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Max Dauthendey
Die Lichter im dunkeln
herausgegeben und mit einem Nachwort versehen
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2017, 330 S., zahlr. Fotos u. Abb., ISBN 978-3-86465-087-1, 29,80 EUR
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Zum Buch
Maximilian Dauthendey Macht die Metrik ganz entzwei, Reime setzt er vorne dran, Daß man sie nicht merken kann, Seiner Verse Katarakt Hat nicht Rhythmus, hat nicht Takt, Kurz, die deutsche Poesie Purzelbaumt hier, wie noch nie.
Meine Herrschaften! So was ist noch nicht dagewesen! Dieser Mann nimmt ein geschliffenes Crystallglas, steckts in den Mund, zerbeißt es, spuckt die Splitter auf den Tisch und murmelt verklärt: Sehet her und Staunet an, ich habe die alte Form überwunden, und eine neue liegt vor euch, die so schön ist, daß Indianer vor Seligkeit darüber weinen müßten! Es ist kein Wunder, daß dieser Dichtereines seiner Bücher von hinten nach vorrne hat drucken lassen, so daß ein naiver Leser seekrank wurde, weil er auch die Worte von rechts nach links las. Und wer wäre so primitiv, sich darüber zu wundern, daß eines seiner Dramen im Gehirne des Menschen spielt? Wahrlich, wahrlich ich sage euch: wer sich bei Dauthendey über irgend etwas wundert, ist ein Kalbsgekröse und würdig, daß dieser Dichter sein nächstes Drama in der Zirbeldrüse des Beklagenswerten spielen läßt. Sämtliche Setzer, die die Werke Maximilians gesetzt haben, sind in der Blüte ihres Mannesalters tobsüchtig geworden; ein Backsteinkäs, den man in das Drama hineinzuwickeln die Unvorsichtigkeit hatte, wurde ultraviolett und roch plötzlich nach Veilchen. Maximilian selber aber ist ganz gesund.
Steckbriefe erlassen hinter dreißig literarischen Uebelthätern gemeingefährlicher Natur von Martin Möbius (dahinter verbirgt sich Otto Julius Bierbaum) mit den getreuen Bildnissen der Dreißig versehen von Bruno Paul im Verlage von Schuster und Löffler Berlin und Leipzig 1900.
Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett
Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett In deinem schönsten Kleid aus Scham und Blöße, Und draußen kam die Nacht auf atemlosen Schnee, Und auch Gottvater kam in atemloser Größe. Mit vollem Auge hat der Gott geweint, gelacht. Du hast dein Herz und deinen Leib Zur Krone dieser Nacht gemacht.
Graues Heimatnebelland
Fühle keine Kälte mehr, Wenn die Nebel sich vereisen; Dennn mein Herz geht vor mir her, Will mir Heimatwege weisen.
Aus den Fenstern durch die Nacht Glänzen deutsche Weihnachtskerzen, Und die deutsche Tanne lacht, Und sie lacht zu meinem Herzen.
Nenne nichts auf Erden mein Von dem großen Heimatgrunde, Als den Regen nur allein Und den Nebel in der Runde.
Graues Heimatnebelland, Bin dir immer treu geblieben. Nirgendwo ich Ruhe fand, Heimweh hat mich heimgetrieben.
Inhaltsverzeichnis Herbst des Blinden 7 Im Buchenwald 8 Abend 9 Amselsang 10 Vollmond 11 Resedaduft 12 Regenduft 13 Herbstflammen 14 Erster Schnee 15 Toter Mond 16 RELIQUIEN 17 IN MANCHEN STUNDEN 22 Dort wucherte Mohn 27 Augustmond im Weinberg 28 Der Wind im Kleefeld 29 Alles wird wertlos 31 Bleibt die Geliebteste zu lang aus 32 Ein Lied ist das Leben 33 Des Abends die Schwalben 34 Die Sehnsucht peitscht 35 Hülle dich in meine Hände 36 Wen köstlich liebt ein schönes Weib 37 Die Leute sehen mich lichterloh 38 Immer neue Küsse gib 39 Des hab’ ich mich noch nie bedankt 40 Trennen ist ein Sterben 41 Mein Herz fährt auf, das dort im Monde saß 42 Ich war wie die erfrorenen Bäume 43 Von dir lachen noch meine Träume 44 Die Zeit blieb stehen 45 Du bist vornehm wie die grauen Nachtigallen 46 Wir gehen am Meer im tiefen Sand 47 Und