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Potsdam und sein Militär im 18. Jahrhundert. Ein historischer Stadtführer lieferbar
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2017, Stadtführer, 80 S., ca 100 farb., überwiegend farb. Fotos und Abb., ISBN 978-3-86465-079-6, 19,80 EUR |
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I N H A L T Grußwort 7 Vorwort und Dank 9
Militärisch genutzte Bauten im 18. Jahrhundert 13 1 Kaserne, Am Kanal 4/a 13 2 Kaserne, Am Kanal 7 14 3 Kommandeur Gebäude, Henning-von-Tresckow-Straße 13 15 4 Portalbau zum Langen Stall, Werner-Seelenbinder-Straße 7 16 5 Ordonnanzhaus, Charlottenstraße 31 16 6 Kleine Kaserne, Charlottenstraße 67/68 17 7 Kaserne, Charlottenstraße 73/74 17 8 Kaserne, Kleine Gasse 1/3 Ecke Charlottenstraße 17 9 Infanterie-Kaserne, Schopenhauer Straße 2/4 18 10 Kaserne, Lindenstraße 28/29 18 11 Infanterie-Kaserne, Lindenstraße 35–39 19 12 Infanterie-Kaserne, Hegel-allee 33/35 19 13 Alte Wache, Lindenstraße 45 Ecke Charlottenstraße 19 14 Kommandantenhaus, Lindenstraße 54/55 20 15 Kaserne, Berliner Straße 11/13 21 16 Großes Militärwaisenhaus, Lindenstraße 34a und Dortustraße 36 22 17 Kommandeur Haus, Am Kanal 3 23 18 Lazarett, Lindenstraße 25 24 19 Garnisonschule, Henning-von-Tresckow-Straße 11 25 20 Das Brandenburger Tor 26 21 Das Jägertor von 1733 in der Hegelallee 27 22 Das Nauener Tor 28 23 Reste des Berliner Tores, Berliner Straße/Ecke Türkstraße 29 24 Hof- und Garnisonkirche, Breite Straße 7 30 25 Kaserne Breite Straße 26a 32 26 Kabinetthaus Am Neuen Markt 1/2 32 27 Das Holländische Viertel 34 28 Grablege Friedrichs des Großen auf der oberen Terrasse von Sanssouci 35 29 Die Gruft Friedrich Wilhelms IV., Am Grünen Gitter 3 in der Friedenskirche 36 30 Vorläufige Ruhestätte Friedrich Wilhelms I., Am Grünen Gitter 3 im Mausoleum an der Friedenskirche 37 31 Stadtmauer, Schopenhauerstraße und Große Fischerstraße 38 32 Bornstedter Friedhof Ortsteil von Potsdam 40 33 Kaserne des Ersten Garde-Regiments zu Fuß, Henning-von-Tresckow-Str. 2–8 und Hoffbauerstraße 2–5 41 34 Exerzier- und Paradeplatz Lustgarten, Breite Straße 43 35 Kutschstall Am Neuen Markt 9 44 36 Ehemaliger Marstall, Breite Straße 1 A, Filmmuseum 45 37 Friderizianisches Artillerie-Denkmal, Nedlitzer Straße 19 46 38 Große Stadtschule, Friedrich-Ebert-Straße 17 48 39 Der Stadtkanal 49 40 Das Denkmal von General Friedrich Wilhelm von Steuben in der Schlossstraße 51
ANHANG 53 Exkurs zu Position 4: Die militärische Einquartierung 55 Exkurs zu Position 13: Der Garnison-Wachdienst 56 Exkurs zu Position 23: Die Potsdamer Torwachen 59 Exkurs zu Position 28: Die Reise der Königssärge 61 Exkurs zu Position 32: Heinrich Wilhelm Wagenführer 63 Exkurs zu Position 33: Das Hausregiment der Hohenzollern 64 Exkurs: Die Potsdamer Gewehrfabrik 67 Exkurs zu Position 15: Das Kürassiere-Regiment der „Gardes du Corps“ 69 Exkurs. Vom Kriegshelden zum Wohltäter von Potsdam – General Friedrich Wilhelm von Rohdich 71
Bildnachweis 77 Über den Autor 77
Grußwort Als die Hohenzollern vor mehr als 600 Jahren die Altmark betraten, konnten sie nicht ahnen, dass ihre bis 1740 erstarkte Dynastie noch schwere Kämpfe zu bestehen hat. Zu diesem Zeitpunkt nämlich mussten sich meine Vorfahren mit starken europäischen Kriegsgegnern herumschlagen, die vergeblich versucht hatten, Preußen militärisch in die Zange zu nehmen. Friedrich der Große meisterte jedoch alle Schwierigkeiten und ging aus drei Schlesischen Kriegen als Sieger hervor. Von da an behauptete Preußen für lange Zeit seine Großmachtstellung in Europa. Friedrich wusste aber auch das Kriegsglück auf seiner Seite. Er selbst meinte einmal, viel Fortüne gehabt zu haben. Die Voraussetzungen für das gute Gelingen hatte freilich erst sein Vater Friedrich Wilhelm I. gelegt. Er war es nämlich, der neben beeindruckenden