Inhalt
Liebe Leserin, lieber Leser 7
Ein Wort zuvor 11
Thomas Irmer: Sabine Mathilde Rathenau geb. Nachmann 13
Hanna Wichmann und Isot Wöltge: Liddy Kilian 33
Karin Manke: Herta Declerck 43
Karin Manke: Edith Krause 59
Karin Manke: Hedwig Bade 75
Ursula Schröter: Herta Kuhrig, geb. Eschka 83
Christiane Hartmann-Kraatz: Ursula Eichelberger 109
Oliver Igel: Clara Müller-Jahnke, geb. Müller 141
Monika Melchert: Anna Seghers. Eine Mainzer Jüdin in Adlershof 155
Doris Thyrolph, Christiane Hartmann-Kraatz: Ingeborg Hunzinger, geb.
Franck 177
Liebe Leserin, lieber Leser,
Treptow-Köpenick - das ist mit Müggelsee, Spree, Dahme und seinen Wäldern nicht
nur das „Sofa“ erholungssuchender Berlinerinnen und Berliner. Unser Bezirk ist
nicht -wie in Adlershof- eine Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien
allein. Er ist vielmehr ein Ort, in dem die Menschen gerne leben, arbeiten und
sich entspannen.
Mit
Berlins schönsten und grünsten Bezirk sind auch die Lebenswege der in diesem
Band vorgestellten Frauen auf vielfältigste Weise verbunden.
Wenn
Sie zukünftig an Treptow-Köpenick denken, freue ich mich, dass Ihnen dann auch
die Frauen aus den vorliegenden Biographien geläufig sein werden. Wie die
Schriftstellerin Anna Seghers. Oder die Gründerinnen der Arbeiterwohlfahrt und
die Bezirksverordnete Maria Jankowski, die bereits im ersten Band der Reihe
„Frauenmosaik“ vorgestellt worden sind. Nach Maria Jankowski wurden inzwischen
ein Park und eine Straße benannt.
Eine
weitere Facette der Geschichte von Frauen in unserem Bezirk wird durch den
Frauentog repräsentiert, der zwischen Schlossinsel und Kietz liegt. Nach dem
30-jährigen Krieg herrschte auch in Köpenick große Hungersnot. Da traf es die
Fischer, die in Dahme und Spree fischten, umso härter, wenn ihre Netze fast
immer leer blieben. Eine Fischersfrau träumte, dass es gut sein würde, würfen
einmal die Frauen die Netze aus. Dieser "Frauenzug" (= Frauentog) wurde ein
legendär reicher Fischfang.
Am
Frauentog steht auch die Skulptur Die Wäscherin für Mutter Lustig. In
Köpenick wurde früher Berlins Wäsche gewaschen. Henriette Lustig war Waschfrau
und die erste Köpenicker Unternehmerin. Ihre Erlaubnis zum Betrieb einer
Lohnwäscherei erhielt sie im Jahr 1835. Das Wohnhaus von Henriette Lustig steht Alter Markt 4.
Und
kennen Sie Melli Beese? Sie wirkte als erste Pilotin auf dem Flugplatz
Johannisthal. Es lohnt, einmal das Heimatmuseum Treptow zu besuchen und sich
dort näher zu informieren. Der hundertste Jahrestag der Eröffnung dieses
Flugplatzes steht 2009 bevor.
Wenn es
um historische weibliche Präsenz in unserem Bezirk geht, muss auch der
erste „Internationale Frauenkongress für Frauenwerke und Frauenbestrebungen“ des
Jahres 1896 erwähnt werden. Mehr als 1.700 Delegierte aus 14 Ländern nahmen an
dem von der bürgerlichen Frauenbewegung organisierten Kongress im Treptower Park
teil. Initiiert wurde er von der Schriftstellerin, Sozialarbeiterin und
Frauenrechtlerin Lina Morgenstern (1830-1909), deren Engagement auch an die
vielfältigen zivilen Initiativen für eine moderne Sozialarbeit in Deutschland
erinnert, die von deutschen Jüdinnen und Juden ausgingen.
