frauen in der Deutschen Gesellschaft zu Jena. Die Gruppe um Anna Christina Ehrenfried von Balthasar, Trägerin des Titels »Baccalaurea artium et philosophiae«    207
Felicitas Marwinski

IV. Philosophisch gebildete Frauen

Aufklärung in Damenstiften? Historische Annäherungen an ein weitgehend unbeachtetes Forschungsfeld    243
Ute Küppers-Braun

Sehnsucht nach Bildung. Die Konventualinnen im protestantischen Damenstift Heiligengrabe schenken sich eine Bibliothek     265
Ursula Röper

Die Privatbibliothek einer »der ausgebildetsten Damen«, der Landgräfin Caroline von Hessen-Homburg    279
Anke Bennholdt-Thomsen / Alfredo Guzzoni