Reformen in Preußen eine kampfstarke Armee aufbauen ließ. In der nun langanhaltenden Friedensperiode konnte Friedrich sein großes Aufbauwerk in Preußen ungestört vollenden. Prächtige Architekturzeugnisse dieser Zeit sind bis heute erhalten. Wie in dem Stadtführer richtiggehend festzustellen ist: die Residenzstadt Potsdam wurde „zur Perle in der Streusandbüchse der Mark Brandenburg“. Es ist schon erstaunlich, wieviel Bausubstanz aus dem 18. Jahrhundert allen Stürmen der Zeit getrotzt hat. Mit dieser Publikation schließt der Autor eine Lücke in der Potsdamer Provenienz-Forschung. Zu unserer Identität zählt auch, für die Wiedergewinnung von Teilen verlorengegangener Architektur einzustehen. Franz-Friedrich Prinz von Preußen
Vorwort und Dank Potsdam diente mehr als 300 Jahre preußischen Königen und deutschen Kaisern als Residenz- und Garnisonstadt zugleich. In ihrer Nähe befanden sich daher auch immer elitäre Leibtruppen. Schließlich war es ein Verdienst dieser Truppen, dass sich Potsdam und seine Umgebung, mit den vielen Schlössern und Gärten, zur Kulturlandschaft ersten Ranges entwickeln konnte. Warum durch die Truppen? Die Siege Friedrichs des Großen und die langanhaltende Friedensperiode machten das große Aufbauwerk in Preußen erst möglich! Als erster Herrscher zog Friedrich Wilhelm I., genannt der Soldatenkönig, im Jahre 1713, mit etwa 700 Langen Kerls (Königs-Regiment No.6), darunter die Ersatzmannschaften, in den damals kleinen Fischerort Potsdam ein. Im Verlauf von 27 Herrschaftsjahren wurde Potsdam zur militärischen Musterstadt für Preußen. Der König entwickelte sich zum Vater der Soldatenstadt Potsdam. Zuerst löste er den verschwenderischen Hofstaat seines Vaters auf, gleichzeitig schaffte er die Garden ab. Von dieser Maßnahme ebenso betroffen, die Schweizer Garde, ehemals Leibwache von König Friedrich I. Letztere hatte nach Meinung des Königs zu höfisch gelebt und verfügte daher über keinerlei Kampfkraft mehr. Unter der Regentschaft Friedrich Wilhelms I. machten die Stadt und der preußische Staat eine rasante Entwicklung durch. Die Stadt verdankte ihren Aufschwung allein dem Militär. Als der König 1740 gestorben war, hatte sich ihre Größe verdreifacht und verfügte über ein weitverzweigtes, modernes Manufakturwesen. Preußen war zudem schuldenfrei! In derselben lagen im Jahre 1739 3.861 Mann vom Königs-Regiment (No.6). Beherbergt wurden die Soldaten, zusammen mit den Ersatzmannschaften, in den Häusern von ca. 10.000 Einwohnern und in zusätzlich errichteten Wohnkasernen für die verheirateten Soldaten. Im Prinzip war Potsdam eine große Gesamtkaserne. Die angeworbenen Soldaten stammten aus aller Herren Länder und sorgten in der Stadt für ein babylonisches Sprachgewirr. Unter dem reformfreudigen und arbeitssamen König hatten sich zudem Tugenden herausgebildet, die es so früher nicht gab. Zu den wichtigsten Preußischen Tugenden zählte ein neues Arbeitsethos, das sich zuerst im Beamtentum und im preußischen Offizierkorps festigte. Ordnung und Rechtstaatlichkeit waren eine weitere preußische Devise, die den Soldaten eingebläut wurde und den vielen Einwanderern zum Nutzen gereichte. Preußische Sparsamkeit wurde bald zum neuen Markenzeichen für eine perfekte Haushaltsführung. Das Sparsamkeitsprinzip, staatlich verordnet, hat sich in Deutschland weitgehend erhalten. Friedrich Wilhelm I. war sehr fromm und liebte seine Soldaten, verabscheute aber ungerechte und kostspielige Kriege. Die berühmte Potsdamer Hof- und Garnisonkirche legte bis zu ihrer endgültigen Zerstörung, im Jahr 1968, von der ehrbaren Lebensweise des reformfreudigen Preußenkönigs Zeugnis ab. Am Ende seiner Regierungszeit zählte die Preußische Armee ca. 82.000 Mann. Die personelle Stärke reichte als Abschreckung gegen fünffach überlegene Militärallianz aus, in deren Mitte Preußen ja lag. Wie