[= Frankfurter kulturwissenschaftliche Beiträge, Bd. 5], 2008, 276 S., 30 Abb. dav. zahlr. farbige, ISBN 978-3-89626-722-1, 29,80 EUR
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Disturbing Bodies |
Einleitendes/Introduction 7
Sylvia Mieszkowski
Fragmentierte Körper/Fragmented Bodies 31
Blutspenden – Lebensgaben: Zur Medialität des Blutes in Bram Stokers Dracula 33
Susanne Scholz
Körper-Pamphlete: Weibliche Genitalbeschneidung in Afrikanischen Literaturen 49
Elisabeth Bekers
Queere Körper/Queer Bodies 71
Nicht Fisch noch Fleisch: Queeres Begehren in Andersens Die Kleine Meerjungfrau
und Disneys The Little Mermaid 73
Andreas Kraß
Hijras and Drag Queens: Cross-Dressing Disturbed in Contemporary Stage Musicals
89
Christine Vogt-William
Zwischenbilanz/Interim 119
Macht – Körper – Sinn? Körper als Schnittstelle zwischen kultureller
Einschreibung und verstörendem Eigensinn 121
Isabel Karremann und Carolin Roder
Normen & Abweichungen/Norms & Deviations 165
Seeing Through an Aesthetics of Vulnerability 167
Jules Sturm
Vermännlichung durch
Krafttraining? Muskeln, Weiblichkeit und Heteronormativität im
Frauenbodybuilding 189
Mica Wirtz
Körperbilder/Body Images 213
The Body Within: On Images and Ruptures 215
Alena Alexandrova
Galerie 233
Merit Esther Engelke
Verstörende Bilder: Körperphotographien 257
Merit Esther Engelke
Kurzbiographien der Autor/innen/Short Author Biographies 273
Sylvia Mieszkowski
Auf der Wissenschaftsseite
seiner Homepage bietet der britische Sender BBC unter der Rubrik »Human Body &
Mind« das Spiel »Interactive Body« an, mit dem online-Besucher ihre
Anatomiekenntnisse testen können. Zunächst hat man die Wahl zwischen den
Kategorien »Skelett«, »Muskulatur«, »Nervensystem« und »Organe«, dann muß man
sich für ein Geschlecht entscheiden. Als nächstes bekommt man Körperteile der
gewählten Kategorie angeboten, die man per Mausklick in die richtige Position
rotieren und dann an den korrekten Ort im Körper manövrieren soll. Nach zehn
Knochen, Muskeln oder Elementen des neurologischen Systems, beziehungsweise
sechzehn Organen erhält die Hobbyanatomin eine Bewertung ihrer Kenntnisse von
»lots to learn« bis »top notch«. Erheblich professioneller, mit
Kernspinresonanztomographie-Aufnahmen, die für drei Ebenen abgerufen werden
können, wartet die Website von e-anatomy auf. Zwar wird dort um eine Anmeldung
per Email ersucht, doch die Registrierung steht allen offen, das heißt, um auf
diesen interaktiven Anatomie-Atlas zugreifen zu können, müssen keine
medizinischen Qualifikationen vorgewiesen werden. Einen körperzentrierten
Informations-Service anderer Art bietet die amerikanische Website »webmd.com« in
Wort, Graphik und Bild. Durch Anklicken eines Körperbildes auf dem Bildschirm
und Auswahl von Beschwerden aus mehreren drop-down Menüs hilft der so genannte
symptom checker den online-Besuchern, ihre fiktiven oder tatsächlichen Leiden
einer Reihe von mehr oder weniger präzisen Krankheitsbildern zuzuordnen. Der
ausführliche disclaimer der Website warnt davor, den Besuch beim Hausarzt durch
die Ferndiagnose Marke Eigenbau zu ersetzen. Dort liest man: »WebMD does not
provide medical advice, diagnosis or treatment«. Gleichwohl ist zumindest die
Diagnose explizit der Endpunkt des virtuellen Symptomzuordnungsprogramms.
Volksbildung? Gesellschaftsspiel? Hypochonder-Paradies? Medizineralptraum?
Vielleicht ist doch etwas dran an der Behauptung, Gunther von Hagens
Körperwelten-Projekt habe die Massen aus einer Art anatomischem
Dornröschenschlaf geküßt. Tatsache ist: das Interesse am Körper boomt.
