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Schöck-Quinteros, Eva / Streubel, Christiane  (Hg.)

"Ihrem Volk verantwortlich". Frauen der politischen Rechten (1890–1933).
Organisationen – Agitationen – Ideologien

trafo verlag 2007, [= Schriften des Hedwig-Hintze-Instituts Bremen, Band 9], 350 S., zahlr. Dok. und Abb., ISBN 978-3-89626-302-5, 42,80 EUR

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Schöck-Quinteros, Eva / Streubel, Christiane (Hrsg.)

'Ihrem Volk verantwortlich'. Frauen der politischen Rechten 1890–1937. 
Organisationen – Agitationen – Ideologien

trafo verlag 2005, ca. 250 S., geb., ISBN 3-89626-302-1, 49,80 EUR

 

Inhalt

 

 

Eva Schöck-Quinteros/Christiane Streubel

Einleitung

 

Christiane Streubel

Frauen der politischen Rechten in Kaiserreich und Republik.

Ein Überblick und Forschungsbericht

 

Andrea Süchting-Hänger

Politisch oder vaterländisch? 

Der Vaterländische Frauenverein zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik

 

Claire Venghiattis

Conflict over Women's Patriotic Activism

Gender Relations and the German Colonial Movement during the Kaiserreich

 

Ute Planert 

Mutter und Volk.

Vom Antifeminismus zur völkischen Bewegung

 

Nancy R. Reagin

Nationale Hausarbeit?

Bürgerliche Hausfrauen und konservative Politik in der Weimarer Republik

 

Raffael Scheck

Die Partei als Heim und Familie.

Frauen in den Ortsvereinen der Deutschnationalen Volkspartei und Deutschen Volkspartei in der Weimarer Republik

 

Julia Sneeringer

„Frauen an die Front!“

 The Language of Kampf in DNVP Women's Propaganda 1918-33

 

Eva Schöck-Quinteros

„Unser Kampfplatz ist die Familie“

Der Königin-Luise-Bund (1923-1934)

 

Christiane Streubel

„Eine wahrhaft nationale Frauenbewegung“.

Völkisch-nationale Feministinnen in der Weimarer Republik

 

Kirsten Tiedemann

Eine deutsche Karriere.

Nanna Conti, Reichs-Hebammenführerin

 

Quellenanhang

Zusammengestellt und kommentiert von Eva Schöck-Quinteros

 

Vorwort

Anfang Februar 1926 erschien in der Berliner Börsenzeitung ein Artikel, in dem die Berechtigung des Wahlrechts für Frauen grundsätzlich in Frage gestellt wurde. Annagrete Lehmann, zum rechten Flügel der Deutschnationalen Volkspartei gehörende, langjährige Abgeordnete des Preußischen Landtages, wehrte diesen Angriff scharf ab und erklärte, dass Frauen – Berufstätige ebenso wie Hausfrauen oder Mütter – "ihrem Volk verantwortlich" seien. Das deutsche Volk könne nur zu alter Stärke zurückkehren, wenn die politische Beteiligung von Frauen sichergestellt sei. Der Artikel von Lehmann, veröffentlicht am 15. April 1926 in der illustrierten Zweiwochenschrift Die Deutsche Frau, bringt die Problemstellung des vorliegenden Bandes auf den Punkt: Einschneidende Prozesse des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, wie die Fundamentalpolitisierung im Deutschen Kaiserreich, der Erste Weltkrieg, der politische Umbruch von 1918/19 und die Krisen der Republik, führten zu einer Mobilisierung von Millionen Frauen für politische Fragen. Gerade unter weltanschaulich rechts orientierten, konservativen, völkischen und radikal nationalistischen Frauen entstand ein leidenschaftliches Interesse, zur aktuellen politischen Lage öffentlich Stellung zu nehmen. Ihre Partizipation wurde im rechten Lager immer wieder kritisiert und abgelehnt, so dass Aktivistinnen permanent auf der Suche nach Bündnispartnern waren und ihre politische Arbeit angelehnt an das Sagbare ihrer Zeit legitimieren mussten. Dennoch waren Parlamentarierinnen, Journalistinnen und Vereinsaktivistinnen mehr und mehr an den politischen Debatten der Rechten beteiligt, vor allem nach der Einführung des Frauenwahlrechts im November 1918, als es notwendig wurde, Wählerinnen für rechte Parteien zu werben.