Die
Publizistinnen und Frauenrechtlerinnen Minna Cauer (1841-1922) und Hedwig Dohm
(1831-1919) wirkten im Lokalkomitee des Frauenkongresses mit. Zu drei von der
Sozialdemokratie organisierten abendlichen Veranstaltungen luden Lily Braun
(1865-1916) und die spätere Kommunistin Clara Zetkin (1857-1933) ein.
Heute
hat Treptow-Köpenick nicht nur eine Bezirksbürgermeisterin und eine
Bezirksstadträtin, sondern auch eine Amtsgerichtspräsidentin und im Müggelwald
eine Försterin. Das Kreiswehrersatzamt Berlin wird von einer
Regierungsdirektorin geleitet. Und wem das nicht genügt, erlebt Frauenpower
sowohl bei der Damenmannschaft des 1. FC Union an der Alten Försterei als auch
bei den Volleyballerinnen des Köpenicker SC, unserem „Köpenicker Frauenwunder“.
Gabriele
Schöttler
Bezirksbürgermeisterin
Ein
Wort zuvor
Im Jahr 2001 erschien der erste Band der Reihe „Frauenmosaik“. Herausgeberin und
Autorinnen erhielten für die vorgelegten Biografien viele positive Reaktionen.
Dazu zählt auch ein Spaziergang durch den Treptower Park auf den Spuren der in
dem Band vorgestellten Frauen, der bis heute in den Sommermonaten durchgeführt
wird.
Das neue Buchprojekt, dessen Ergebnis Sie jetzt in Händen halten, kam ins Rollen, nachdem ich im
September 2007 ein Schreibaufruf gestartet hatte. Und obwohl nicht mit einem
Autorenhonorar gerechnet werden konnte, wurden viele Beiträge eingereicht. Sie
wurden aus Freude an der Biografie-Arbeit geschrieben.
Aus der Art des Entstehens dieses Bandes muss auch die Unterschiedlichkeit der
Texte -von der Erzählung bis zum wissenschaftlichen Aufsatz- verstanden werden.
Es handelt sich auch nicht um eine bestimmte Altersgruppe, die wir uns
vorgenommen hätten, sondern jede und jeder von uns hat über eine Biografie
geschrieben, die ihn oder sie beschäftigt hat. Außerdem werden in den Beiträgen
verschiedene Zeiten und unterschiedliche Systeme gestreift.
Unterm Strich zeigt gerade diese recht zufällige Auswahl, dass es in
Treptow-Köpenick viele interessante Frauen gibt, an die die Erinnerung bewahrt
werden sollte. Wir hoffen, dass ihre Biografien Eingang finden in das kulturelle
Gedächtnis unseres Bezirks und darüberhinaus!
Im Jahr 2009 wird Köpenick 800 Jahre alt. Das Jubiläum ist ein weiterer
wichtiger Impuls für die regionalgeschichtliche Forschung. Mögen bei der
Betrachtung der Zeitläufte auch stets und zunehmend die Frauen erkennbar sein.
Die Geschichte der Köpenicker Wäscherinnen muss beispielsweise noch geschrieben
werden. Wünschenswert scheint mir außerdem, dass das lokale Wissen über die
Sehenswürdigkeiten, Persönlichkeiten und Besonderheiten unserer Region sowohl
über Bücher als auch digital über die Internetnutzung abrufbar sind.
Uns Autorinnen und Autoren hat das Schreiben Spaß gemacht, Ihnen sei viel
Vergnügen beim Lesen gewünscht!
Mein besonderer Dank
gilt Thomas Irmer für das Lektorat.
Ich freue mich außerdem über Anregungen, Mitteilungen und Kritik an: Christiane.Hartmann-Kraatz@ba-tk.verwalt-berlin.de.
Falls Sie selbst recherchieren und schreiben möchten, könnten die Treptower
Schreibwerkstatt, der Förderverein des Heimatmuseums Treptow oder der
Heimatverein Köpenick gute Adressen für Sie sein, wo Sie Gleichgesinnte finden.
Herbst 2008
Christiane
Hartmann-Kraatz
Gleichstellungsbeauftragte des Bezirksamtes Treptow-Köpenick
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