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Kühnel, Klaus:“Margareta Haak (1907–2001). Ich war eben eine Rädel” |
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[BzG – Kleine Reihe Biographien; Bd. 12] 2010, 77 S., ISBN 978-3-89626-283-7, 9,80 EUR |
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Klappentext:Namen sind Schall und Rauch, behauptet ein Sprichwort, aber das Leben der Margareta Haak beweist das Gegenteil. Als ihr Bruder Siegfried Rädel aus dem Ersten Weltkrieg kam, sich zur KPD bekannte und in der kleinen sächsischen Stadt Pirna Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates wurde, bekam das Mädchen erste Schwierigkeiten in der Schule. Mit Kommunisten wollte man hier schon damals nichts zu tun haben. Auch die Suche nach einer Lehrstelle scheiterte immer wieder aus politischen Gründen. Erst als Siegfried Rädel zum Betriebsrat einer Kunstseidenfabrik gewählt wurde, konnte auch seine Schwester dort unterkommen, aber die Arbeit wurde ihr kein Zuckerschlecken. Man ließ an ihr aus, was dem Bruder galt. Hoch betagt, kommentierte die Frau ihr damaliges Schicksal mit den Worten: „Ich war eben eine Rädel“. Noch schlimmer wurde es auch für sie, als die Nazis zur Macht kamen. Der Bruder, mittlerweile Reichstagsabgeordneter, musste emigrieren, fiel jedoch nach der Besetzung Frankreichs der Geheimen Staatspolizei in die Hände. Siegfried Rädel wurde vor den Volksgerichtshof gestellt und von dem berüchtigten Roland Freisler zum Tode verurteilt. Seine Schwester Margareta, inzwischen verheiratet, besuchte ihn kurz vor seiner Hinrichtung im Zuchthaus Brandenburg. 1985 erwies sich ihre Herkunft noch einmal als bestimmend für ihr Schicksal: Sie wurde Ehrenbürgerin von Pirna. Vorübergehend, denn der Stadtrat dort hatte 1995 beschossen, dass die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod endet. |