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Netzker, Sebastian

Leise Worte junger Liebe

Lyrik, 2008, 88 S., ISBN 978-3-89626-848-8, 9,80 EUR

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Vorwort

Es ist schön, einen anderen Menschen so sehen zu können, wie er nicht sein kann. Seinem Leben einen Sinn zu geben, wenn man in der Einsamkeit zu versinken droht. Immer den Gedanken bei sich tragen an den, dessen Freund und Geliebter man so gerne sein würde. Träume zu flechten, ohne zu handeln, einen Menschen zu vermissen, den man nicht kennt. Und es ist schrecklich im Unterricht zu sitzen oder über ein freies Feld zu gehen und sich der Sinnlosigkeit des eigenen Verliebtseins bewusst zu werden. Unerträglich ist die Unerreichbarkeit des Anderen, für den man alles tun würde, sogar sterben. Und dann später, der Moment, in dem man begreift, dass Gefühle durch einen hindurchbrausen, wie ein ungestümer Frühlingswind, und ehe man es sich versieht, ist er fort und sie mit ihm. Dann, wenn es Herbst im Herzen wird, fallen die Träume und Hoffnungen von den Bäumen und es ist an der Zeit, sich von allen Illusionen zu verabschieden, so weh es auch tut. Und doch ist es schön. Es ist schön, eine Zeit lang einen Anderen so zu sehen, wie er nicht ist und wie er auch nie sein wird. – Vollendet. Es ist so schön verliebt zu sein. Und so traurig.