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Max Dauthendey

(25. Juli 1867–29. August 1918)

 

Die Lichter im dunkeln
 


Ausgewählte Gedichte

 

herausgegeben und mit einem Nachwort versehen

von Klaus Kühnel

 

 

 

 

2017, 330 S., zahlr. Fotos u. Abb., ISBN 978-3-86465-087-1, 26,80 EUR

 

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 Zum Buch

 

Maximilian Dauthendey

Macht die Metrik ganz entzwei,

Reime setzt er vorne dran,

Daß man sie nicht merken kann,

Seiner Verse Katarakt

Hat nicht Rhythmus, hat nicht Takt,

Kurz, die deutsche Poesie

Purzelbaumt hier, wie noch nie.

 

Meine Herrschaften! So was ist noch nicht dagewesen! Dieser Mann nimmt ein geschliffenes Crystallglas, steckts in den Mund, zerbeißt es, spuckt die Splitter auf den Tisch und murmelt verklärt: Sehet her und Staunet an, ich habe die alte Form überwunden, und eine neue liegt vor euch, die so schön ist, daß Indianer vor Seligkeit darüber weinen müßten!

Es ist kein Wunder, daß dieser Dichtereines seiner Bücher von hinten nach vorrne hat drucken lassen, so daß ein naiver Leser seekrank wurde, weil er auch die Worte von rechts nach links las.

Und wer wäre so primitiv, sich darüber zu wundern, daß eines seiner Dramen im Gehirne des Menschen spielt?

Wahrlich, wahrlich ich sage euch: wer sich bei Dauthendey über irgend etwas wundert, ist ein Kalbsgekröse und würdig, daß dieser Dichter sein nächstes Drama in der Zirbeldrüse des Beklagenswerten spielen läßt.

Sämtliche Setzer, die die Werke Maximilians gesetzt haben, sind in der Blüte ihres Mannesalters tobsüchtig geworden; ein Backsteinkäs, den man in das Drama hineinzuwickeln die Unvorsichtigkeit hatte, wurde ultraviolett und roch plötzlich nach Veilchen.

Maximilian selber aber ist ganz gesund.

 

Steckbriefe erlassen hinter dreißig literarischen Uebelthätern gemeingefährlicher Natur von Martin Möbius (dahinter verbirgt sich Otto Julius Bierbaum) mit den getreuen Bildnissen der Dreißig versehen von Bruno Paul im Verlage von Schuster und Löffler Berlin und Leipzig 1900.

 

 

Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett

 

Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett

In deinem schönsten Kleid aus Scham und Blöße,

Und draußen kam die Nacht auf atemlosen Schnee,

Und auch Gottvater kam in atemloser Größe.

Mit vollem Auge hat der Gott geweint, gelacht.

Du hast dein Herz und deinen Leib

Zur Krone dieser Nacht gemacht.

 

 

Graues Heimatnebelland

 

Fühle keine Kälte mehr,

Wenn die Nebel sich vereisen;

Dennn mein Herz geht vor mir her,

Will mir Heimatwege weisen.

 

Aus den Fenstern durch die Nacht

Glänzen deutsche Weihnachtskerzen,

Und die deutsche Tanne lacht,

Und sie lacht zu meinem Herzen.

 

Nenne nichts auf Erden mein

Von dem großen Heimatgrunde,

Als den Regen nur allein

Und den Nebel in der Runde.

 

Graues Heimatnebelland,

Bin dir immer treu geblieben.

Nirgendwo ich Ruhe fand,

Heimweh hat mich heimgetrieben.

 

 