Der vorliegende Band dokumentiert den Anteil von Frauen an Organisationen, Agitationen und Ideologien des rechten Spektrums in der Zeit von 1890 bis 1933. Die Autorinnen und der Autor untersuchen Organisationen wie den Vaterländischen Frauenverein (Andrea Hänger), den Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft (Claire Venghiattis) und den Bund Königin Luise (Eva Schöck-Quinteros), betrachten den Aktivismus rechter Frauen in der Wahlpropaganda (Julia Sneeringer) und an der Parteibasis (Raffael Scheck) und fragen schließlich nach Ordnungsentwürfen auf den Gebieten der Konsumpolitik (Nancy Reagin) und der Geschlechterverhältnisse sowie nach dem Stellenwert von Frauen in völkischen (Ute Planert) und neuen nationalistischen Strömungen (Christiane Streubel). Ausgehend von einem Plädoyer für einen intensiven, umfassenden Dialog zwischen Allgemeiner und Geschlechter-Geschichte verortet der einführende Aufsatz die Beiträge in zentrale Forschungsdebatten zur politischen Rechten.

Der Band enthält außerdem eine Dokumentation ausgewählter, für die Argumentation der Beiträge wesentlicher Quellen. Zeitgenössische Texte zu Organisationen, Agitationen und Ideologien rechter Frauen sind meist nur in Archiven und in wenigen Bibliotheken überliefert. Für die Lehre sind sie nur umständlich und unter hohem Zeitaufwand zu beschaffen, weshalb einige Quellen in diesem Band als Nachdrucke von Originalen oder als Abschriften zugänglich gemacht werden.

Bei den Autorinnen und dem Autor aus den USA und Deutschland, aber auch bei unserem Verleger Wolfgang Weist bedanken wir uns für ihre Geduld, als sich die Herausgabe des Bandes zu einer never ending story zu entwickeln drohte. Einen unverzichtbaren Beitrag zum positiven Gelingen des Bandes leistete Christine Bartlitz mit der sorgfältigen Redaktion der Aufsätze und Quellen.

Eva Schöck-Quinteros und Christiane Streubel

Bremen und Bielefeld im April 2007

 

 

Inhalt

Vorwort 7

 

Forschungen zur politischen Rechten Allgemeine Geschichte und Geschlechterforschung im Dialog 9

Christiane Streubel

 

Politisch oder vaterländisch? Der Vaterländische Frauenverein zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik 57

Andrea Hänger

 

Conflict Over Women’s Patriotic Activism Gender Relations and the German Colonial Movement During the Kaiserreich 87

Claire B. Venghiattis

 

Mutter und Volk Vom Antifeminismus zur völkischen Bewegung und zum Nationalsozialismus 109

Ute Planert

 

Nationale Hausarbeit? Bürgerliche Hausfrauen und konservative Politik in der Weimarer Republik 131

Nancy R. Reagin

 

Die Partei als Heim und Familie Frauen in den Ortsvereinen der Deutschnationalen Volkspartei und Deutschen Volkspartei in der Weimarer Republik 153

Raffael Scheck

 

"Frauen an die Front!" The Language of "Kampf" in DNVP Women’s Propaganda 1918–33 177

Julia Sneeringer

 

"Eine wahrhaft nationale Frauenbewegung" Antidemokratinnen in der Weimarer Republik 199

Christiane Streubel

 

Der Bund Königin Luise. "Unser Kampfplatz ist die Familie …" 231

Eva Schöck-Quinteros

 

 

Quellenanhang 271

Autorinnen und Autor 331

Abkürzungsverzeichnis 335

Personenregister 337

 

 

 

Personenregister

 

Anita Augspurg 190

Augusta Marie Luise Katharina von Sachsen-Weimar-Eisenach 57

Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg 31, 60, 62, 65, 67, 73, 78, 83, 155, 161, 247f.

Adolf Bartels 126f.

 

Gertrud Bäumer 76, 88, 97

Käte Bayer 42

August Bebel 193

Gertrud Becker 165

Margarete Behm 181, 184, 187, 192

Diego von Bergen 260

Vera von Bergen (geb. von Dirksen) 260

Otto von Bismarck 31, 122, 155, 181

Wilhelm von Bodelschwingh 28

von Bogendörffer 258

Elisabet Boehm 15, 42, 45, 133, 135

Max Hildebert Boehm 45f.

Maria von Bonin 40

Hannah Brandt 205

Lili Braun 138

Margarethe Braunert 165

Ruth Bré 284

Gertrud von Bredow 135

Ludwine von Broecker 205

Heinrich Brüning 79

Friedrich Brunstädt 316

Walter Buch 266ff.