Im deutschen Fernsehen veranstaltet Dr. House, der misanthropisch-wortwitzige
Holmes der Humandiagnostik, seit Mai 2006 jeden Dienstagabend eine
Symptom-Schnitzeljagd in und mit den Körpern seiner Patienten, während die
Störungen seines eigenen Körpers – bedingt durch Muskeltod und
Vicodin-Abhängigkeit – permanent mitthematisiert werden. House führt auf der
innerfiktionalen Ebene (fieberhafte Differentialdiagnose) wie auf der
realweltlichen (Einschaltquoten) vor, daß jene Körper, die die so genannte Norm
als soziale Hilfskonstruktion mit einigen Vorteilen und einer ganzen Reihe
problematischer Implikationen ins Licht rücken, zu Beginn des 21. Jahrhunderts
ganz besonderes Interesse genießen. Laut Angaben des Mediendienstes Kress lockt
RTL jeden Dienstagabend zur besten Sendezeit im Schnitt über vier Millionen
Zuschauer vor den Bildschirm. Um die charismatische Hauptfigur sind
bemerkenswert ›normale‹ Mitarbeiter und Kollegen postiert, die ihrerseits im
Kontrast zur Schar der Patienten und ihrer disturbing bodies stehen: ein Mann,
der zwei verschiedene Blutgruppen hat; ein sechzehnjähriges Supermodel, das sich
als Hermaphrodit herausstellt; ein Mädchen, dessen Mutter kleinwüchsig ist, und
dessen geringe Körpergröße deswegen von niemandem einem Gehirntumor
zugeschrieben wird; ein extrem schwergewichtiger Mann, der sich vehement (und
wie sich herausstellt, zu recht) dagegen verwahrt, daß alle seine Symptome
seinem Gewicht geschuldet seien; ein Mädchen, das keine physischen Schmerzen
empfinden kann. Die Reihe ließe sich problemlos weiterführen, doch bereits diese
wenigen Beispiele illustrieren, daß die ›Norm‹ nur dann als sinnvolles
Diagnose-Instrument dienen kann, wenn ihr grundsätzlicher Konstruktcharakter
klar ist. Gerät dies in Vergessenheit, so führen die aufgelisteten Beispiele
vor, kann das für individuelle Körper, die ihr eben nicht entsprechen, tödlich
sein. Doch selbst wenn es nicht ganz so tragisch endet, produziert die ›Norm‹ in
dem Moment, in dem ihr Konstruktcharakter in Vergessenheit gerät, Konformismus
und Diskriminierung oder sorgt für die Pathologisierung dessen, was von ihr als
ihr Anderes hervorgebracht wird. In einem kurzen Dialog, in dem House und seine
(dünne, sozial privilegierte, weiße) Mitarbeiterin Dr. Cameron über das
Verhältnis der Eltern eines Patienten zu ihrem autistischen Sohn diskutieren,
wird diese Botschaft prägnant auf den Punkt gebracht:
Cameron: Is it so wrong for them to want to have a normal child? It’s normal to
want to be normal.
House: Spoken like a true circle-queen. It’s these skinny, socially privileged,
white people who get to draw this neat little circle. And everyone inside the
circle is ›normal‹; and anyone outside the circle should be beaten, broken and
reset, so that they can be brought into the circle. Failing that, they should be
institutionalized or worse: pitied.
Durch das Wortspiel mit »circle-queen« betont Houses Antwort, daß diejenigen,
die (wie Cameron) das Feld der ›Norm‹ abstecken, dies (wie Cameron) unumgänglich
in zirkulär verlaufenden Argumenten tun.
Im Juli 2005 machte das Amsterdamer Rijksmuseum auf eine Installation des
Photographen Mark Bain mit einem weiblichen Körper aufmerksam, der mit
Versatzstücken aus der Werbung arbeitet, bekannte Schönheitskonventionen
aufgreift, sie aber verändert und damit die Blicke der Betrachter (ver-)stört.
Sanneke Baars, das Modell, ist auf dem besagten Plakat von hinten zu sehen: hoch
gewachsen, mit blondem Langhaar, rotem Slip und einem Bein, das im Kindesalter
zu wachsen aufgehört hatte und, von einer Unterschenkelprothese gestützt,
künstlich auf die Länge des anderen Beins verlängert wird. Als zentrale Motive
der Arbeiten von Bain benennt Baars in einem Interview Störung und Zerstörung.
Ebenfalls im Sommer 2005 brachte Lee Breuer, Gründungsmitglied und Regisseur der
experimentellen New Yorker Theater-Truppe Mabou Mines eine Adaptation von Henrik
Ibsens Nora. Ein Puppenheim auf die Bühne. Ibsens proto-feministische Botschaft
– daß die Männerwelt nur Platz habe für puppenähnliche Frauen, die sich selbst
verniedlichen, um ihren Männern das Gefühl von Größe zu geben – wurde von Mabou
Mines durch einen körperlich produzierten Verfremdungseffekt aktualisiert. Die
Männerrollen waren mit Schauspielern besetzt, die zwischen 1,01 Meter und 1,34
Meter maßen, die weiblichen Rollen hingegen mit Frauen, deren Größe der
durchschnittlichen Größe der Zuschauer/innen entsprach, wobei Bühnenbild und
Requisiten auf die Maße der Männer zugeschnitten waren.