Inhaltsverzeichnis

Herbst des Blinden         7

Im Buchenwald              8

Abend                          9

Amselsang                  10

Vollmond                    11

Resedaduft                 12

Regenduft                   13

Herbstflammen            14

Erster Schnee              15

Toter Mond                 16

RELIQUIEN                 17

IN MANCHEN STUNDEN              22

Dort wucherte Mohn                  27

Augustmond im Weinberg          28

Der Wind im Kleefeld                29

Alles wird wertlos                     31

Bleibt die Geliebteste zu lang aus           32

Ein Lied ist das Leben               33

Des Abends die Schwalben         34

Die Sehnsucht peitscht              35

Hülle dich in meine Hände         36

Wen köstlich liebt ein schönes Weib       37

Die Leute sehen mich lichterloh             38

Immer neue Küsse gib              39

Des hab’ ich mich noch nie bedankt        40

Trennen ist ein Sterben             41

Mein Herz fährt auf, das dort im Monde saß       42

Ich war wie die erfrorenen Bäume                    43

Von dir lachen noch meine Träume                   44

Die Zeit blieb stehen                45

Du bist vornehm wie die grauen Nachtigallen     46

Wir gehen am Meer im tiefen Sand                   47

Und zimmerte dir und mir ein Bett                   48

Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett           49

Die Kronen                             50

Überall blüht nun die Liebe       51

Seit ich dich küsse                  52

Mehr als Erde ist oft ein Gedanke schwer          53

Nie war die eine Liebesnacht in deinem Schoß der andern gleich       54

März         57

April         58

Mai          59

Juni         60

Juli          61

August     62

September           63

Oktober               64

November            65

Dezember            66

Januar                 67

Februar               68

Ein lustsam Gärtlein auf weißem Papier        69

Das ewig ungeduldige Herz ist längst vor jeder Blüte wach             70

Die Veilchenzeit wird mir Liedermeister        71

Noch ist die Zeit der blauen Bäume             72

Und Sonne und Erde sind wieder vertraut     73

Vom Gras der erste Schimmer      74

In der Nacht sind der Leidenschaft lautlose Feste           75

Amsel singt im Himmelssaal       76

Der Abend will sich zur Erde gesellen          77

Leben heißt Sehnsucht verehren                 78

Du und ich                               79

Wolken ohne Flug und Regen     80

Der grüne Regen                      81

Das Herz wird zur Flöte             82

Der gelbe Reiter                       83

Um die Hausecken strecken sich Knospenbäume          84

Ich bete die Stille an                85

Nachtigall und Regen                86

Als gingen die Schatten einer Welt in Stücke              87

Die Farben, die der Grauwinter vergaß                       88

Augen und Fenster haben noch nicht Licht genug        89

Grünes Gras ist so wenig und ist so viel                    90

Es ist ein dunstiger Maientag                                   91

Im Weinberggarten steht Stock bei Stock                  92

Kein einzig Gestirn am Himmel hing                         93

Und nun steht alles fertig da                                  94

Bin im Liedregen endlich dann zu ihr gedrungen         95

Die Wolken                     96

Der verliebte Maiwald       97

Gehe auf ebenen Wegen, wo nur Nachtigallen sich streiten       98

Die Nachtigall ruht jetzt nicht die ganze Nacht         100

Mit großen Gesten sich die Wolken in den Himmel teilen         101

Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter                   102

Der Mond, der die Welt sich gern unwirklich macht    103

Die kleinen schwachblauen Vergißmeinnicht             104

Wie ein Mädchen, das nicht laut reden mag             105

 Alle Stunden hatten Zeit und kamen ungebunden    106

Maiblüten sind sorglose Lasten                              107

Der Regen schlägt das Haus mit Ruten                   108

Die kühlen buschigen Weiden                                109

Säß’ ich ohne Aug’ und Ohr vor der Welt...              110

Mit den Armen nackt wie ihr Gewissen                    111

Die Berge werden wie dunkle Kissen                      112

Unter blühenden Bäumen kann alles geschehen       113

Auch wo Verliebte gingen, lebt von ihnen noch die Luft         114

Wenn die Wolken sich heiß den Liebeshof machen               115

Und noch verliebter ward die Luft                          116

Endlos nur der Mensch verliebt sein kann               117

Als ist das Feuer dein wahres Gesicht                   118

Und bin der Ärmste von der Welt                         119

Der Regen fällt zu Regenguß                               120

 Wenn du, Herzliebste, nicht bei mir bist...           121

Kein Tag hat Anfang mehr und Ende                    122

Es hat niemand wie dein Herz über dich Gewalt     123

Der Himmel wälzt sich donnernd heut herum         124

Kein Tod die Sehnsucht niedermäht                     125

Das erste Heu liegt schon im Wiesenland             126

Ich sah dir und der roten Blume nach                   127

Wir saßen auf den engen Weinbergstufen            128

Die grünen Roggenfelder liegen still umhüllt        129

Unsere Gedanken wir tags im Haus vergruben      130

Und immer geiler der Holunder im Dunkelgrün blüht            131

Und auch den Äckern gingen Augen auf               132

Johannisfeuer           133

Bald...                     134

Heut es kein Abend werden will        135

Ich habe dir so viel zu sagen            136

Die Uhr zeigt heute keine Zeit          137

Die Spiegel trinken verliebt dein Gesicht            138

Die Silberpappeln stehn hitzeschwer                 139

Ein Regen ist kalt durch den Tag gegangen        140

Im Spiegelglas                               141

Schimäre                                       142

Zwei schwarze Raben                      143

Das kranke Mädchen                       144

