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Lembke, Hans H.

Die Schwarzen Schafe bei den Gradenwitz und Kuczynski. 
Zwei Berliner Familien im 19. und 20. Jahrhundert

trafo Wissenschaftsverlag 2008, 433 S., mehr als 100 Fotos u. Abb., ISBN 978-3-89626-728-3, 49,80 EUR

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Wirtschaft oder Wissenschaft

Die Familien Kuczynski und Gradenwitz, miteinander verschwägert, sind durch ihre Wissenschaftler bekannt geworden. Die wirtschaftlich erfolgreichen Familienmit­glieder blieben dagegen zeitgeschichtlich fast unbeachtet. Waren Sie allesamt „schwarze Schafe“ – wie Jürgen Kuczynski seine unternehmerischen Großväter genannt hat?

Das Buch zeichnet persönliche Lebenswege und Unternehmensgeschichten nach und stellt sie in die historischen Zusammenhänge. In allen zehn Fällen geht es um mittelständische Unternehmen, Familien und Firmen waren eng miteinander verflochten. Das Gesamtbild ist ein Stück deutsch-jüdischer Wirtschaftsgeschichte, mit Aufstieg in den Gründerjahren und Ausgrenzung in der NS-Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Firmen, Familien, Fabrikanten: Geschichten und Geschichte

Pioniere in Geld und Kredit: Die ersten Berliner Kuczynski

    Familienwurzeln in Posen und Breslau 

    Judenbürger in Berlin

Bankier im Aufwind der Gründerzeit: Wilhelm Kuczynski aus Posen

    Geschäft im Bankenviertel – Wohnen in der Tiergartenstraße    

    Heiratsverhalten, Salonfähigkeit, Mäzenatentum

    Bankenkonzentration und politischer Umbruch

Gradenwitz von Rawitz: Breslauer Kaufleute und Berliner Bankiers

    Die Bank der Gebrüder Gradenwitz

    Adolf Gradenwitz: Bankier, Spekulant und Terrainentwickler

    Eine weit verzweigte Familie

Nachfolge und Ende: die zweite Lebenshälfte der Bank Kuczynski

    Erfolgreiche Zwanziger und die Bankenkrise

    Die Verdrängungspolitik ab 1933

    „Entjudung" in der Bank Kuczynski

    Zwangsauflösung und Flucht

    Zwei Exkurse

Gradenwitz in der Industrie: Nivea, Zeppelin und Zahnfüllung

    Hans Gradenwitz: Direktor der Beiersdorf AG, bis 1933

    Richard Gradenwitz: Flugpionier, Ingenieur und Unternehmer

    Freunde und gute Verwandte: die Hamburger in Schlesiens Textilindustrie 

 Felix Gradenwitz: Dental-Chemiker und Emigrant

    Hermann Gradenwitz: Motorenbauer und Enteignungsopfer

Nach 1945: „Wiedergutmachung" und „Wirtschaftswunder"

    Unternehmensreste, Rückerstattung, Entschädigung

    Ein Bankier in wundersamer Kontinuität

Rückschau auf sechs Generationen: Dialoge und Gedanken

 

 

Leseprobe

Auszug: Familienwurzeln in Posen und Breslau

In der Familie Gradenwitz wurden die verwandtschaftlichen Verzweigungen sehr systematisch erfasst, der „Stammbaum Gradenwitz“ gehört zum genealogischen Bestand des Leo Baeck Instituts in New York.[1] Die Familie Kuczynski hat – nach allem was bekannt ist – eine vergleichbare Aufzeichnung nicht erstellt. Lässt sich diese Lücke zumindest ansatzweise schließen?

Kuczynski ist ein ungleich häufigerer Familienname als Gradenwitz; die genealogische Arbeit erscheint auf den ersten Blick recht knifflig. Das Hindernis verliert aber an Bedeutung, wenn ausschließlich Namensträger jüdischer Herkunft betrachtet werden. Versucht man, mögliche Verwandtschaftsbeziehungen von Wilhelm Kuczynski[2] aufzudecken, indem man einerseits die Namensträger in Posen zur Zeit seiner Abwanderung und andererseits die Namensträger in Berlin vor seiner Ankunft betrachtet, so hat man es mit einer überschaubaren Zahl von Personen zu tun. Die Lösung der familiengeschichtlichen Frage ist einen Versuch wert.