zimmerte dir und mir ein Bett 48 Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett 49 Die Kronen 50 Überall blüht nun die Liebe 51 Seit ich dich küsse 52 Mehr als Erde ist oft ein Gedanke schwer 53 Nie war die eine Liebesnacht in deinem Schoß der andern gleich 54 März 57 April 58 Mai 59 Juni 60 Juli 61 August 62 September 63 Oktober 64 November 65 Dezember 66 Januar 67 Februar 68 Ein lustsam Gärtlein auf weißem Papier 69 Das ewig ungeduldige Herz ist längst vor jeder Blüte wach 70 Die Veilchenzeit wird mir Liedermeister 71 Noch ist die Zeit der blauen Bäume 72 Und Sonne und Erde sind wieder vertraut 73 Vom Gras der erste Schimmer 74 In der Nacht sind der Leidenschaft lautlose Feste 75 Amsel singt im Himmelssaal 76 Der Abend will sich zur Erde gesellen 77 Leben heißt Sehnsucht verehren 78 Du und ich 79 Wolken ohne Flug und Regen 80 Der grüne Regen 81 Das Herz wird zur Flöte 82 Der gelbe Reiter 83 Um die Hausecken strecken sich Knospenbäume 84 Ich bete die Stille an 85 Nachtigall und Regen 86 Als gingen die Schatten einer Welt in Stücke 87 Die Farben, die der Grauwinter vergaß 88 Augen und Fenster haben noch nicht Licht genug 89 Grünes Gras ist so wenig und ist so viel 90 Es ist ein dunstiger Maientag 91 Im Weinberggarten steht Stock bei Stock 92 Kein einzig Gestirn am Himmel hing 93 Und nun steht alles fertig da 94 Bin im Liedregen endlich dann zu ihr gedrungen 95 Die Wolken 96 Der verliebte Maiwald 97 Gehe auf ebenen Wegen, wo nur Nachtigallen sich streiten 98 Die Nachtigall ruht jetzt nicht die ganze Nacht 100 Mit großen Gesten sich die Wolken in den Himmel teilen 101 Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter 102 Der Mond, der die Welt sich gern unwirklich macht 103 Die kleinen schwachblauen Vergißmeinnicht 104 Wie ein Mädchen, das nicht laut reden mag 105 Alle Stunden hatten Zeit und kamen ungebunden 106 Maiblüten sind sorglose Lasten 107 Der Regen schlägt das Haus mit Ruten 108 Die kühlen buschigen Weiden 109 Säß’ ich ohne Aug’ und Ohr vor der Welt... 110 Mit den Armen nackt wie ihr Gewissen 111 Die Berge werden wie dunkle Kissen 112 Unter blühenden Bäumen kann alles geschehen 113 Auch wo Verliebte gingen, lebt von ihnen noch die Luft 114 Wenn die Wolken sich heiß den Liebeshof machen 115 Und noch verliebter ward die Luft 116 Endlos nur der Mensch verliebt sein kann 117 Als ist das Feuer dein wahres Gesicht 118 Und bin der Ärmste von der Welt 119 Der Regen fällt zu Regenguß 120 Wenn du, Herzliebste, nicht bei mir bist... 121 Kein Tag hat Anfang mehr und Ende 122 Es hat niemand wie dein Herz über dich Gewalt 123 Der Himmel wälzt sich donnernd heut herum 124 Kein Tod die Sehnsucht niedermäht 125 Das erste Heu liegt schon im Wiesenland 126 Ich sah dir und der roten Blume nach 127 Wir saßen auf den engen Weinbergstufen 128 Die grünen Roggenfelder liegen still umhüllt 129 Unsere Gedanken wir tags im Haus vergruben 130 Und immer geiler der Holunder im Dunkelgrün blüht 131 Und auch den Äckern gingen Augen auf 132 Johannisfeuer 133 Bald... 134 Heut es kein Abend werden will 135 Ich habe dir so viel zu sagen 136 Die Uhr zeigt heute keine Zeit 137 Die Spiegel trinken verliebt dein Gesicht 138 Die Silberpappeln stehn hitzeschwer 139 Ein Regen ist kalt durch den Tag gegangen 140 Im Spiegelglas 141 Schimäre 142 Zwei schwarze Raben 143 Das kranke Mädchen 144 Durchs Korn gehn warme Gassen 145 Die Krähe 146 Die Luft ist voll Kommen und Gehen 147 Das Blut bleibt still mir stehen 148 Dein Schatten im Feld 149 Schilfrohr 150 Wir irren durch die Felder 151 Gesichte 152 Lieb’ oder Tod ist die Losung im Blut 153 Das erste Herbstblatt 154 Die Liebe kennt das Wörtlein „sterben“ kaum 155 Das Dunkel griff