Die 1983 von Manri Kim gegründete Performance-Truppe Taihen aus Osaka besteht
aus Tänzerinnen und Tänzern mit körperlichen Behinderungen. Im September 2001,
im Rahmen der »Asia-Pacific Week«, führt das Ensemble zum ersten Mal The Legend
of Maha-Laba Village in Berlin auf. Als das Stück im Sommer 2005 auf dem
Festival »Theater der Welt« in Stuttgart zu sehen ist, wird es in der Zeit
rezensiert. Roland Müllers Besprechung hebt dabei das verstörende
Bewegungsvokabular hervor, das sich das Ensemble erarbeitet hat: »Da rudern
Arme, die in Stümpfen enden, durch die Luft, da schlingen sich Beine, die keine
Kraft mehr haben, um den Kopf, da robben Körper, gezeichnet von Kinderlähmung,
unter dem Bühnentuch hervor.« Die radikale Ästhetik und das einzigartige
Repertoire dieser Kompanie erweitern den Formenkatalog des modernen Tanzes, die
Chefin der Truppe benennt aber auch politische Ziele. Auf der Website von Taihen
heißt es: »We have three axes for our activity: to create innovative expressions
that pull down the existing frameworks of [the] arts; to encourage participation
of those who have been considered as outsiders of art; to sledgehammer the
boundary between art and life, involving manifold matters into [the] arts.«
In den Niederlanden hat die Dokumentarfilmerin Sunny Bergman 2007 mit »Beperkt
Houdbaar« und den daran anschließenden politischen Aktionen – »the people vs.
the beauty industry« – Aufsehen erregt. Der feministische anti-makeover Film
kritisiert die Schönheitsindustrie – von den Herstellern von Kosmetikprodukten
über die Macher von Werbeplakaten und Hochglanzmagazinen bis zu den Abräumern
unter den plastischen Chirurgen – für das Propagieren eines Ideals weiblicher
Schönheit, das jegliche Referenz in der Realität aufgegeben hat. Vor allem zwei
Praktiken werden durch Bergman angeprangert: die unmarkierte digitale
Bearbeitung von Porträts mit Hilfe von Photoshop und ähnlichen Programmen in der
Werbung; und die Ausdehnung des Zuständigkeitsbereichs der plastischen Chirurgie
auf das weibliche Genital. Bergmans Versuch, die führenden glossy magazines in
den Niederlanden dazu zu überreden, bei der photoshop-vrij actie mitzuwirken und
jene Bilder diskret mit einem Logo zu kennzeichnen, auf denen Körper und
Gesichter der Models digital verändert wurden, scheiterte. Die politischen
Aktionen der von Bergman und sechs anderen Frauen gegründeten Stiftung Onbeperkt
Houdbaar werden indes fortgesetzt. Mindestens eine Petition ist als Auftrag an
mehrere Parlamentsmitglieder weitergereicht worden und auf dem Weg durch die
politischen Gremien. Sie betrifft das Anliegen, das Mindestalter von Frauen, die
aus rein ästhetischen Gründen einen operativen Eingriff vornehmen lassen möchten
– etwa um ihre inneren Schamlippen verkleinern zu lassen und den so genannten
playboy-look zu erzielen –, von sechzehn auf achtzehn Jahre anzuheben. Wichtig
für unseren Kontext ist dieses letzte Beispiel aus mehreren Gründen; zunächst
weil es zeigt, wie die Manipulation von Körperbildern zu (operativen)
Einschnitten in lebendes und gesundes Fleisch führt. Außerdem, weil es klar
macht, daß nicht nur die Unterschreitung der ›Norm‹, sondern auch ihre
Steigerung zum Ideal verstörende Effekte erzielt. Drittens weil es auf den von
der Schönheitsindustrie aus Profitstreben insinuierten, vermeintlichen
Zusammenhang zwischen der Zurichtung des Körpers und dem seelischem
Gleichgewicht und Glücksgefühl der Frauen aufmerksam macht. Schließlich weil es
zur Diskussion stellt, wieso Ärzte in Europa und den USA, die aus kulturellen
(in diesem Fall ästhetischen) Gründen operative Eingriffe am Geschlecht von
Frauen vornehmen, überhaupt Zulauf erhalten. Noch dazu in dem Moment, in dem es
zunehmend gelingt, die Praxis der Genitalbeschneidung, die in einigen
afrikanischen Ländern ebenfalls kulturell (in diesem Fall sozial) begründet
werden, abzuschaffen.