Zunächst der Blick auf Posen: Wer trug um 1840 in dieser Stadt den Namen Kuczynski und war jüdischen Glaubens? Eine erste Quelle ist eine Akte des Oberpräsidiums Posen aus dem Jahre 1832; verzeichnet sind vier „männliche alttestamentarische Glaubensgenossen, welche hier in Posen ansässig sind“: ein Schuhmacher mit Vornamen Mendel, ein Kaufmann Moritz, ein Handelsmann Herzl und ein Lehrer Gronem.[3] Nur einer von ihnen – Moritz – hatte Grundbesitz. Die zweite genealogische Quelle ist das Naturalisationsverzeichnis der jüdischen Gemeinde in Posen.[4] Es nennt den Kaufmann Moritz (wohnhaft in Breslau), den Kaufmann Abraham, den Handelsmann Herz Moses, den Lehrer Gronem, den Schuhmacher Mendel, den Handelsmann Heimann, den Kaufmann Michaelis (jetzt Berlin) sowie den Kaufmann Gustav.[5]

 

Ein Blick in die Adressbücher Posens zeigt folgendes Bild: In der Ausgabe von 1835 ist noch kein Kuczynski verzeichnet, neun Jahre später sind es drei - ein Kaufmann, ein Schuhmacher und ein jüdischer Privatlehrer. Die Ausgabe von 1848 nennt Heimann, Abraham, Louis (alle drei Kaufleute), zudem Gronem, Wolff Herz und zwei weitere. Die vier erstgenannten sind auch 10 Jahre später noch eingetragen, hinzu kommt ein Schriftsetzer Johannes.[6] Auf Grundlage der im Einwohnerverzeichnis genannten Adressen bieten die nach Häusern geordneten Meldebücher – als vierte Quelle – weiteren Aufschluss: sie zeigen insbesondere Geburtsdaten und Verwandtschaftsbeziehungen auf. So erfährt man zu dem oben genannten Kaufmann Louis, dass er in Kurnik bei Posen (Kórnik) geboren wurde, von dort 1846 zuzog und 1854 Posen wieder verließ. Eine fünfte Quelle ist die Meldekartei; sie ist nach Einwohnernamen alphabetisch geordnet.  Von den ca. 170 Meldekarten mit dem Namen Kuczynski zeigen 12 den Eintrag „mos.“ Religion.[7]

 

Diese Datenbasis ist zwar lückenhaft, reicht aber aus, um zwei Stammbaum-Ausschnitte zu skizzieren. Sie sind in der Abbildung wiedergegeben. Heimann und Abraham, die Ahnen der beiden Verzweigungen, könnten ihrem Alter nach Vettern sein. Belegen lässt sich dies aber ebenso wenig wie die – nicht abwegige – Vermutung, dass Herzl ihnen als Vater bzw. Onkel zugeordnet war.

 

                          

 

Soweit der Blick auf die Posener Juden, namens Kuczynski, in den Jahren bis 1860: ein  überschaubarer Kreis, mit einigen nachweisbaren Verwandtschaftsbeziehungen. Die meisten in diesem Kreise waren naturalisiert, mehrere verfügten über ein gewisses Vermögen. Gab es also in diesen Familien Migrationserfahrungen, gab es Familienmitglieder, die schon nach Berlin gewandert waren oder die es dorthin zog? Wilhelm Kuczynski – wie bekannt - zählte zu letzteren. Hatte er familiäre Anlaufpunkte in der Reichshauptstadt? Oder gelangen ihm Wohnortwechsel und Integration ausschließlich aus eigener Kraft?

