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Zum Buch
Der Mensch muss vieles verorten, will er den
Standpunkt verstehen, auf dem er steht oder zu stehen glaubt. Da hat er
meist reichlich Luft nach oben, zumal ihm die Zeit, Luft zu holen und in
Ruhe nachzudenken, immer mehr verloren zu gehen scheint.
Dialoge eröffnen ihm
Chancen, alles Mögliche anzusprechen und zu erkunden, ohne gleich
verbissen die optimale Variante für diese oder jene Entscheidung finden
zu wollen. Und das Lesen von Dialogen bietet den Interessierten
besondere Aussichten, aktiv zu reflektieren, d.h. nicht vom
Spielfeldrand aus zu schiedsrichtern, sondern sich mit eigenen Einfällen
in das ernst und heiter geprägte Dichten und Denken einzubringen.
Schließlich hat niemand, der dies gerne tut, die Absicht, eine Mauer zu
„erdichten“.
Mit seinem neuen Buch, dem V. Band, schließt
Norbert Grohs seinen 2019 bei trafo begonnenen Zyklus „Gedichte und
Gedanken“ einstweilen ab.
Inhaltsverzeichnis
Prolog 11
I
Lebenstüchtiges Lernen 17
Weltbühnen-Erfahrung 18
Auf Draht sein 20
Unerschütterliches Vertrauen 22
Hand anlegen und Füße bewegen 23
Nichts für ungut 25
Keine Luftnummer 27
Bloß nichts vergessen! 29
Offenlegung 31
Maß und Miete 34
Kochkünste 36
Kunst-Griff 38
Karriere ohne Karrierismus 39
Entgegenkommendes Missverstehen 40
Ewiger Ruhm 42
Mit Schach und Krach 43
Zug um Zug 44
II
Abgehoben 49
Können 50
In die Klärungspflicht genommen 51
Hansabdampf in allen Gassen 52
Die Gegenfrage 53
Verlustreiches Gespräch 54
Alles lieb und klar oder lieber Klartext? 55
Mit Schirm, Schein und gar nicht so ohne 56
Augenblick mal 58
Bloß weinerlich wäre auch schon wieder
lächerlich 60
Kleine Ausnahme 62
Aufgemerkt 64
Alles im (Be-)Griff 66
Schwäbisch Hall und Widerhall 68
In- und auswendig gekannt und gekonnt 69
Stein des Anstoßes und Stein, der ins Rollen
kommt 70 Vom
ungestillten Appetit zur gegessenen Sache 72
Mit Spürsinn und Verstand 73
Gern vereint, weil gut gemeint 76
III
Oberwasser-Spiele 81
Blumenpracht oder wunderliches Blütentreiben?
82 Kompliment
vor Gnade schlägt selbst Gnade vor Recht 83
Bodenständig 85
Partnerschaft mit Dauer-Power 87
Vorzügliches Sichergänzen 88
Buddelkastenfreundschaft 90
Zwischen reifen Früchten und richtigem
Fruchten 92
Keine Fahrt ins Blaue 93
Jahrmarkt der Gebührlichkeiten 95
Kein Vergleich! 96
Familiäre Nagelproben 98
Retourkütschchen 101
Pfiffikus 103
Sich den Rücken freihalten 104
Nur ruhig Blut, das wird schon! 106
Wunder gibt es immer wieder! 108
IV
Phantasmagorie und Hypochondrie 115
Für ein wahrhaftiges Regime der Reinheit und
Wahrheit 117
Mikrokosmisches Makrotraining 119
Aktualitätenaktion 123
Beur-Teilungen 125
Absolute Geheimhaltung 127
Versuch und Wirrtum 129
Flagge zeigen 131
Zerstörerisch und selbstzerstörerisch 133
Geschichtsprüfung 135
Im Naturkundemuseum 142
Schöne Bescherung 144
Der Weihnachtsmann ist auch nur ein Mensch,
ein ganz normaler Politiker 147
Feuerprobe frei! 149
Endspiel-Routinier 152
Niemands (Auf-)Begehren 154
V
Epilog. Dialog-Essay zum (einstweiligen)
Abschluss des
Zyklus Gedichte und Gedanken des Autors bei trafo 159
Dank 240
Über den Autor 241
Prolog
Ich möchte keinen
Streit vom Zaun brechen.
Nur finde ich, mit dem Buchtitel,
den Sie wählten, gehen Sie zu weit.
Wollen Sie etwa alle Lesenden ansprechen,
die episch, dramatisch und/oder lyrisch
interessiert sind?
Das könnte ich nicht
einmal, wenn ich es wollte.
Ich möchte indes niemand ausgeschlossen
wissen. Wer
auf moderne Weise liest,
der tut es gleichsam als erweiterter Autor.
Dessen aktiver Beitrag des Aneignens
im Prozess der Lektüre besteht nicht darin,
von Texten erbaut zu sein, sie nachzubeten
oder durch Vergabe von Noten
ins Gebet zu nehmen.
Um mit Gedichtetem und Gedachtem
genussvoll und kritisch umzugehen,
sind nicht nur die Texte, ihre Gehalte
und Gestaltungsformen wichtig,
sondern auch das Wissen, die Erfahrungen,
Erwartungen und Einfälle der Lesenden.
Ich schließe niemanden unter ihnen aus,
in diesem Sinne ansprechbar zu sein
und dementsprechend vorzugehen.
Sie brauchen jedoch
eine ganz
konkrete Zielgruppe.
Alles andere wäre ja vermessen.
Messen Sie die Sache nicht erschöpfend aus,
verfehlen Sie das Ziel und stürzen ab.
Stellen Sie sich Folgendes vor:
Ein Pilot und die Mittätigen
missachteten das Kontrollieren und Vermessen.
Unerwartet im Flug, werden die Häuser größer.
Doch was helfen könnte, fällt aus.
Selbst ein Notfallschirm funktioniert nicht.
Was nun?
Der erste Teil der Kurzgeschichte
ist ein Schluck aus der Bordapotheke.
Dann geht das Ganze in Lyrik über:
ein Ave-Maria.
Und schließlich erreicht die Dramatik
ihren Höhepunkt: Gute Nacht, Josef!
Sehen Sie, das
sollte Ihnen erspart bleiben.
Daher rate ich Ihnen, äußerst genau
zu messen und nicht vermessen zu sein.
Sie können doch so
viel messen, vermessen
und verkünden, wie Sie wollen.
Da ist nichts ausgeschlossen.
Mit einer Ausnahme:
Ich bin nicht Ihr Mess-Diener.
Anmerkung: Der letzte Beitrag („Epilog“) ist
analog zum Buch „Häufig aus dem Leben gegriffen,
manchmal auf den
Zeitgeist gepfiffen“ ein längerer Essay, der wiederum als Dialog
geschrieben
wurde und ein
zusätzliches, ein ergänzendes Angebot für interessierte Leserinnen und
Leser darstellt.
Berlin, im Dezember
2023 Norbert
Grohs
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