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Volker Schobeß

Die Langen Kerls von Potsdam. 
Die Geschichte des Leibregiments Friedrich Wilhelms I. 1713–1740

trafo verlag 2007, 268 S. mit mehr als 140, davon 40 farb., Abb., Hardcover, ISBN 978-3-89626-275-2, 54,80 EUR

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Zu den Rezensionen

Nie zuvor, und auch niemals danach, sollte es in Preußen eine interessantere militärische Formation geben als die »Langen Kerls von Potsdam«. Der eigenartige Mythos dieser Truppe lebt bis heute fort. Eine interessante Mischung aus Tatsachen und einem vielleicht historisch wahren Kern an Legendenbildung, sagenumwoben und doch real.

Als erster Chronist modernerer Zeit konnte der Potsdamer Amtsgerichtsrat und Stadthistoriker Julius Haeckel im Jahre 1912 mit Einzelheiten zum berühmten Königs-Regiment aufwarten. In seinen Schilderungen offenbarte sich das Regiment, mit seiner alten Stammnummer 6, sozusagen als »Sechster Sinn« der preußischen Militärgeschichte. Damit entstand die erste ernstzunehmende Arbeit über die Langen Kerls, deren Recherchen aus vielen heute nicht mehr zugänglichen Quellen stammten. Der wichtigste Fundus jedoch, den einst auch Haeckel nutzte, befindet sich nach wie vor in den Beständen des Geheimen Preußischen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz (GStA PK). Hier ruhen riesige Bestände, teils mit noch unerforschtem Aktenmaterial, die sich auch auf die Sozialgeschichte der Langen Kerls beziehen. Ein Archiv mit ideellen Schätzen, ein Archiv als Erinnerungskultur zu den geschichtlichen Wurzeln Brandenburg-Preußens. Im Jahre 2003 konnte Jürgen Kloosterhuis, der Direktor des Geheimen Staatsarchivs, mit einem umfassenden Regestenband letzte Fragen zum Wohl und Wehe der Langen Kerls durchgehend beantworten.

Im Jahre 2005 gab es, als natürliche Folge auf dieses Kompendium, im Schloß Königs Wusterhausen, der eigentlichen Keimzelle zu allem Großen, was sich Friedrich Wilhelm I. für Preußen hatte einst ausgedacht, die Ausstellung »Muster, Mythos, Maskerade«. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und das Staatsarchiv eröffneten damit gemeinsam die erste große Ausstellung zu einem bisher noch nie öffentlich aufbereiteten Thema. Die Einsicht, daß bei der Entwicklung Preußens die tiefgreifende Einbettung des Militärs in die gesellschaftlichen Strukturen den frühmodernen Staat ausmachte, hatte in einer ersten Sonderausstellung über die Langen Kerls Raum gegriffen. Der hier vorliegende Band stützt sich weitgehend auf die oben benannten Quellen und führt den Leser auf interessanten Pfaden in die längst vergessene Welt der Langen Kerls.

In dem geplanten Folgeband unter dem Titel »Friedrich der Große und die Potsdamer Wachtparade« werden sich die Langen Kerls bei den Fußgarden Friedrichs II. wieder finden. In den Schlesischen Kriegen beweisen sie dann eindrucksvoll ihre Kriegstauglichkeit.

Volker Schobeß

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort und Dank 7

 

Wer waren die Langen Kerls? 11

 

Das Schicksal des Gottfried Emanuel von Einsiedel – Offizier der Langen Kerls 25

 

Die legendären Grenadiere 59

Das Steinschloßgewehr 77

Lange Betten für Lange Kerls 81

 

Ein Kapitel für sich – die Werbung 85

Spesenabrechnung für die Anwerbung und den Transport des William Wills über London, s’Gravenzande und

Hamburg nach Potsdam 104

Die Soldatenstadt Potsdam 105

 

Flucht über die Grenze – das Desertionsproblem 113

Zu Straßburg auf der Schanz (Hessisches Soldatenlied von 1766) 123

Disposition eines Mouvements – Manöverplan von 1735 141

Wohnungen für das III. Bataillon – die zweite Stadterweiterung 147

Rangierrolle der Leibkompanie vom 1. Mai 1726 179

Verfügung Friedrich Wilhelm I. betreffend der Gewährung von Handgeld bei Verlängerung der Dienstzeit 181

Die große Parade – das Spiel ist aus 183

Die Preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. 1713–1740 192

Zwei unbekannte Aufmarschpläne aus dem Jahre 1715 196

Großgrenadiere – wo sie in Potsdam einst wohnten 201

Vermögensverhältnisse des 1734 zu den Unrangierten des Königsregiments angeworbenen bzw. späteren

Königlichen Heiducken und Kaufmanns zu Berlin James Kirkland und seiner Ehefrau Susanna Lüdecke

im Spiegel ihrer Testamente 213

Die Offizier-Galerien des Soldatenkönigs 221

Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke 223

Hans Carl von Winterfeldt 226

Bogislav Friedrich von Tauentzien 231

Adam von Weyher 235

Anhang 239

Zeittafel von Potsdam Regierung Friedrich Wilhelm I. 239

Grenadier-Garde von Rohdich No. 6 241

Regiment des Königs (No. 6) Garnison Potsdam 1713–1740 unter Friedrich Wilhelm I. – Lange Kerls 242

Achtzehn kriegsvernichtete Offizierbildnisse Königs-Regiment (No.6) 243

Aus dem Regiment Kurprinz/Kronprinz (No. 6) sind hervorgegangen 1675–1786 247

Aus dem Königs-Regiment (No.6) sind hervorgegangen 1739–1786 249

König Friederich Wilhelm in Preußen Regiment (No.6) zu Potsdam 3 Bataillone oder 18 Compagnien stark 253

Parademarsch der »Langen Kerls« 255

 

Glossar 257

Literaturverzeichnis 263

Bildnachweis 268