Seit den 1990ern haben die Geisteswissenschaften den oder vielmehr die Körper
vor allem als Einschreibungsfläche/n kultureller Praktiken, als
Projektionsfläche/n kollektiver oder individueller Phantasmen und als Quelle/n
der Störung symbolischer Ordnungen analysiert. Die Reihe von Publikationen, die
immer neue Fragen an die verschiedenen Körper herantragen, ist seit dem nicht
abgerissen. Das Spektrum reicht hier von der sozialen Konstruktion von Körpern
über die Kategorien Geschlecht, Klasse, Rasse, Begehren und Alter zu
Kulturtechniken an konkreten, lebendigen, menschlichen, tierischen oder
cyborg-ähnlichen Körpern und Praktiken, die sich mit toten Körper beschäftigen,
bis zu allen Formen der Repräsentation von Körpern in Literatur oder bildender
Kunst und der Beschäftigung mit ihren semiotischen Funktionen. In diese reiche
Tradition geisteswissenschaftlicher Untersuchungen, die den Körper als Objekt im
Spannungsfeld zwischen kulturellem Konstrukt und materieller Substanz ebenso wie
als wichtigen Teil des Subjekts zu begreifen suchen, reiht sich unser
interdisziplinäres Projekt ein. Das spezielle Interesse der einzelnen Beiträge
aus Literatur- und Kulturwissenschaft, Kunsttheorie, Soziologie, Philosophie und
Photographie gilt dabei den Formen der destruktiven und/oder produktiven
Störung/Verstörung von Körpern und durch Körper – seien sie lebendig oder
Zeichenträger oder beides.
Der vorliegende Band rekrutiert sich aus zwei verschiedenen
Veranstaltungskontexten. Im Verlauf dreier Semester – vom Winter 2005/06 bis
Winter 2006/07 – wurde von den Frauenbeauftragten des Instituts für England- und
Amerikastudien der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt eine
Vortragsreihe mit dem Titel Disturbing Bodies organisiert. Das Gros der Artikel,
die wir hier präsentieren, basiert auf den besten der dort gehaltenen Vorträge.
Inspiriert durch die theoretischen Modelle der jüngsten gender studies, durch
literarische Texte und zeitgenössische künstlerische Arbeiten nahm die
Vortragsreihe Disturbing Bodies jene Effekte der Störung in den Blick, die
Dynamisierung, Pluralisierung, das Aufbrechen von Hegemonien, ein Infragestellen
von scheinbar natürlich Gegebenem und durch Tradition zur Norm Versteinertem zur
Folge haben. Denn oft sind es ›störende‹ und/oder ›gestörte‹ Körper, die
Bewegung in Denksysteme oder Ordnungsmuster bringen. Es ging in dieser
Vortragsreihe aber auch um die Frage nach der Grenze der Akzeptanz von Störung
und damit um den Punkt, an dem Störung in Zerstörung umschlägt. Im Januar 2007
fand, ebenfalls am IEAS und organisiert von Susanne Scholz und Sylvia
Mieszkowski, ein Nachwuchs-Workshop unter dem Titel Bend It Like Gender statt.
Drei der hier präsentierten Artikel nahmen dort ihren Anfang. Für die
vorliegende Publikation wurde diese Zweiteilung der Ursprungszusammenhänge
zugunsten einer thematischen Gliederung in vier Abschnitte aufgelöst, die sich
mit fragmentierten Körpern, queeren Körpern, Normen & Abweichungen und
Körperbildern beschäftigen.
Den Auftakt bilden zwei literaturwissenschaftliche Untersuchungen, die sich für
das gewaltsame Perforieren oder Zerschneiden als Form der Störung von Körpern
und der Verstörung durch sie interessieren. »Blutspenden – Lebensgaben: Zur
Medialität des Blutes« hat Bram Stokers Dracula zum Analyseobjekt. Susanne
Scholz konzentriert sich darin auf die kulturellen Signifikationsprozesse, die
den Austausch von Blut und anderen Körperflüssigkeiten zwischen englischen und
nicht-englischen, zwischen weiblichen und männlichen, zwischen lebenden und
untoten Körpern begleiten. Als Zeichenträger symbolischen Kapitals wird der
Austausch von Blut dabei vor dem Hintergrund von Gabentheorien als eine Praktik
gelesen, die traditionelle Hierarchien stört und ver/störende Körper produziert.
Was Zeit und Ort angeht, liegen Welten zwischen dem England der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts und dem Afrika der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In
ihrem Beitrag »Körper-Pamphlete: Weibliche Genitalbeschneidung in Afrikanischen
Literaturen« geht es Elisabeth Bekers um Darstellungen einer, aus westlicher und
feministischer Sicht betrachtet, extrem verstörenden kulturellen Praxis in
Romanen aus verschiedenen afrikanischen Ländern und der afrikanischen Diaspora.
Im Gegensatz zum Großteil der zum Thema der female genital excision
erscheinenden Texte ist es Bekers Studie aber nicht darum zu tun, den Brauch
politisch zu bekämpfen. Vielmehr wird in dieser diachronisch angelegten Studie,
die literarische Tendenzen aus vier Jahrzehnten einfängt, nachgezeichnet, in
welcher Gestalt und zu welchem Zweck auf Englisch, Französisch und Arabisch
schreibende Autor/innen afrikanischer Herkunft dieses Thema in ihren Romanen
verhandeln. Auf diese Weise wird deutlich gemacht, wie afrikanische
Auseinandersetzungen mit weiblicher Genitalbeschneidung zum Verständnis der
Komplexität der Debatte über diese Praktik beitragen.