Gerhard von Buchka 94

Marie-Therese von Buddenbrock (verw. von Wietersheim, geb. von Colmar) 240, 257f.

Marie von Bunsen 63

Friedrich Burgdörfer 266

 

Cäcilie Auguste Marie zu Mecklenburg-Schwerin 32, 73f., 241, 256

Minna Cauer 93ff.

Elisabeth Cimbal 165ff.

Carl Eduard von Coburg 81

 

Therese Deutsch 159

Guida Diehl 17, 42

Louise Diehl 147

Marie Diers 45, 109-112, 116ff., 122-126

Rosa Dürr 240, 258

Konrad Dürre 256

Theodor Duesterberg 225, 235, 237, 263ff., 324

 

Friedrich Ebert 75, 189

Andrea Ellendt 42

Emma Ender 215, 221

Sonny von Engelbrechten 253

 

Michael Kardinal von Faulhaber 316

Bernhard Frantz 242

Hans Freyer 45

Wilhelm Frick 80, 266

Milka Fritsch 168

Theodor Fritsch 27, 42, 47, 127

Else Frobenius 25

Marie Fröhlich 205

 

Franziska von Gaertner (geb. Zawadzky) 232-235, 238, 240f., 244, 246-250, 255f., 258, 263, 265

Rudolf von Gaertner 246

Margarete Geffers 240

Günter Gereke 37

Anna von Gierke 43

Heinrich von Gleichen 36, 214

Joseph Goebbels 179, 246

Friedrich Gogarten 47

Rüdiger von der Goltz 258

Gustav Goes 266

Lisa von Goessel 253, 258

Johann Wolfgang von Goethe 122, 288

Lydia Gottschewski 266f.

Agnes von der Groeben 62, 66, 76ff., 82, 182, 271, 274

Clotilde von der Groeben 160f.

Selma von der Groeben 26, 40

Gräfin Wilhelm von der Groeben (siehe Agnes von der Groeben)

Hans Friedrich Karl Günther 256, 266

 

Charlotte von Hadeln 4, 232f., 235, 238, 240ff., 244ff., 255f., 258f., 261-268, 273, 326, 329f.

Ilse Hamel 35f., 77, 204f., 207, 211, 221, 223, 273, 316

Elisabeth Hancke 113, 121

Gesine Hanssen 240, 254

Elisabeth Haßlinks (vermutlich Pseudonym von Elisabeth Hancke) 271, 283

Gertrud von Hatten 91

Willibald Hentschel 123

Johann Gottfried Herder 288

Emilie Hergt 72

Oskar Hergt 72

Olga Herschel 169

Rudolf Heß 267f.

Marie von Heydebrand 40, 42

Hedwig Heyl 16, 88f., 96-104, 106f.

Bertha Hindenberg-Delbrueck 135, 137, 149

Paul von Hindenburg 23, 65, 75, 79f., 82, 143, 155, 159, 252, 257, 264, 316

Adolf Hitler 80, 127, 195, 246, 264ff.

Minna Hölzel 165

Cornelie Hoetzsch 72, 81

Otto Hoetzsch 72, 81

Ricarda Huch 318

Alfred Hugenberg 30, 37ff., 127, 195, 204, 206, 225, 265

Ernst Hunkel 123

Margarete Hunkel 122f.

 

Charlotte von Itzenplitz 58, 62

Johann Albrecht zu Mecklenburg 95f., 98, 101ff.

Edgar Julius Jung 36, 200, 211

Ernst Jünger 45, 200

 

Wilhelm Kahl 316

Gustav Ritter von Kahr 316

Anni Kalähne 162, 245

Clara Kaltheuner 240, 268

Wolfgang Kapp 72

Agnes Karll 63

August Keim 35, 47

Lilly von Keiser 240, 258

Rose Kempf 316

Walther von Keudell 37

Ellen Key 283

Margarete von Keyserlingk 78, 135, 215, 221

Auguste Kirchhoff 231, 265

Alexandra Kollontai 138

Benedikt Kreutz 68, 73

Bogdan Krieger 73

Bertha von Kröcher 40

Lenore Kühn 35, 77, 135, 185f., 195, 204, 223, 329

Philaletes Kuhn 13

Bernhard Kummer 223

Ewald Kürten 256

 

Maria Laeger 240, 256

Walther Lambach 37

Annagrete Lehmann 7, 263

Wladimir I. Lenin 193

Theodor Leutwein 93

Karl Liebknecht 190

Adda von Liliencron 94ff., 98, 271, 279, 282

Helene Lilienthal 240

Herta Lübbeke 240

Mathilde Ludendorff (geb. von Kemnitz) 42, 47f.