uns um den Leib 156 Es ist nicht der Wind, der die Bäume bewegt 157 Nichts weiter wird geschehen 158 Komm heim 159 Die bunten Astern 160 Ein jedes Blatt zur Erde will 161 Im Gras stecken Herbstzeitlosen 162 Und nichts will bleiben 163 Sommerelegie 164 Und einmal steht das Herz am Wege still 165 Die Stunde stirbt wie in dem Wind die Frucht 166 Morgenröte 167 Deine Hände 168 Atemloser August 169 Tal und Berge sehen hell 170 Jetzt ist es Herbst 171 Im Weinberg 172 Die gelb und roten Dahlien spiegeln sich 173 Herbstraben 174 Große Stille 175 Jetzt sind die gelben Blätter gezählt 176 Du läßt mein Herz nicht schläfrig sein 177 Geliebte 178 Die Tage lassen keine Spur 179 Nachtschnee 180 Die Sterne 182 Wohltuend ist der graue Tag 184 Nacht bläst die sieben Farben aus 185 Flug der Vögel 186 Daheim 188 Wenn wir lieben 189 Weltspuk 190 Ich schleppe der Einsamkeit Berge 192 Mit dem Tode Wand an Wand 193 Nie findet jetzt mein Hunger Ruh 194 Jetzt ist es endlos still umher 195 Die Mondfrau 196 Allerseelen 197 Es siedet das Blut auch unter den Laternen 198 Würzburg 199 Ach komm, daß mein Herz endlich Atem holt 200 Jetzt sind da Wolken wie Ungetüme 201 Und die Sehnsucht, die rasende Schöne 202 Graues Heimatnebelland 203 Das Jahr, es wandert rund im Kreis 204 Ein Nebel kam über die Brücke gegangen 205 Und der Fluß erfriert in seinem Bette 206 Wie gern möcht da manch Blut mit Wasser tauschen 207 Umwinterte Berge 208 Alleingelassen bei Erinnerungen 209 Viel schnelle Amseln laufen unterm leeren Strauch 210 Der Berg ließ die Erde still los 211 Zwei Raben jagen den Fluß entlang 212 Ein blauer Schneeweg im Mittaglicht 213 Am Schneeberg sitzen Raben 214 Der Schnee nicht mehr die Wege verläßt 215 Die Herzen der Sänger nie stille bleiben 216 Ein weißer Eissommer 217 Das bißchen Licht am Winterfenster 218 Schon beim leisen Druck deiner Hand 219 Schollen Eis 220 Die Kälte mit Geduld die Nebel spinnt 221 Der Himmel ein langer und leerer Tisch 222 Die Worte sterben, wenn die Träne spricht 223 Abendhelle 224 Das Wasser hat knirschende Stimme bekommen 226 Vom Wind 227 Die Sorgen ackern 228 Wege leer ins Leere sehen 229 Der Frühling ist in aller Mund 230 Jetzt rennen die Bäche so blau daher 231 Der Abend wirft allen die Masken ab 232 Die Pappeln am Fluß 233 Die Mondsichel 234 Und durstig kommt die Nacht zu allen 235 Der Regen, das lebende Frühlingszeichen 236 Alle handeln, wie die Herzen müssen 237 Einmal läßt die Sehnsucht sich nicht mehr verstecken 238 Und es fegen dir Wünsche aus Stirn und Haar 239 Kommt der Frühling geschwommen 240 Drückende Botschaft 241 Es schreien Stimmen nachts 242 Es liegt bei mir und schreit des großen Krieges Not 243 Und immer wiederholt es sich, das Grauen 244 Vier deutsche Handelsschiffe 246 Verbannt in fremdes Südseeland 247 Will härter als die Meeressteine stehen 248 Meines Herzens Kriegsgespenster 249 Die Kriegsnot wütet in meinem Herzen 250 Und ob ihr Tod oder Teufel ruft 251 Keiner stirbt, der für das Leben fällt 252 Wie lange noch? 255 Schwere Wolken ziehen hin 256 Sind je die Zeiten trauriger gewesen? 258 Ach, wie lange muß ich warten 260 Muß uns auch die halbe Erde trennen 261 Mir kommt ein Grauen an vor dem Leben 263 Da fand ich mein Herz 264 Gezähmt soll sein der Sehnsucht Roß 265 Bettler bin ich bei fremden Landen und Leuten 266 Bin wie ein Kranker 267 Der Schrei der Abendstunde 269 Wann liegt alle Not fern in Gedanken? 270 Anfang und Ausgang 272 Weltfestlichkeit und Heimweh 275
Zu Leben und Werk des Dichters Maximilian Albert Dauthendey (25.07.1867–29.08.1918) 277 Editorische Notiz 315 Danksagung und Bildnachweis 317 Über den Herausgeber 319
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