Eine der derzeit produktivsten Formen der gender studies firmiert unter dem
Etikett der queer theory, für das Andreas Kraß als deutsche Übersetzung
»kritische Heteronormativitätsforschung« vorschlägt. Dieses Forschungsfeld fußt
auf dem Interesse an der Dekonstruktion zweier Dichotomien: zur Untersuchung der
in sich hierarchisierten und gewerteten Opposition von ›männlich‹ vs.
›weiblich‹, der sich bereits die Geschlechterforschung verschrieben hat, tritt
in der kritischen Heteronormativitätsforschung noch die Analyse der Dichotomie
›heterosexuell‹ vs. ›homosexuell‹. Der zweite thematische Abschnitt von
Disturbing Bodies beschäftigt sich mit Körpern, die die heteronormative Matrix
stören oder von ihr als verstörend gebrandmarkt werden, um dadurch die soziale
Ordnung als heteronormative zu stabilisieren.
Andreas KRAß, der in der Vortragsreihe mit einem Beitrag über Hans Christian
Andersens Die Kleine Meerjungfrau mitgewirkt hatte, nimmt für den Band eine
Erweiterung vor, wenn er der dänischen Märchenliteratur den US-amerikanischen
Zeichentrickfilm zur Seite treten läßt, und sein Augenmerk auf die Ökonomie des
Begehrens in Andersens Text und Walt Disneys Little Mermaid richtet. In »Nicht
Fisch noch Fleisch« wird das Schicksal der kleinen Meerjungfrau und das der
Meerhexe über das Sündenbock-Muster, wie René Girard es beschrieben hat,
miteinander verklammert. Durch die massive Störung des Körpers gibt die kleine
Meerjungfrau die soziale Ordnung der Meeresbewohner zugunsten der der Menschen
auf; durch seine vollständige Auflösung tritt sie von dort schließlich in die
Sphäre der Luftgeister über. Die als queer markierte und als verstörender Körper
inszenierte Meerhexe aber ist es, die diese Transgressionen überhaupt erst
möglich macht.
In ihrem Beitrag »Hijras and Drag Queens: Cross-Dressing Disturbed in
Contemporary Stage Musicals« untersucht Christine Vogt-William Figuren, die sich
einer eindeutigen geschlechtlichen Zuordnung entziehen und dafür mit dem Tod
bestraft werden. Als Analyseobjekte wählt sie mit Rent und Bombay Dreams zwei
Musicals, die um den Millenniumswechsel herum spielen und zu dieser Zeit auch
auf die amerikanische/englische Bühne kamen. Im Zentrum steht auf der einen
Seite die hijra Sweetie, die als Produkt einer (indischen) kulturellen Praxis
der freiwilligen Kastration ein Leben jenseits der heteronormativen Gesellschaft
führt; und auf der anderen Seite die (hispanisch-US-amerikanische) drag queen
Angel, deren Absage an Heteronormativität nicht auf der Ebene von sex, sondern
auf der von gender ansetzt.
Vor den dritten Abschnitt und damit an den Scheitelpunkt des Bandes, haben wir
einen Beitrag gesetzt, der auf zwei Ebenen Brücken schlägt: auf der
argumentativen Ebene die Brücke zwischen Theorie und Literatur als Medien der
Bedeutungsstiftung; auf der methodologischen Ebene die Brücke zwischen den
Beiträgen, die sich aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Sicht und denen,
die sich aus philosophischer, gesellschaftswissenschaftlicher,
kunsttheoretischer und künstlerischer Warte mit Disturbing Bodies beschäftigen.
Isabel Karremann und Carolin Roder eröffnen ihren gemeinsamen Artikel mit einem
Arrangement, das drei theoretische Positionen, aus deren Perspektive in den
letzten knapp zwanzig Jahren bevorzugt über Körper geschrieben wurde, kritisch
gegeneinander stellt. Konstruktivismus, Phänomenologie und Psychoanalyse werden
nacheinander darauf befragt, welche Möglichkeiten sie bereitstellen, Körper zu
denken, sie insistieren und dabei Prozesse von Bedeutungskonstitution produktiv
stören zu lassen. Die zentrale These von »Macht – Körper – Sinn? Körper als
Schnittstelle zwischen kultureller Einschreibung und verstörendem Eigensinn«
lautet, daß der Körper und sein Störpotential im literarischen Raum noch einmal
anders zur Sprache kommen können als im theoretischen Diskurs. Die
Formenvielfalt der Ver/Störung von Körpern und durch Körper wird im zweiten Teil
des Artikels anhand von zehn literarischen Texten unterschiedlicher Gattungen
und Epochen (sowie einem Film) belegt.