 

 

Auszug: Hermann Gradenwitz: Motorenbauer und Enteignungsopfer

 

In der Hermann Gradenwitz OHG begann die Abwärtsentwicklung Anfang der Dreißiger. Die erschlossenen Quellen erlauben es nicht, die inneren und äußeren Ursachen vollständig zu erkennen und ihren Einfluss zu gewichten. Belegt ist, dass der Mitinhaber Hans Neumann 1933 die Gesellschaft verließ. Dies geschah ohne Einhaltung der Rechtsvorschriften und ohne Abstimmung mit seinem Partner. Der Handelsregisterakte ist zu entnehmen, dass er im Herbst des Jahres mit unbekannter Adresse in die USA reiste und seitdem für Hermann Gradenwitz nicht mehr erreichbar war. De jure behielt er seine Gesellschafterrolle, und seine Unterschrift war weiterhin gefordert, wodurch der allein gelassene Inhaber in seiner Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt war. Gradenwitz gab an, dass Neumann die Firma in erhebliche wirtschaftliche Bedrängnis gebracht habe.[8]

 

 

 

Ein äußerer Faktor kam hinzu: Laut Aussagen seiner Frau und seines Sohnes – nach dem Krieg dokumentiert - erschienen Ende 1933 Gestapo-Beamte in seiner Firma. Sie erklärten ihm, dass er entschädigungslos enteignet sei, dass ein arischer Betriebsführer eingesetzt werde und er selbst ab sofort das Betriebsgelände nicht mehr betreten dürfe.[9] Nachweislich wurde der Betrieb ab 1934 unter neuer Adresse geführt: Elektromotorenwerke Hermann Gradenwitz in Berlin Niederschönhausen, Buchholzer Straße 50-54. Am selben Standort war auch ein mittelgroßer Industriebetrieb angesiedelt: die Norddeutsche Schrauben- und Metall-Werke AG. Eine erste Erklärung für dieses Zusammentreffen gibt das Handbuch der Aktiengesellschaften, in seiner Kurzdarstellung der Schraubenfabrik: „Im Jahre 1933 übernahm die Ges. die Fabrikationsgrundlagen (Maschinenpark usw.) der Firma „Elektromotoren-Werke Hermann Gradenwitz, Berlin“, zwecks Herstellung und Vertrieb der erwähnten elektrischen Spezialmaschinen.“[10]

 

Mit elektrischen Spezialmaschinen konnte die Firma ihr Angebotsprogramm deutlich profilieren. Bislang hatte sie sich auf „Herstellung und Vertrieb von Erzeugnissen der Metallindustrie, insbesondere von allen Arten Schrauben, Schienennägeln, Eisenbahnbedarf und Nieten“ beschränkt. Diese Produkte stellten keine hohen technologischen Anforderungen. Entsprechend umkämpft war der Markt, zudem war der Verkauf durch Absatzquoten beschränkt. Eine deutlich günstigere Marktlage bot sich bei den neu ins Programm genommenen Maschinen, die Hermann Gradenwitz entwickelt hatte: „elektrische Bohrmaschinen, Schraubeneindrehmaschinen und  Rohreinwalzmotoren.“ Es gab – wie oben gezeigt – nur wenige Hersteller, und die Produkte boten der Schraubenfabrik den strategischen Vorteil, ihr Angebotsprofil vor allem im Segment des Eisenbahnbedarfs zu stärken.

 

Ein Hinweis auf einen Kaufvertrag findet sich in den Handelsregisterakten der Firma Gradenwitz nicht. Wie also lief die Übernahme ab: als gewaltsame Enteignung jenseits von Recht und Gesetz, als eine scheinlegal ummäntelte Expropriation oder doch als ein rechtmäßiger Kauf, mit grundsätzlicher Entscheidungsfreiheit auch auf der Verkäuferseite? Und wer waren die Drahtzieher hinter der übernehmenden Firma, der Norddeutschen Schrauben- und Metall-Werke AG?