Luise Auguste Wilhelmine Amalie zu Mecklenburg (Königin Luise) 31f., 155, 232, 235f., 243, 247f., 251, 324

Luise Marie Elisabeth von Preußen 57, 251

Martin Luther 122

 

Adelheid Mann 240

Eberhard von Medem 259, 273, 326, 328

Ida von Meerheimb 121

Clara Mende 150, 165, 272, 300

Paul Julius Möbius 110, 113

Arthur Moeller van den Bruck 29, 36, 46, 200, 213f., 220, 320

Angiola Moretti 327

Lina Morgenstern 134

Elhard von Morozowicz 261ff., 328

Charlotte Mühsam-Werther 135

Clärchen Müller 16

Paula Mueller-Otfried 38, 77f., 181, 184, 186, 192, 196

Benito Mussolini 259f., 327f.

 

Gneomar von Natzmer 244f.

Friedrich Naumann 111

Heinrich Netz 242

Marie Netz 231ff., 235-238, 240-246, 251ff., 264f., 268, 273, 321, 323, 327, 330

Maja Neumann 240

Konstantin von Neurath 260, 265

Ellen Niemer 272, 299

Ilse-Charlotte Noack 159

 

Ernst Oberfohren 127

 

Clara Papendieck 161

Karl Paumgarten 190

Mathilde Plate 253

Alfred Ploetz 266

Margarete Pohle 240

Margarethe Poehlmann 168

Beda Prilipp 35f., 77, 204, 211

 

Pastor Regler 93

Else Reichenbach (siehe Else Sennewald)

Lore Reinhard 240

Marie Reinicke 237f., 240

Giuseppe Renzetti 259ff., 328

Ernst zu Reventlow 124, 126

Axel Ripke 35

Leonore Ripke-Kühn (siehe Lenore Kühn)

Sophie Rogge-Börner 42, 204, 213f., 219, 223

Käthe Rohmeder 272, 287, 294

Kathinka von Rosen 110, 113, 118, 122

Alfred Rosenberg 127

Asta Rötger 165

Friedrich Rückert 288, 321

Arnold Ruge 126

 

Toni Saring 205

Anna Schellenberg 110, 116, 121f.

Hertha Schemmel 213, 223

Käthe Schirmacher 26, 31, 35, 42, 47f., 184, 204, 206, 214, 225, 255, 273, 312

Hans Schlange-Schöningen 37

Otto Schmidt-Gibichenfels 127

Gertrud Scholtz-Klink 43, 82, 268

Walther Schotte 204

Bruno von Schuckmann 279

Martha Schwarz 196

Franz Seldte 261, 265

Elfriede Charlotte Semerak 240

Else Sennewald (geb. Reichenbach) 234, 236f., 241, 246, 252, 273, 330

Hedwig Seyfarth 240

William Shakespeare 284

Paula Siber 267

Oswald Spengler 200, 217

Elisabeth Stackmann 40

Eduard Stadtler 36, 213, 320

Wilhelm Stapel 45, 213

Dora Stiewe 258

Konrad Stiewe 258

Adolf Stoecker 34

Gustav Stresemann 154

Käthe Sturmfels-Becker 110, 112, 117f., 122

Ilse Szagunn 169f.

 

Theda Tappen 240f., 253

Auguste Theele 295

Daniela Thode 127

Magdalene von Tiling 33, 38f., 47, 181, 188, 191f.

Gottfried Treviranus 37

Evelina Trosdorf 253

Augusto Turati 326

 

Else Ulbrich 30, 165

Frau von Ulrich 258, 261

 

Jane Voigt 165

Martha Voß-Zietz 42, 131f., 135f., 272, 297f.

 

Richard Wagner 127

Siegfried Wagner 261, 263

Helene von Watter 261, 329

Marianne Weber 126

Anneliese von Wedel 240, 258f., 261, 268

Bernd von Wedel-Fürstensee 259, 261

Franziska Weiman 135, 138

Otto Weininger 110

Maria Werner 110, 112, 120

Emma von Westarp 40

Kuno von Westarp 30, 40

Pauline zu Wied 61f., 80ff.

Wilhelm II. 71, 143, 157, 189

Gertrud von Willich 205

Joachim von Winterfeldt-Menkin 71f., 74, 80ff.

Herman Wirth 223

Emma Witte 110, 122ff.

Margarethe Wolff 30