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Bichler, Karl-Horst:

“Der Preußisch-Österreichische Krieg in Böhmen 1866”

2009, zahlr., teils farb., Abb., Hardcover, 580 S., mehr als 300 Abb. u. Karten, überwieg. farbig, ISBN 978-3-89626-661-3, 129,80 EUR

 

Klappentext

Der Preußisch-Österreichische Krieg von 1866 um die Vormachtstellung in Deutschland (Einigungskrieg) war von großer politischer Bedeutung. Er entsprang letztlich dem über lange Zeit währenden Preußisch-Österreichischem Dualismus. Sein Ergebnis führte zu einer erheblichen Kräfteverschiebung im damaligen Europa. Nicht minder einflussreich und bestimmend zeigten sich die militärischen, technischen und taktischen Gegebenheiten für den folgenden Krieg gegen Frankreich. Insgesamt war man sich zu Beginn des Krieges einig, dass das kleinere Preußen gegen die militärische Großmacht Österreich keine Chance hat. Militärtechnisch bestand allerdings eher ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Kriegsgegnern: Bei den Österreichern eine starke Artillerie, bei den Preußen eine modern bewaffnete Infanterie. Den Sieg errang Preußen aber wohl in der Hauptsache infolge der besseren militärischen Führung, Ausbildung seiner Truppen und nicht zuletzt auch durch den Vorteil der einheitlichen Volkszugehörigkeit der Armee (Sprache!).
Die große Zerstörungskraft der verschiedenen Waffensysteme und ihre Massierung, speziell der Artillerie auf österreichischer Seite bzw. der preußischen Infanteriewaffe (Zündnadelgewehr) führten zu schweren Verlusten beider Seiten. Die antiquierte österreichische Gefechtsführung mit der stereotyp angewandten Stoßtaktik und den Massenangriffen forderte deutlich größere Opfer als beim Gegner (5:1). Die etwa zehn Stunden dauernde Entscheidungsschlacht führte zu einer so großen Zahl Verwundeter, vor allem Österreicher, dass deren Versorgung nahezu unmöglich war. Diese humanitäre Katastrophe konnte durch die immerhin seit 1864 bestehende Genfer Konvention nicht gemildert werden, da Österreich und Sachsen nicht zu den Signatar­staaten gehörten.
Neben dem Kriegsverlauf, der Strategie, dem taktischen Vorgehen beider Armeen, der Bewaffnung u. a. beschreibt dieses Buch vor allem das Sanitätswesen und sein fast aussichtsloses Bemühen, die in kürzester Zeit entstandene große Zahl von Verwundeten zu versorgen.

Inhalt

Geleitwort
Kurt-Bernhard Nakath

Geleitwort
Kai Uwe Tapken

Vorwort

I. Einleitung
Politische Entwicklung
Die gegnerischen Mächte (Preußen, Österreich und Sachsen)
Strategische Pläne beider Kriegsparteien