 

Entstanden war diese Aktiengesellschaft kurz nach dem Kriege, die Gründer waren zwei Privatbankiers, ein Rohwarenhändler und ein Industrieller. Der Kaufmann brachte das Betriebsgrundstück ein, während der Fabrikbesitzer die Maschinen und das Know-How für die Metallwarenproduktion beisteuerte. Dieser Leopold Gerson hatte vorher eine mittelgroße Firma mit ähnlichem Namen und Zweck in Berlin-Kreuzberg betrieben.[11] Auch die Bankiers zählten zum unternehmerischen Mittelstand: Paul Meyrowitz aus der gleichnamigen Kommanditgesellschaft und Paul Hamel aus der Firma Sponholz & Co. KG (vorm. H. Herz). Die Geschäftsleitung übernahm der Ingenieur Leopold Gerson; den Aufsichtsrat bildeten die drei weiteren Gründer, ein Bankdirektor Walter Nadolny und ein Rechtsanwalt Curt Rosenthal.

 

Die Finanziers des Unternehmens waren die Darmstädter und Nationalbank sowie das Haus Sponholz & Co. Entsprechend stark war ihr Einfluss im Aufsichtsrat: Walter Nadolny vertrat in den Anfangsjahren die Danat[12] und Paul Hamel die Privatbank. Beide Institute waren an den verschiedenen Kapitalerhöhungen der AG beteiligt, wobei sich das Gewicht zunehmend auf die Privatbank verlagerte - erkennbar auch daran, dass der Aufsichtsratsvorsitz auf die Sponholz & Co. überging. Diese Dominanz steigerte sich nach dem Danat-Zuammenbruch, die Privatbank wurde zum „Großaktionär“.[13]  In dieser Eigenschaft erzielte sie allerdings kaum Gewinne, Vorteile erwuchsen ihr allenfalls aus der Kreditvergabe.[14] Mit dem Einstieg der Schraubenfabrik in die Rüstungsproduktion sollte sich dies entscheidend ändern.

 

Der Exkurs in die Geschichte dieses Industriebetriebs sollte helfen, die Frage nach den Drahtziehern zu klären: Wer betrieb aus welchen Motiven die Übernahme der Gradenwitz Motorenwerke? Eine erste Antwort ist gefunden: Den bestimmenden Einfluß hatte 1933 die Sponholz-Bank, und der Vorsitzende des Aufsichtsrats war zu diesem Zeitpunkt Paul Hamel. Naben ihm saß dort sein Partner, der Bankier Max Herz. Das Erklärungsinteresse richtet sich damit auf diese Bank; ein zweiter unternehmensgeschichtlicher Exkurs ist gefragt.

 

Paul Hamel wurde in diesem Buch schon in anderem Zusammenhang genannt: als Wortführer in den vom Revolutionsgeist geprägten Debatten um die Zukunft der Börse, im November 1918. Er war damals 36 Jahre alt, kam aus dem mittleren Bürgertum einer preußischen Provinz und war im Adressbuch als „Bankbeamter“ genannt.[15] Wohin ihn seine berufliche und gesellschaftliche Karriere noch führen sollte, ist im „Who’s Who in Nazi Germany“ umrissen: „Hamel, Paul, banker b. Schönebeck / Elbe 11.5.82. Career: owner Sponholz & Co. Bank KG, Hannover branch office; chairman board of directors, Industrie Werke Karlsruhe AG (industrial works), Karlsruhe; deputy chairman board of directors, Accumulatoren-Fabrik AG Hagen; Address: 23 Georgstr. Hannover.“[16]


Endnoten


[1] LBI AR 2396. Den Hinweis verdankt d. V. Claus Gradenwitz aus Hamburg, der diese genealogische Arbeit weiter führt. Wer den Stammbaum gezeichnet und dem LBI überlassen hat, ist ihm nicht bekannt.

[2]Für diesen Auszug zur Erläuterung: Wilhelm war ein Großvater von Jürgen Kuczynski.

[3] Staatsarchiv Poznan, Akten Oberpräsidium Posen, Sygn. akt. 9003

[4] Jacobson, J. (1968). Eingetragen sind Naturalisationen bis 1848, von Jacobson aus mehreren Quellen zusammengestellt. Die meisten Namen sind einem Verzeichnis von 1835 entnommen.

