Zum Inhalt
Wertschöpfungsketten sind die Basis der Unternehmensgestaltung, denn sie definieren Kapazitäten, Ressourcen und Potentiale, die es zu erkennen und umfassend zu nutzen gilt. Klassische Wertschöpfungsketten beziehen sich dabei auf Unternehmen, die Produkte erstellen, und zwar auf die Prozessstufen im Workflow, der heute sowohl innerhalb als auch außerhalb der Unternehmensgrenzen in differenzierten Arbeitsprozessen nahezu vollständig automatisiert erfolgt. Integration ist dabei das Schlagwort der Zukunft, wenn es darum geht, die Produkterstellung und -fertigung in einen nahtlosen Herstellungsprozess über alle Fertigungsstufen hinweg zu überführen. Eine Vernetzung der Produktionslogistik spielt in der globalisierten Wirtschaft eine entscheidende Rolle in der Optimierung der Geschäftsprozesse.
Mit Hilfe einer neuen Technologie wird es möglich, intelligente Produkterkennungs- und -identifizierungssysteme zu entwickeln, die alle beteiligten Informationssysteme integrieren: Die Funktranspondertechnologie RFID, bei der Informationen direkt auf einem Produkt angebracht und auch über große Entfernungen hinweg abgerufen werden können. Damit findet Wertschöpfung nicht nur materiell im Produktionsprozess statt, sondern definiert sich auch im immateriellen Bereich des Wissens- und Erfahrungsmanagements, schließlich wird die ein Produkt begleitende Information im Prozess des Workflows stetig angereichert und bildet damit selbst eine Wertschöpfungskette.
Außerdem ermöglicht die neue Technologie zur Objektbegleitung eine Erweiterung des klassischen Anwendungsgebietes über die Kennzeichnung von Waren und Gütern im Produktionsprozess hinaus: Neben Produkten und ihren Bauteilen können auch Personen als Objekte definiert werden. Eine Kennzeichnung von Personen oder Personengruppen macht sich im Bereich großer Personenströme und -bewegungen ebenfalls als ein Einsatzfeld notwendig, zum Beispiel in der Abfertigung von Passagieren an Flug- oder Seehäfen, in der Koordination von Patienten in der medizinischen Versorgung und in der Erfassung von Besuchern im Tourismus. Eine kundenorientierte Lenkung und Leitung von Bewegungsdaten hilft, auch in diesen dienstleistungsorientierten Bereichen Optimierungen vorzunehmen. Dabei treten Daten, die das Objekt - also sowohl ein technisches als auch ein menschliches - begleiten, in völlig unterschiedlichen Umgebungen auf, sie präsentieren sich in zeitlich und räumlich ständig variierenden, hochdynamischen Zusammenhängen.
Vor dem Hintergrund der Technologie der „Radio Frequency Identification“ (RFID) und der Nutzung der damit verbundenen Vorteile ihrer Anwendung sind deshalb vorab Fragestellungen an die Datenhaltung in den typischerweise dezentralen Informationssystemen und weitere zahlreiche Voraussetzungen verbunden, die in dieser Arbeit untersucht werden sollen. Insbesondere steht die Frage im Mittelpunkt, welche Daten und Datenbewegungen in diesen Bereichen anfallen können und wie sich diese repräsentieren, in welchen Zusammenhängen welche Merkmale und Eigenschaften der Daten als Ausprägungen hervortreten, und welche Art des Zugriffs auf diese Daten und Datenströme wann, durch wen und in welchem Zusammenhang wo erfolgen kann. Dazu ist es erforderlich, zwei der Anwendungsgebiete herauszugreifen und hinsichtlich dieser Fragestellungen zu analysieren. Die der Analyse der Beispielanwendungen zugrunde liegende Untersuchungsmethodik lässt sich aufgrund ihres abstrahierenden Charakters zu einem Modell verallgemeinern. Sie bildet damit ein Instrumentarium, das es gestattet, vor jeder Anwendung der komplexen Technologie eine Übersicht über die mit dem Datenobjekt assoziierten Datenströme zu erhalten, um für Sicherheits- und Schutzanforderungen und -bestimmungen, aber auch für die Entwicklung und Gestaltung dieser Informationssysteme eine ausreichende Erfahrungs- und Auskunftsgrundlage zu besitzen.
Abstract
Creating value is the basis of modern entrepreneurship for it defines capacities, resources and potentials to be recognized and used. Traditional supplay chain management is a method mostly found at enterprises in production processes where workflows are controlled in almost complete automatisation – at present, inside the firm as well as outside.
The key concept of the future is integration. Integration means networking in production and supply chain processes. These integrated supply chain concept from supplier to customer plays an important role in optimizing business processes, especially in logistics because of the wordwide access to and use of global resources.
The focus, at present, is on a new technology which allows to develop and construct new recognition systems for products and product components via radio frequency identification (RFID). These technology makes possible to integrate all participating information systems based upon small and smart tags to be recognized and identified via calling over distances and through a number of materials with the help of electro-magnetic fields.
With the premise, that these information tags accompanying the production process are also a kind of basis for transfer experiences over the whole workflow, not only material value with composing products from product components is generated, but also an immaterial value, used in knowledge management for future processes.
Providing that these identification systems with mobile radio tags can not only be used at products or technical components, but also in human transfer processes with change of local position, a completely new aspect requires an attention: Large flow of persons, e.g. at airports, in stadiums, in tourist activities and also at hospitals, may require a procedure to coordinate all persons as customers with special needs. These fields of services are characterized by highly dynamic features.
Using Radio Frequency Identification in the field of coordinating human activities requires new standards in using masses of data, especially for the question of administrating data in all associated components and devices that – entirely – form de-centralized information systems with access from different sources. Furthermore, the manifold applications of RFID evolve new features of data in the components, systems and devices. The challenging question is conjoined with prerequisites of accessibility, representation, use and change of data, and is considered to be the key question for this research.
Therefore, it was necessary to examine two examples of application in the field of accompanying human activities – one in the field of event management, the other one in the sector of tourism – to have a broad illustration of how data is managed and coordinated. The analyses include the abstraction of data flow in these applications by modelling scenarios for all possible applications, and then to deepen into the contextual and situational features of information and data. With this special method a new instrument for the evaluation the complex technological features is given that allows to have an exact insight, which data appears and performs in which context, with what different features and how is access and change managed within the components, systems and
devices.
With this method, a contribution for evaluation data safety and data security with regard to future modelling, design and implementation of information systems is evolved.
|