In gewisser Hinsicht beschäftigen sich die beiden Beiträge der dritten Sektion
mit zwei Seiten derselben Medaille, nämlich dem Verhältnis von Körpern zur
›Norm‹ als kulturellem Konstrukt und ihrer Wahrnehmung als ›verstörend‹, wenn
sie – ob aus freien Stücken oder nicht – den ihnen zugewiesenen Platz nicht
einnehmen. Der erste beschäftigt sich, aus philosophischer Warte, mit Körpern,
die angeblich hinter jenem Richtwert der so genannten ›Norm‹ zurückbleiben, der
zweite untersucht, aus soziologischem Blickwinkel, Körper, die über sie
hinausgehen.
In den letzten Jahren hat sich mit den disability studies ein Forschungsansatz
ausgeformt, der mit Hilfe des Instrumentariums der Differenztheorien körperliche
Beeinträchtigung oder Behinderung neu zu konzeptualisieren versucht. Die jüngste
Entwicklung in diesem Forschungsfeld verknüpft unter dem provokativen Namen crip
theory Impulse aus der queer-theoretischen Heteronormativitätskritik mit dem
politischen Aktivismus der disability studies. Anhand des Dokumentarfilms augen
blicke N (2005) von Gitta Gsell and Gesa Ziemer, in dem behinderte Tänzerinnen
und Tänzer ihr Körpergefühl zu vermitteln suchen, entwickelt der Artikel von
Jules Sturm eine Ästhetik der Verletzbarkeit, die dann am Beispiel von Mark
Quinns Skulptur Alison Lapper Pregnant (2005) auf die Probe gestellt wird. In
»Seeing Through an Aesthetics of Vulnerability« wird für die Verabschiedung des
für die Beschreibung von Körpern in vielerlei Hinsicht diskriminierenden »Norm
vs. Devianz«-Modells plädiert. An seiner Statt wird ein in sich nicht
hierarchisiertes System von Differenzen vorgeschlagen, innerhalb dessen Ansehen
und Angesehenwerden zu einem gemeinschaftlichen Projekt zusammenwachsen können.
Die Gesellschaftswissenschaftlerin Mica Wirtz setzt sich in ihrem Beitrag mit
dem Befund auseinander, daß Muskeln grundsätzlich männlich codiert sind, und
geht dem Klischee nach, Krafttraining führe bei Frauen zur – klar negativ
besetzten – »Vermännlichung«. Als Analyseobjekte dienen ihr Texte und Bilder aus
einer Subkultur des Kraftsports: dem Frauen-Bodybuilding. Im Fokus steht hier,
mit welchen Strategien versucht wird, dem Klischee der Vermännlichung, dem
latent immer präsenten Verdacht der Unfruchtbarkeit und dem der Homosexualität
zu begegnen. In »Vermännlichung durch Krafttraining? Muskeln, Weiblichkeit und
Heteronormativität im Frauenbodybuilding« tritt aber auch klar zu Tage, wie sich
die (hetero-) sexistische Norm reproduziert und erfolgreich verordnet, daß ein
muskulöser Frauenkörper als ver/störend wahrzunehmen ist.
Die letzte Sektion von Disturbing Bodies wendet sich noch einmal dem Verhältnis
von Körpern, ihren Abbildungen und deren Betrachterinnen in den (ab)bildenden
Künsten, diesmal aus zwei neuen Positionen, zu. In einem kunsttheoretischen
Artikel untersucht Alena Alexandrova drei Arbeiten des zeitgenössischen
belgischen Künstlers Lawrence Malstaf. Christlich-religiöse Motive, die an den
Körper gekoppelt sind, erleben um den Jahrtausendwechsel herum und innerhalb
einer an und für sich klar säkularen Kunst eine Renaissance. Für die Analyse von
Sandbible (1999), Madonna (2000) und Shrink (1995) werden in »The Body Within:
On Images and Ruptures« drei Konzepte – das Symptom, die Symptom-Imago und der
Gegen-Abdruck – weiterentwickelt, um Malstafs künstlerische Verfahren der
Verschiebung, Inversion und Dekonstruktion in Bezug auf Körper und ihre
Repräsentationen freizulegen.
In gewisser Weise spiegelt der letzte Aufsatz den Beitrag von Roder/Karremann am
Scheitelpunkt des Bandes, denn auch hier geht es um den Brückenschlag zwischen
Theorie und – in diesem Fall photographischer – Praxis. Der hybride Beitrag von
Merit Esther Engelke läßt auf eine kommentierte Galerie einiger ihrer eigenen
Arbeiten über verstörende und gestörte Körper einen Artikel folgen, dessen
Bildlektüren und Einblikke in die Geschichte der Photographie immer wieder die
vorangestellten Körperbilder evozieren. Indem »Verstörende Bilder:
Körperphotographien« Engelkes zwei Berufungen – als Künstlerin und als
Bildwissenschaftlerin – einander kommentieren läßt, wird zum Abschluß unseres
Bandes eine Konvention des wissenschaftlichen Schreibens – nämlich die Trennung
von produzierender und analysierender Instanz – bewußt gestört.