II. Kriegsverlauf
Standorte der Armeen, Mobilmachung und Aufmarsch
Einmarsch der preußischen Armeen in Sachsen und Böhmen
Die ersten Kampfhandlungen nach dem Einmarsch
der 1. preußischen Armee und der Elbarmee in Böhmen
Hühnerwasser und Liebenau am 26. Juni
Podol am 26./27. Juni
Münchengrätz-Muskyberg am 28. Juni
Die Gefechte der I. Preußischen Armee auf dem Vormarsch
nach Gitschin
Podkost am 28./29. Juni
Priwysin am 29. Juni
Unter-Lochow am 29. Juni
Gitschin am 29. Juni
Die Gefechte der 2. preußischen Armee nach dem Einmarsch
in Böhmen
Gefechte des V. und VI. Armeekorps
Das V. Armeekorps bei Nachod am 27. Juni
Das V. und VI. Armeekorps bei Skalitz am 28. Juni
Gefecht des I. Armeekorps bei Trautenau am 27. Juni
Gefechte des Gardekorps
Burkersdorf am 28. Juni
Alt-Rognitz/Rudersdorf am 28. Juni
Die Entwicklung des Kriegsgeschehens in der Zeit
vom 28.–29. Juni im Frontbereich der 2. Preußischen Armee
Konzentration der österreichischen Nordarmee
in der Höhenstellung bei Dubenetz 29./30. Juni
Königinhof am 29. Juni
Schweinschädel am 29. Juni
Von Dubenetz nach Königgrätz
Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866
Die 1. Preußische Armee vor Sadowa-Königgrätz am 3. Juli
Der Kampf um den Swiep-Wald
Gefechte der Elbarmee am rechten Flügel der preußischen Armee
Vormarsch der 2. preußischen Armee am Morgen des 3. Juli
Die Verhältnisse an der rechten österreichischen Flanke
in den Mittagsstunden des 3. Juli
Der Angriff der 2. preußischen Armee auf die österreichische
rechte Flanke am 3. Juli
Letzte Rückeroberungsversuche von Chlum durch die Österreicher
Der Schlachtverlauf am Nachmittag des 3. Juli vor Königgrätz
Reiterschlacht
Österreichische Artillerielinie
Rückzug der österreichischen Nordarmee
Gefecht bei Tobitschau am 15. Juli
Gefecht um Pressburg/Blumenau am 22. Juli
Waffenstillstand
Friedensschluss

III. Faktoren der Kriegsführung beider Mächte
Führungsinstrumente der preußischen und
österreichischen Armee im Kriege 1866
Generalstab
1. Preußen
2. Österreich
Telegraphie
Gliederung und Bewaffnung (Infanterie, Artillerie, Kavallerie)
1. Preußische Armee
2. Österreichische Armee
3. Sächsische Armee
Technik und Wirkung der Feuerwaffen
Gewehre
Geschütze
Gefechtsführung
Transport und Versorgung

IV. Militärsanitätswesen im Kriege von 1866
Genfer Konvention
Das preußische Militärsanitätswesen im Krieg von 1866
Organisationsstruktur und Arbeitsweise des Preußischen Feldlazarettwesens
Freiwillige Krankenpflege
Die Aufgaben und Leistungen des preußischen Sanitätsdienstes
Sanitätsversorgung durch die preußische Armee am 3. Juli
während der Hauptschlacht und den unmittelbar darauf
folgenden Stunden und Tagen
Organisation der österreichischen Militärsanität im Kriege von 1866
Leistungen des österreichischen Militärsanitätsdienstes
Löfflers Schlussfolgerungen aus den Erkenntnissen
des Feldzuges von 1866 in Böhmen Verletzungen im Kriege 1866
Verletzungsformen durch die verwendeten Infanteriegeschosse
und Artilleriegranaten bzw. Hieb- und Stichwaffen

Besonderheiten der Schuss- bzw. Splitterverletzungen
an verschiedenen Geweben und Organen
Behandlung der Verwundeten auf dem Schlachtfeld bzw.
den Verbandplätzen und Feldlazaretten
Operative Versorgung von Verletzungen
Cholera-Erkrankungen während des Krieges 1866 in Böhmen

V. Literatur

VI. Glossar und Abkürzungen

VII. Anhang
1. Der Feldzug in Italien 1866
2. Der Feldzug in West- und Süddeutschland 1866
3. Verteilung der Artillerieverbände der preußischen Ostarmee
4. Verteilung der österreichischen Armee auf die
Landes-General-Kommandanturen 1866
5. Übersicht der Truppen der kaiserlich-königlichen Armee
nach Nationalitäten
6. Truppenführer im Kriege von 1866 (Böhmen)
7. Genfer-Konventions-Artikel
8. Vom Johanniter-Orden betreute Verbandplätze bzw.
Lazarette im Kriege 1866
9. Ortsnamen Deutsch – Tschechisch
10. Bildnachweis