Durchs Korn gehn warme Gassen      145

Die Krähe                                      146

Die Luft ist voll Kommen und Gehen                147

Das Blut bleibt still mir stehen                       148

Dein Schatten im Feld                     149

Schilfrohr                                      150

Wir irren durch die Felder                151

Gesichte                                       152

Lieb’ oder Tod ist die Losung im Blut              153

Das erste Herbstblatt                     154

Die Liebe kennt das Wörtlein „sterben“ kaum   155

Das Dunkel griff uns um den Leib                   156

Es ist nicht der Wind, der die Bäume bewegt   157

Nichts weiter wird geschehen                        158

Komm heim                                  159

Die bunten Astern                         160

Ein jedes Blatt zur Erde will            161

Im Gras stecken Herbstzeitlosen     162

Und nichts will bleiben                   163

Sommerelegie                               164

Und einmal steht das Herz am Wege still                 165

Die Stunde stirbt wie in dem Wind die Frucht            166

Morgenröte                                   167

Deine Hände                                168

Atemloser August                         169

Tal und Berge sehen hell               170

Jetzt ist es Herbst                        171

Im Weinberg                               172

Die gelb und roten Dahlien spiegeln sich                 173

Herbstraben                                174

Große Stille                                 175

Jetzt sind die gelben Blätter gezählt                      176

Du läßt mein Herz nicht schläfrig sein                    177

Geliebte                                    178

Die Tage lassen keine Spur          179

Nachtschnee                              180

Die Sterne                                 182

Wohltuend ist der graue Tag        184

Nacht bläst die sieben Farben aus                        185

Flug der Vögel           186

Daheim                    188

Wenn wir lieben        189

Weltspuk                 190

Ich schleppe der Einsamkeit Berge     192

Mit dem Tode Wand an Wand            193

Nie findet jetzt mein Hunger Ruh       194

Jetzt ist es endlos still umher           195

Die Mondfrau            196

Allerseelen               197

Es siedet das Blut auch unter den Laternen            198

Würzburg                 199

Ach komm, daß mein Herz endlich Atem holt          200

Jetzt sind da Wolken wie Ungetüme                      201

Und die Sehnsucht, die rasende Schöne                 202

Graues Heimatnebelland                  203

Das Jahr, es wandert rund im Kreis    204

Ein Nebel kam über die Brücke gegangen              205

Und der Fluß erfriert in seinem Bette                    206

Wie gern möcht da manch Blut mit Wasser tauschen        207

Umwinterte Berge                           208

Alleingelassen bei Erinnerungen        209

Viel schnelle Amseln laufen unterm leeren Strauch           210

Der Berg ließ die Erde still los          211

Zwei Raben jagen den Fluß entlang   212

Ein blauer Schneeweg im Mittaglicht  213

Am Schneeberg sitzen Raben            214

Der Schnee nicht mehr die Wege verläßt              215

Die Herzen der Sänger nie stille bleiben               216

Ein weißer Eissommer                     217

Das bißchen Licht am Winterfenster                    218

Schon beim leisen Druck deiner Hand                  219

Schollen Eis                                  220

Die Kälte mit Geduld die Nebel spinnt                 221

Der Himmel ein langer und leerer Tisch               222

Die Worte sterben, wenn die Träne spricht                 223

Abendhelle               224

Das Wasser hat knirschende Stimme bekommen         226

Vom Wind                227

Die Sorgen ackern     228

Wege leer ins Leere sehen           229

Der Frühling ist in aller Mund        230

Jetzt rennen die Bäche so blau daher                 231

Der Abend wirft allen die Masken ab                  232

Die Pappeln am Fluß                   233

Die Mondsichel                           234

Und durstig kommt die Nacht zu allen               235

Der Regen, das lebende Frühlingszeichen          236

Alle handeln, wie die Herzen müssen                237

Einmal läßt die Sehnsucht sich nicht mehr verstecken       238

Und es fegen dir Wünsche aus Stirn und Haar                  239

Kommt der Frühling geschwommen                  240

Drückende Botschaft                 241

Es schreien Stimmen nachts      242

Es liegt bei mir und schreit des großen Krieges Not         243

Und immer wiederholt es sich, das Grauen                     244

Vier deutsche Handelsschiffe    246

Verbannt in fremdes Südseeland                    247

Will härter als die Meeressteine stehen          248

Meines Herzens Kriegsgespenster                  249

Die Kriegsnot wütet in meinem Herzen           250

Und ob ihr Tod oder Teufel ruft                     251

Keiner stirbt, der für das Leben fällt              252

Wie lange noch?                    255

Schwere Wolken ziehen hin     256

Sind je die Zeiten trauriger gewesen?           258

Ach, wie lange muß ich warten                     260

Muß uns auch die halbe Erde trennen            261

Mir kommt ein Grauen an vor dem Leben       263

Da fand ich mein Herz            264

Gezähmt soll sein der Sehnsucht Roß           265

Bettler bin ich bei fremden Landen und Leuten           266

Bin wie ein Kranker                267

Der Schrei der Abendstunde    269

Wann liegt alle Not fern in Gedanken?          270

Anfang und Ausgang              272

Weltfestlichkeit und Heimweh                     275

 

Zu Leben und Werk des Dichters Maximilian Albert Dauthendey (25.07.1867–29.08.1918)              277

Editorische Notiz                  315

Danksagung und Bildnachweis                    317

Über den Herausgeber          319

 

 

 

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