Im Oxford English Dictionary sind die Bedeutungen von »to disturb« wie folgt
angegeben: »to throw into disorder«, »to agitate and destroy (quiet, peace, rest);
to break up the quiet, tranquility, or rest of (a person, a country, etc.); to
stir up, trouble, disquiet«. Diese Definition von Störung – der Ordnung, von
Ruhe, der Stabilität, des Friedens – scheint vorwiegend negative Konnotationen
zu haben. Allerdings ergeben sich diese negativen Konnotationen aus der
positiven Wertung dessen, was gestört wird. Die negative Bewertung der Störung
hängt davon ab, daß das, was gestört wird, nur im ungestörten Zustand wertvoll,
nutzbringend und/oder erstrebenswert ist. Was aber, wenn die Ordnung, die
gestört wird, nur für manche Subjekte, die ihr unterworfen sind, wünschenswert
ist? Was, wenn die Ruhe nur durch Ruhigstellung zustande kommt? Was, wenn die
Stabilität um den Preis des Ausschlusses erkauft ist? Mit unserem Band
Disturbing Bodies hoffen wir, jenen Formen der Störung von Körpern oder durch
Körper Aufmerksamkeit zu verschaffen, die einen positiven Effekt, eine
Dynamisierung, eine Pluralisierung, ein Aufbrechen von Hegemonien, ein
Infragestellen von scheinbar natürlich Gegebenem und durch Tradition zur Norm
Versteinertem auslösen. Das OED liefert noch weitere Definitionen von »to
disturb«: »to agitate mentally, discompose the peace of mind or calmness of (any
one); to trouble, perplex«, »to interfere with the settled course or operation
of; to put out of its course; to interrupt, derange, hinder, frustrate«, »to
hinder by interference«. Wieder sticht zunächst das destruktive Potential ins
Auge. Doch mit dem vorliegenden Buch möchten wir auch hier die implizite
produktive Kraft der Ver/Störung in den Vordergrund stellen. Disturbing Bodies
kann hoffentlich dazu beitragen, interdisziplinäre Diskussionen in Gang zu
bringen, »Ruhe« im Sinne von Stagnation in Bewegung des Denkens zu verwandeln
und disziplinengebundenen Traditionen entstammende Klischees zu stören.
Literatur
Bérubé, Michael/McRuer, Robert (2006), Crip Theory: Cultural Signs of Queerness
and Disability, New York.
House M.D. created by David Shore, produced by: Heel and Toe Films, Shore Z
Productions and Bad Hat Harry Productions in association with Universal Media
Studios.
Kraß, Andreas (erscheint 2008), »Camouflage und Queer Reading: Methodologische
Überlegungen am Beispiel von Hans Christian Andersens Märchen Die kleine
Meerjungfrau«, in: Anna Babka/Susanne Hochreither (Hg.), Queer Reading in den
Philologien: Modelle und Anwendungen, Göttingen.
Müller, Roland (2005), »Durch den Körper in 25 Tagen«, in: Die Zeit 28 (07.07.),
S. 36.
Sawyer, Pete (2005), »Model of Disruption«, in: Amsterdam Weekly (13.07.), S. 5.
Websites
http://www.bbc.co.uk/science/humanbody/body/interactives/3djigsaw02/index.shtml
(28.03.2008).
http://www.e-anatomy.org (28.03.2008).
http://www.webmd.com (25.03.2008).
http://www.kress.de/cont/quoten.php (29.03.2008).
http://www.asahi-net.or.jp/~tj2m-snjy/eng/epolicy.htm (29.03.2008).
http://www.asahi-net.or.jp/~tj2m-snjy/eng/epolicy.htm (29.08.2007).
http://www.beperkthoudbaar.info/ (20.03.2008).
http://www.target-human-rights.com/ (18.03.2008).
Danksagung
Zunächst gilt unser Dank den Institutionen ohne deren finanzielle Unterstützung
weder die Vortragsreihe Disturbing Bodies, noch der Workshop Bend It Like Gender
noch die auf beiden aufbauende Publikation dieses Bandes zu verwirklichen
gewesen wäre. Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt hat Geld aus den
Mitteln zur Förderung von Frauen- und Genderforschung zur Verfügung gestellt,
und das Institut für England- und Amerikastudien hat die Gegenfinanzierung
übernommen. Wir danken sowohl den Mitgliedern der Auswahlkommission als auch dem
Direktorium des IEAS für Vertrauen und Unterstützung. Des Weiteren danken wir
den Herausgeberinnen der Frankfurter Kulturwissenschaftlichen Beiträge, Gisela
Engel und Susanne Scholz, sowie dem wissenschaftlichen Beirat für Bereitschaft,
unseren zweisprachigen Band, der vorwiegend Nachwuchswissenschaftler/innen
versammelt, in ihre Reihe aufzunehmen. Besonderer Dank gilt Merit Esther Engelke,
die mit ihrer »Schlangenfrau« der Vortragsreihe ein wunderbares Logo und dem
Band ein hervorragendes Titelbild beschert hat. Raul Gschrey danken wir für die
Gestaltung der Flyer und Poster für die Vortragsreihe. Schließlich danken wir
Nina Holst für die Formatierung des Manuskripts und Nicola Dropmann für die
Korrekturlektüre – beides zeitaufwändige und nervenaufreibende Arbeiten, die mit
Bravour erledigt wurden.