sich in den Kriegen Friedrichs des Großen zeigen sollte, war es aber nicht nur die Größe der Preußischen Armee, sondern ihre unübertroffene Ausbildung und Erziehung, die letztlich zum Sieg verhalf. Das Standhalten von 5 Millionen Preußen gegen eine Koalition von 90 Millionen hinterließ in aller Welt eine Bewunderung, die bis heute nicht vergessen ist. Den Grundstein für die erfolgreiche Armee Friedrichs des Großen hatte also der Soldatenkönig in Potsdam gelegt! Bereits vier Wochen nach dem Tod seines Vaters stellte Friedrich der Große in Potsdam einige Garderegimenter auf, die teils hier einquartiert wurden (s. Anhang). Freilich zog er mit den meisten in Potsdam neu aufgestellten Regimentern sofort in den Ersten Schlesischen Krieg von 1740/41. Aus der Zeit des 18. Jahrhunderts stammen die meisten hier aufgezählten und abgebildeten militärisch genutzten Bauten. Die frühen Wohnkasernen dienten damals Soldaten, die verheiratet waren oder Familie besaßen. Die Mehrzahl der Soldaten wohnte um 1740 freilich noch immer in Bürgerquartieren. Aus militärsoziologischer Sicht sind die Soldaten aufgrund der Einquartierung in der Stadt nicht als Fremdkörper empfunden worden, sie gehörten damals einfach dazu. Beide Seiten partizipierten von der Einquartierung, man vertrug sich recht und schlecht und der Handel wurde durch das Militär belebt. Der Hausbesitzer bekam vom König ein Servicegeld, der Soldat erfuhr durch den Hauswirt und dessen Familie eine einfache Betreuung und Bedienung. Dabei handelte es sich um das sogenannte Naturalquartier nach dem berühmt gewordenen Edikt von Sauer und Süß (Essig, Pfeffer, Salz). Die Potsdamer Langen Kerls, mit einer annähernden Größe von 2 m, galten in Europa als das „achte Weltwunder“! Friedrich der Große profitierte von den Gründungsideen seines Vaters. Für Friedrich war die Stadt seit Kindheitstagen jeher ein Lieblingsort gewesen. Daher ließ er sich dort 1746 folgerichtig ein Kleinod, nämlich Schloss Sanssouci, errichten. Unter seiner Herrschaft nahm die Stadt eine prächtige Gestalt an. Der kunstverliebte König ließ Neubauten und Schmuckfassaden nach antiken Vorbildern an schönen Plätzen errichten, und schon bald wurde die Stadt zur Perle in der Streusandbüchse der Mark Brandenburg. In Potsdam standen unter Friedrich II. ebenfalls Leibtruppen, die er wieder zur Garde erhoben hatte und die er persönlich zu exerzieren pflegte. Zu den berühmtesten friderizianischen Truppen, die in Potsdam standen, zählten das I. Bataillon-Leibgarde (No.15), das Regiment-Garde (No.15), das Grenadier-Garde-Bataillon (No.6) und das berühmte Kürassier-Regiment der „Gardes du Corps“ (K13). Die Garderegimenter galten als Lehrregimenter für die Preußische Armee. Diese Truppen und deren Traditionsnachfolger waren mit der alten Residenzstadt Potsdam bis 1918 auf das Engste verbunden. In den drei Schlesischen Kriegen, aus denen Friedrich bekanntlich als Sieger hervorging, bewiesen die Potsdamer Garden eine besondere Kampfkraft. Das war auch noch in den Deutschen Einigungskriegen der Fall, ebenso im Ersten Weltkrieg. In einer Zeit, da sich ein Teil unserer Gesellschaft mit Geschichtsvergessenheit abfindet, scheint es mir jedenfalls wichtig, das Wissen um unsere historische Vergangenheit wachzuhalten. Dazu gehören auch Kenntnisse über noch vorhandene, damals militärisch genutzte Bauten aus dem 18. Jahrhundert, die Krieg und Abrisswut überlebt haben. Der wahre ideelle und materielle Schatz einer Gesellschaft gründet sich auf dem „Alten“, nur darauf (oder in Opposition zu diesem) wurde alles Weitere aufgebaut! Zu danken habe ich Dr. Heiner Bröckermann, Dr. Joachim Göbel, Bernd Windsheimer und Ronald von Pirch. In den Dank einbezogen, mein langjähriger Verlagspartner Dr. Wolfgang Weist.
Volker Schobeß, Potsdam 2017
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