Kühnel, Klaus

Friedrichstraßendirnen.
Leben und Werk des expressionistischen Dichtes Paul Boldt
(31.12.1885–16.03.1921)

trafo verlag 2008, 184 S., 32 Abb., ISBN 978-3-89626-752-8, 16,80 EUR

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Wer war Paul Boldt?

Paul Boldt (31.12.1885-16.03.1921), der Komet unter den Dichtern des Expressionismus, gehört heute zu den längst Vergessenen, obwohl er um 1915 einer der bekanntesten Autoren Deutschlands war. Der Aufstieg zu literarischem Ruhm des Gutsbesitzersohnes aus Westpreußen begann in der Zeitschrift "Die Aktion", steigerte sich 1914 mit dem schmalen Gedichtbändchen "Junge Pferde! Junge Pferde!" ins Phantastische und endete noch im Ersten Weltkrieg durch leises Verstummen des Poeten. Zum Heeresdienst eingezogen, gelang es ihm, seinen Fronteinsatz zu verhindern, weil der Kanonier Boldt wegen (vorgeblicher?) Nerven- und Geisteskrankheit zur Beobachtung in ein Lazarett gesteckt wurde. Das rettete ihn zwar vor dem möglichen Tod im Schützengraben, aber sicherte nicht das Überleben als Dichter. Nach dem Krieg begann der nun schweigende Dichter Medizin zu studieren, erlitt jedoch einen Leistenbruch, sah seiner eigenen Operation noch interessiert zu und starb Tage später an einer Embolie.

Von dem einst so berühmten Mann gibt es weder eine Karikatur, noch ein Foto, kein handschriftliches Manuskript, kein Vermächtnis, nicht einmal einen Nachruf war er der "Aktion" wert, die sich zu seinen Lebzeiten stets darum gerissen hatte, das neueste Gedicht von Paul Boldt zu drucken.