Frankfurt, im März 2008
Sylvia Mieszkowski und Christine Vogt-William
___________________________________
[1] http://www.bbc.co.uk/science/humanbody/body/interactives/3djigsaw02/index.shtml.
[2] http://www.e-anatomy.org.
[3] http://www.webmd.com.
[4] http://www.kress.de/cont/quoten.php.
[5] Für den 25.03.2008 hält der Quotenticker des Kress-Reports fest: »Den Tagessieg holte sich RTLs Dr. House, der mit 4,34 Mio Werberelevanten (14–49 Jährige, sm) die höchste Zuschauerzahl seit vergangenem November erreichte.« Das Quotenbarometer gibt den Marktanteil dafür mit 32,3 % an. http://www.kress.de/cont/quoten.php.
[6] House, 3. Staffel, »Sandkastenspiele« (engl. Original »Lines in the Sand«): 04 0:17:57–0:18:23.
[7] Sawyer, S. 5.
[8] Die Website der Kompanie gibt über die Etymologie des Namens »Taihen« Aufschluß, der von der Gründerin Manri Kim im Sinne von »Metamorphose« verstanden wird. http://www.asahi-net.or.jp/~tj2m-snjy/eng/epolicy.htm.
[9] Der Titel bezieht sich auf eine japanische Kommune, in der sich, in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, Menschen mit zerebralen Lähmungen, isoliert vom Rest der Welt, eine eigene Gemeinschaft aufgebaut hatten.
[10] Müller, »Durch den Körper in 25 Tagen«, in: Die Zeit 28/2005, einzusehen unter: http://www.zeit.de/2005/28/Durch_den_Koerper_in_25_Tagen.
[11] http://www.asahi-net.or.jp/~tj2m-snjy/eng/epolicy.htm.
[12] Diese Formulierung findet sich in den Niederlanden auf verderblichen Lebensmitteln und bedeutet wörtlich übersetzt »begrenzt haltbar«. Im Kontext des Films bezieht sie sich jedoch auf das von der Schönheitsindustrie immer niedriger festgesetzte »Verfallsdatum« weiblicher Attraktivität. Der Film ist mittlerweile im Handel erhältlich, aber auch online verfügbar unter: http://www.beperkthoudbaar.info/. Dort finden sich auch Informationen zu den politischen Aktionen.
[13] Mittlerweise hat der Jurist Martin de Witte den Fall übernommen und die Gründung einer Stiftung angeregt, die sich darauf vorbereitet, einige Kosmetikfirmen wegen »irreführender Reklame« zu verklagen, die Anti-Faltencrèmes mit dem Versprechen bewerben, die Produkte stoppten den Alterungsprozeß der Haut.
[14] Die Menschenrechtsorganisation Target berichtete 2006, das Verbot gegen die Genitalbeschneidung in Ägypten sei durch die Unterzeichnung des Großmuftis rechtsgültig: http://www.target-human-rights.com/.
[15] Gemeint sind in diesem Kontext menschliche Körper, die eine Einheit mit Maschinen (Herzschrittmachern, artifiziellen Implantaten oder Prothesen) bilden.
[16] Als ein Indikator des aktuellen Interesses in dieser Richtung mag der Erfolg der Fernsehserie Six Feet Under gelten. Ein anderes Indiz ist die Publikumswirksamkeit der fünf Mumien-Ausstellungen der Saison 2007/08 in Mannheim (Reiss-Engelhorn-Museen, »Mumien – Der Traum vom ewigen Leben«), Stuttgart (Landesmuseum Württemberg, »Ägyptische Mumien«), Wien (Museum für Völkerkunde, »Tutanchamun und die Welt der Pharaonen«), Zürich (Toni Areal, »Tutanchamun«) und Greenwich (The O2, »Tutankhamun and the Golden Age of the Pharaohs«).
[17] Außer den Herausgeberinnen waren im Wechsel Britta Schneider und Sissy Helff an der Organisation beteiligt.
[18] Der entsprechende Artikel erscheint 2008: Andreas Kraß, »Camouflage und Queer Reading.«
[19] Crip Theory lautet der Titel einer einschlägigen Publikation von Michael Bérubé und Robert McRuer. Mit dem Terminus crip wird für das Wort »cripple« jene Umwertung von abwertender Fremdbeschreibung als hate speech in positive Selbstbeschreibung anstrebt, die bei »queer« gelungen ist.