[5] Hier in der Reihenfolge des Naturalisationsdatums aufgeführt (1834-1837).

[6] Im Vorwort unterstreicht der Herausgeber, dass in das Verzeichnis „nur solche Personen aufgenommen wurden, welche in Folge ihres Einkommens oder ihres Grundbesitzes zur Theilnahme an den städtischen Wahlen berechtigt sind ... oder mir ihre Adresse mit  dem Ersuchen um Aufnahme daselbst zugesandt haben.“

[7] Meldekartei Stadt Posen (Akta miasta Poznania. Kartoteka mieszkańzów)  – 14693. Die Kartei ist nicht vollständig erhalten.

[8] Amtsgericht Charlottenburg, Handelsregister-Akte, Bl. 5 : „Mitinhaber Hans J. Neumann ist im Herbst 1933 unbekannt ins Ausland verzogen. Er hat unsere Firma in eine schwierige wirtschaftliche Lage gebracht.“

[9] Entschädigungsamt Berlin, Akte Hermann Gradenwitz Nr. 251835, Aktenteil A S. 4 und Aktenteil E S. 10

[10] Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, Ausgabe 1933, S. 3161. Die Übernahme wurde auch im Geschäftsbericht 1933 der Schraubenwerke erwähnt: „Im abgelaufenen Jahr ... Beschäftigung auch bei uns gebessert. Trotzdem wieder ... Verlust ... erklärt sich zu einem erheblichen Teil daraus, dass wir die Elektromotorenwerke Hermann Gradenwitz, Berlin, ab 1. August 1933 übernommen haben und den Fabrikationsbetrieb in unser Werk verlegten. Die sich aus diesem Umstand ergebenden Verluste haben wir in die GuV-Rechnung übernommen. Die Übername erfolgte, um eine Vergrößerung des Fabrikationsprogramms zu erreichen.“ Zitat aus Handelsregisterakte der Fabrik, erhalten in der Wiedergutmachungsakte LBA WGA 43/65 Hermann Gradenwitz. (Handelsregisterakte ist nicht mehr vorhanden.)

[11] Norddeutsche Metallwarenfabrik GmbH

[12] Walter Nadolny wechselte nach dem Zusammenbruch der Danat-Bank in den Vorstand der Schultheiss-Brauerei AG. Er kam aus einer bekannten ostpreußischen Familie; sein Bruder Rudolf war deutscher Botschafter in Ankara und 1933/34 in Moskau. Dessen Sohn war der Schriftsteller Burkhard Nadolny, dieser wiederum der Vater von Sten Nadolny („Die Entdeckung der Langsamkeit“, „Ullsteinroman“ u.a.).

[13] Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften 1937, S. 3000. Diese Bezeichnung ist zu relativieren: das Stammkapital der Schrauben-AG betrug nicht mehr als 300.000 RM. Sie fiel unter die Bestimmungen des Umwandlungsgesetzes vom 5.7.1934 und wurde 1937 in eine GmbH umgewandelt. Die Sponholz-Bank – genauer: ihre Tochter Hamel, Ziegler & Co. KG – blieb Hauptgesellschafter. Ebenda, S. 7243.

[14] Die AG schüttete nur im ersten Jahr ihres Bestehens Gewinne aus. Der Aktienanteil der Sponholz-Bank erhöhte sich auch dadurch, dass Kredite durch Aktienzuteilung abgelöst wurden. Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften vd. J.

[15] Sein Vater war Bäckermeister, dessen Vater war Müller. Geheiratet hatte er die Tochter eines Eisenbahningenieurs. BA (BDC) Parteikorrespondenz Gerd Hamel.  Nach Berlin zog er um 1910.

[16] Im Vorwort zu dieser vierten Auflage vom Mai 1944 heißt es: „This Who’s Who in Nazi Germany has been prepared for the use of those dealing with propaganda to and about Germany. It is CONFIDENTIAL. ... The present fourth edition has been expanded considerably and includes a number of prominent personalities from the realm of industry, finance and trade.“ O. V. (1944), S. 1, 35, 70.