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trafo verlag, 268 S. mit mehr als 140, davon 40 farb., Abb., Softcover mit Klappen, ISBN 978-3-89626-275-2, 44,80 EUR
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Nie zuvor, und auch niemals danach, sollte es in Preußen eine interessantere militärische Formation geben als die »Langen Kerls von Potsdam«. Der eigenartige Mythos dieser Truppe lebt bis heute fort. Eine interessante Mischung aus Tatsachen und einem vielleicht historisch wahren Kern an Legendenbildung, sagenumwoben und doch real. Als erster Chronist modernerer Zeit konnte der Potsdamer Amtsgerichtsrat und Stadthistoriker Julius Haeckel im Jahre 1912 mit Einzelheiten zum berühmten Königs-Regiment aufwarten. In seinen Schilderungen offenbarte sich das Regiment, mit seiner alten Stammnummer 6, sozusagen als »Sechster Sinn« der preußischen Militärgeschichte. Damit entstand die erste ernstzunehmende Arbeit über die Langen Kerls, deren Recherchen aus vielen heute nicht mehr zugänglichen Quellen stammten. Der wichtigste Fundus jedoch, den einst auch Haeckel nutzte, befindet sich nach wie vor in den Beständen des Geheimen Preußischen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz (GStA PK). Hier ruhen riesige Bestände, teils mit noch unerforschtem Aktenmaterial, die sich auch auf die Sozialgeschichte der Langen Kerls beziehen. Ein Archiv mit ideellen Schätzen, ein Archiv als Erinnerungskultur zu den geschichtlichen Wurzeln Brandenburg-Preußens. Im Jahre 2003 konnte Jürgen Kloosterhuis, der Direktor des Geheimen Staatsarchivs, mit einem umfassenden Regestenband letzte Fragen zum Wohl und Wehe der Langen Kerls durchgehend beantworten. Im Jahre 2005 gab es, als natürliche Folge auf dieses Kompendium, im Schloß Königs Wusterhausen, der eigentlichen Keimzelle zu allem Großen, was sich Friedrich Wilhelm I. für Preußen hatte einst ausgedacht, die Ausstellung »Muster, Mythos, Maskerade«. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und das Staatsarchiv eröffneten damit gemeinsam die erste große Ausstellung zu einem bisher noch nie öffentlich aufbereiteten Thema. Die Einsicht, daß bei der Entwicklung Preußens die tiefgreifende Einbettung des Militärs in die gesellschaftlichen Strukturen den frühmodernen Staat ausmachte, hatte in einer ersten Sonderausstellung über die Langen Kerls Raum gegriffen. Der hier vorliegende Band stützt sich weitgehend auf die oben benannten Quellen und führt den Leser auf interessanten Pfaden in die längst vergessene Welt der Langen Kerls. In dem geplanten Folgeband unter dem Titel »Friedrich der Große und die Potsdamer Wachtparade« werden sich die Langen Kerls bei den Fußgarden Friedrichs II. wieder finden. In den Schlesischen Kriegen beweisen sie dann eindrucksvoll ihre Kriegstauglichkeit. Volker Schobeß |
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort und Dank 7
Wer waren die Langen Kerls? 11
Das Schicksal des Gottfried Emanuel von Einsiedel – Offizier der Langen Kerls 25
Die legendären Grenadiere 59
Lange Betten für Lange Kerls 81
Ein Kapitel für sich – die Werbung 85
Die Soldatenstadt Potsdam 105
Flucht über die Grenze – das Desertionsproblem 113
Wohnungen für das III. Bataillon – die zweite Stadterweiterung 147
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Die große Parade – das Spiel ist aus 183
Großgrenadiere – wo sie in Potsdam einst wohnten 201
Die Offizier-Galerien des Soldatenkönigs 221
Anhang 239
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Glossar 257 Literaturverzeichnis 263 Bildnachweis 268
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