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Grohs, Norbert 

 

 

Er ist und bleibt bei mir en vogue – der alte neue Dialog

 

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2025, 165 S., ISBN 978-3-86465-208-0, 14,80 EUR

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Wie Norbert Grohs meint, ist unsere Zeit voller Muster dafür, was beispielsweise von einer durchgreifenden Digitalisierung zu erwarten ist, wenn sie nicht mit einer durchdringend wirksamen Dialogisierung des Lebens einhergeht. Literarische Dialoge können freilich schon infolge ihrer Fiktionalität nur sehr vermittelt Anteil daran haben, wie die nicht erdichtete Kommunikation in den jeweiligen Lebensbereichen abläuft. Aber selbst solche dialogischen Dichtungsformen, die häufig in absurder Art extraverfremdend angelegt sind, dürften ein generelles Potenzial für die verschiedensten produktiven Übergänge in die tägliche Welt zweckhaften Verhaltens und zielgerichteten Handelns in sich bergen. Mitunter vielleicht sogar gerade deshalb.



Inhaltsverzeichis

Vor-Worte 9

I Elementarkaleidoskop 11

II Beziehungswellen 43

III Wissens- und Bildungsaspekte 83

IV Vernunft- und Sinnbezüge 119

Nachworte 159

Dank 164

Über den Autor 165


Vor-Worte


Nach den Epigrammen in „Auf Gott und die Welt meinen Reim gemacht“ und den Aphorismen und Kurzreflexionen in „Kleine Brötchen backen ... große Töne spucken“ folgen nun wieder Dialoge. Da inzwischen bereits über dreihundert hiervon vorliegen, könnte ich mir bei viel Ehrgeiz und Übermut auch vornehmen, ein Drama zu schreiben. Aber das, was von Dramen überlebt, sind vor allem Dialoge. Wenn man nun im höheren Lebensalter ist und das Fertigstellen von Theaterstücken viel zu mühsam wäre, kann man dies vielleicht auch einmal auf bornierte Weise kompensieren und sich heimlich zuflüstern: Ich ziele lieber weiterhin gleich auf die Essenz ab. Zumal dies mir und Teilhabenden so viel Freude bereitet, dass ich keinen Grund sehe, ein Spaßverderber zu sein.

Wie ich an anderer Stelle schon ausführte, ist Unterhaltsamkeit durchaus mit Kapazität für Tiefenwirkung verknüpft. Zu den großen Chancen, die Dialoge bieten, gehört es, das eigene Selbstverständnis durch das Wahrnehmen des beteiligten Gleich- und Andersdenkenden zu reflektieren und zu vertiefen. Dies gilt für jeden der Austauschpartner. Ein Dialog, der zu einem regelrechten Zerwürfnis führt und bei dem die besagte Chance rundweg verspielt wird, war keiner. Umgekehrt kann eine sehr hitzig verlaufende und schließlich unerquicklich erscheinende Diskussion einen Dialog zur Folge haben, in dem bei Bereitschaft zur gegenseitigen Akzeptanz und zum Zuhören auch das beleuchtet und aufgearbeitet wird, was einen wechselseitigen Austausch verhindert hat. Dies dürfte auch initialzündend für eine künftig stärker dialogisch geprägte Kommunikation der Betreffenden sein.
Die Welt des Menschen ist voller Dinge, Eigenschaften und Beziehungen, die es in sich haben, vor allem wenn sie außer sich sind. Gerade dann zeigen sich deutlich die Schwierigkeiten eines Selbstverständnisses, das sich stark auf voreingenommene Außensichten gründet und unbedingt alle Welt nach dem so geprägten Bild einzurichten trachtet. Hohe zivilisatorische Standards lassen sich indes nicht dadurch bewahren, dass man den Gang der Dinge und Geschehnisse nach diesem oder jenem verbissen praktizierten Schema des Kostens und Propagierens, was es wolle, andauernd zu traktieren und zu überholen versucht. Es wachsen sogar Gefahren, in zusätzliche Konstellationen divergierender Interessen- und Erwartungslagen zu geraten, bis sich vielleicht bei gravierenden Fragen gar nichts mehr auf einen Nenner bringen lässt.

Unsere Zeit ist voller Muster dafür, was beispielsweise von einer durchgreifenden Digitalisierung zu erwarten ist, wenn sie nicht mit einer durchdringend wirksamen Dialogisierung des Lebens einhergeht. Literarische Dialoge können freilich schon infolge ihrer Fiktionalität nur sehr vermittelt Anteil daran haben, wie die nicht erdichtete Kommunikation in den jeweiligen Lebensbereichen abläuft. Aber selbst solche dialogischen Dichtungsformen, die häufig in absurder Art extraverfremdend angelegt sind, dürften ein generelles Potenzial für die verschiedensten produktiven Übergänge in die tägliche Welt zweckhaften Verhaltens und zielgerichteten Handelns in sich bergen. Mitunter vielleicht sogar gerade deshalb. In diesem Sinne hoffe ich, Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ein wenig Freude und Denkspielraum beim Lesen zu bieten und also hier und da auch Anregung für Ihr Tun vermitteln zu können.

Norbert Grohs
Berlin, im Mai 2025


 

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