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Zum Buch
Wie
gefährlich sind die eigenen Kollegen? Könnten sie einen Doppelmord
begehen? - Jeder sollte sich diese Frage stellen...
Im Museum
sind eine Kollegin und ein Kollege getötet worden. Die beiden
Wissenschaftler waren für eine historische Sammlung von Stäuben aus dem
19. Jahrhundert verantwortlich, die nur wenige Mitarbeiter im Haus
kannten. Und wenn die nach der Bedeutung gefragt wurden, winkten sie ab.
Ein Motiv liegt nicht auf der Hand. War es Mord aus Eifersucht? Aus Rache?
Aus Habgier? Oder hängt es doch mit der Sammlung zusammen? - Verbirgt sie
ungeahnte Schätze...? Ein erfahrener Hauptkommissar und seine junge
Kollegin ermitteln in alle Richtungen und blicken in menschliche Abgründe.
Aus dem Vorwort
Wahrscheinlich hat noch keine der Leserinnen, keiner der Leser davon
gehört, dass Stäube archiviert worden sind. Aber so eine aus Tausenden
Proben bestehende Kollektion von Stäuben aus dem 19. Jahrhundert wird im
Naturkundemuseum zu Berlin aufbewahrt. Wissenschaftler aus aller Welt,
darunter Charles Darwin, haben sie an den Berliner Naturforscher Christian
Gottfried Ehrenberg geschickt. Er hatte die Forscher darum gebeten, und da
Ehrenberg und seine Arbeit sehr geschätzt wurden, kamen die Kollegen
seinem Wunsch nach. Hierbei spielten nicht nur abgelegene Weltgegenden
eine Rolle, sondern auch merkwürdige Umstände. Dazu gehörten Phänomene wie
Sahara-Staub, der sich auf den Segeln des Forschungsschiffes „Beagle“
festgesetzt hatte und noch heute auf Fensterscheiben und unter anderem auf
Dächern von Autos nachweisbar ist. Woher weht der Wind? Was wird da um
die Welt transportiert? Das sind Fragen, die auch Meteorologen,
Mikrobiologen und Geologen interessierten. Ehrenberg wollte wissen, welche
Mikroorganismen, die er Infusorien nannte, sich in diesem Staub befinden,
welche Samen und andere Naturkörper. Im Rahmen meiner
wissenschaftshistorischen Forschungsarbeiten, begonnen 1982, habe ich
Teile dieser Sammlung kennengelernt. Mit Interesse nahm ich zur Kenntnis,
dass in neuerer Zeit Mikrobiologen einige der Stäube analysieren und sich
unter anderem die Frage stellen, was sich in der Mikroflora in den letzten
200 Jahren verändert hat. Dabei stellen sie alte und neue Proben
gegenüber. Archaeen (=Urbakterien), zum Teil gewonnen aus Vulkanen,
haben auch biotechnologisches Potential, sind unter anderem für Medizin,
Nanotechnologie und Biologie von Bedeutung. Aber die alte Welt birgt auch
Gefahren, zum Beispiel hinsichtlich von Krankheitserregern. Wie wichtig
die „kleine Welt“ ist, führen uns Pandemien vor Augen. Manchmal sollten
wir uns daran erinnern, dass Forscher des 19. Jahrhunderts unter
Lebensgefahr und schwierigen Reisebedingungen dazu beigetragen haben, auch
diesen Teil unserer Welt zu erforschen. Personen und Handlung des
Romans sind (zum Glück) frei erfunden.
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