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Günther H. W. Preuße

 

 

Der Splitter.
Eine Novelle kriminaler Art
nach historischem Vorspiel


 

 

 

 

 

2025, 157 S., Ilustrationen, ISBN 978-3-86465-203-5, 12,80 EUR

lieferbar

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Zum Buch

Vorgedanke
Jede Zeit Weimars gleicht einem Dreigespann.
Sie birgt immer etwas vom Damaligen, vom Heutigen und einen Hauch des Künftigen. Mag der Morgen jedes neuen Tages unberührt scheinen: Nichts in dieser Stadt ist gänzlich losgelöst von ihren fernen, gewesenen Tagen oder vom Tun der Menschen in ihrer Zeit. Generationen transportierten sie in ihren erzählten oder noch nicht erzählten Geschichten.
Wie war das mit dem alten Goethe in dessen letzten Tagen? Hat der uralte Mann am Frauenplan, angesichts der sich dicht um ihn her so wandelnden Lebenswirklichkeiten, tatsächlich gesagt: „Mich widert alles nur noch an“? Sein Leben überdauerte die Spanne vieler anderer Altgewordener jener Zeit. Über einige wissen wir viel, von den meisten wohl wenig. Das Lebensempfinden des Hochbetagten hatte 1832 nicht mehr viel zu tun mit dem des 37-jährigen Romreisen von 1786. Zuviel lag dazwischen, auch der Tod seines Freundes Friedrich Schiller. Wie war es damals mit ihm? Mit dessen Gebeinen? Einige Experten sagen so, die anderen so. Doch wohl nie, bevor Schillers geplagter Kopf und Leib im Mai 1805 erlösend zur Ruhe kamen, wäre es dem Dichter in den Sinn gekommen, dass sein verblichener Schädel einst zum begehrten Fetisch werden könnte.
Manches wurde aufgeschrieben. Anderes blieb im Ungefähren. Aber hin- und wieder findet diese oder jene langbewahrte Verschwiegenheit vielleicht doch noch an das Licht heutiger Tage. Sie weckt neues Interesse, Phantasien und manchmal sogar Begehrlichkeiten aus dem Fundus Weimars.
Die kommenden Seiten dieses Buches erzählen eine denkbare Geschichte, eine Fiktion. Sollten darin äußere oder charakterliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen erkennbar scheinen, beruht dies auf Zufall. Andererseits schlüpft das Schicksal zuweilen in das Gewand es Zufalls um nicht erkannt zu werden. Sollten dennoch einige wenige Protagnisten dieser Erzählung Ähnlichkeiten mit real im Leben stehenden Zeitgenossen aufweisen, so geschah dies zu deren Wertschätzung.
Im Grunde aber – schenkt Weimar uns den Rahmen, zu denken, dass es nichts gibt, was es nicht geben könnte.

Günther H. W. Preuße
2024