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Wolfgang Hingst
Brandstiftung in Europa!! Der "Bruderkrieg" in der Ukraine
Essays und Notizen April 2014 bis Februar 2015 mit einem kurzen historischen Abriss
lieferbar seit 08. Mai 2015
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2015, 189 S., ISBN 978-3-86465-068-0, 15,80 EUR |
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Zum Buch
Dieses Buch ist ein Hammer. Gegen die Kriegstreiberei von USA, EU und NATO in Osteuropa. Gegen die Brandstiftung in der Ukraine. Gegen das Versagen der Politik Brüssels gegenüber Russland. Gegen die Verlogenheit von Politik und Medien. Gegen den Größenwahn und die Profitgier der Vertreter des militärisch-industriellen Komplexes. Gegen die Oligarchen in Ost und West.
Dieses
Buch ist ein Plädoyer. Für eine vernünftige Friedenspolitik des „Wandels
durch Annäherung“ im Gefolge Willi Brandts. Für eine vernünftige und
ausgewogene Partnerschaft. Für Menschlichkeit und Völker-
Der Historiker und Journalist Wolfgang Hingst wird seinem Ruf als vehementer Kritiker der neoliberalistischen westlichen „Wertegemeinschaft“ wieder einmal mehr als gerecht.
Inhalt Vorwort 7 Die Guten und die Bösen 11 Ukraine – Russland: Eine düstere Geschichte 23
Essays und Notizen. April 2014 bis Februar 2015 61 Pulverfass Ukraine 63 Der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt warnt vor 3. Weltkrieg 77 USA – NATO – EU: Die fatale Dreieinigkeit 79 Ukraine: Die „Friedensmacht“ EU ist gefordert 91 Biedermann und Schokozar 93 Ukraine: Verlogene Kriegshetzerei 101 Frieden für die Ukraine 111 Dreibund der Lüge. Die Ukrainepolitik von USA, EU und NATO 117 Ukraine neutral! 127 Lech Wałęsa: der Friedensnobelpreisträger als Atom-Brandstifter 129 Blitzgneißer BND 137 Kalter Krieg um die Ukraine 139 Die Lemminge 143 Es ist still geworden um MH17 145 Obama hört nicht, was die Spatzen von den Dächern pfeifen 147 Ukraine: Langsam kommt Vernunft auf 149 Franziskus I. in Straßburg 153 Der Friedensappell 157 Bravo Netrebko! 161 Das US-Protektorat EU kuscht 163 Tsipras regiert – Schulz unkt 181 Über den Autor 189
Vorwort Vor unserer Haustür Krieg! Von Anfang an habe ich als Journalist und Historiker die Entwicklung in der Ukraine genau so besorgt beobachtet und in einigen Aufsätzen dokumentiert (die im zweiten Teil ohne Veränderung als Zeitdokumente wiedergegeben werden) wie die sinnlose Kriegshetzerei und Abschlachterei im Interesse der EU und der USA auf dem Balkan in den 90er Jahren. In beiden Fällen war von Anfang an klar zu erkennen, dass die Politik mit der Brechstange und Nulldiplomatie des Westens durch die einseitige und manchmal auch gegenüber Russland böswillige Berichterstattung in den Mainstreammedien in unseren „aufgeklärten“ Demokratien kompensiert werden sollte. Dafür wurden vor allem NATO-affine Kräfte eingesetzt. Was da auf dem Spiel steht, wurde uns Anfang 2015 auf drastische Weise vor Augen geführt. Dass die Islamisten die Presse-Freiheit mit dem Tode bestrafen, wissen wir spätestens seit dem grauenhaften Attentat auf die Karikaturisten von „Charlie Hebdo“. Wie aber ist es um unsere eigene Pressefreiheit bestellt? Wie können wir hinnehmen, dass Putschisten in Kiew als Helden und dargestellt werden wie kürzlich im „Spiegel“/1/ und Putin/2/ als „Brandstifter“ verteufelt wird? Wie ist es um unsere „Pressefreiheit“ bestellt, wenn kritische und besorgte Beobachter der Entwicklung in der Ukraine als „Putinversteher“ denunziert werden? Einer der dienstältesten und besten Kabarettisten Österreichs, Lukas Resetarits, hat dazu ein belebendes und erleichterndes Wort gesagt: „Das blödeste Schimpfwort des Jahrzehnts: Putinversteher. Das geht mir auf die Nerven.“ (Kurier, 1. März 2005, S. 31) Diagnose: In Europa nimmt die Pressefreiheit ab. Beispiel: Kürzlich wurde der belgische Journalist Xavier Lambert mit dem Thema westliche Pressefreiheit hautnah konfrontiert. Lambert arbeitet beim Verlag „Sudpresse“ mit den meisten frankofonen Lesern in Belgien. Er stellte eine geplante Titelseite in Frage, auf welcher die drei Attentäter von Paris mit dem Zusatz „erschossen“ dargestellt waren. Überschrift: „Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan“. Lambert wollte diese Form von Gerechtigkeit im nächsten Redaktionskollegium diskutieren. Das kam dem Chefredakteur frühzeitig zu Ohren, der darin einen „inakzeptablen Akt des Aufwiegelns eines bösartigen Querulanten“/3/ sah. Nur weil Gewerkschafter und Journalistenkollegen Sturm liefen, entging Lambert der Kündigung. Während in Europa anlässlich der Attentate von Paris Massendemonstrationen für die Pressefreiheit stattfanden, nahm diese Pressefreiheit in Europa ab. Das hat soeben die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ festgestellt./4/ Müssen wir dem autoritären Stil auch autoritär entgegentreten? Ein Journalistenfreund schrieb mir: „Man darf ihnen nicht mit Sozialarbeitersprache, nicht sanft kommen, sondern autoritär, weil sie alles, was nach Schwäche riecht, an ihre eigene frühkindliche Schwäche erinnert, die sie verleugnet haben. Sie erleben Schwäche als Terror, als Bedrohung, und um sie zu bekämpfen, projizieren sie diese nach außen, auf andere, Minderheiten, Schwächere. Das heißt, sie brauchen Opfer.“ Meine Antwort: „Wenn wir ihnen autoritär kommen, begeben wir uns auf ihre Stufe. Das kann nur grausam enden. These: Wir müssen den schwersten Weg gehen, das heißt bei uns selber beginnen. Raus aus der ständigen Verletzung des Völkerrechts und der Menschenrechte, die wir selbst zu verantworten haben, raus aus den islamischen Ländern, raus aus Öl- und Gasinteressen … Wir müssen dem Islam mit Achtung begegnen, seine Fehler benennen aber auch seine Errungenschaften. Solange die Gegensätze zwischen Sunniten und Schiiten nicht thematisiert werden (die für unser Denken marginal sind), können wird nicht weiterkommen. Wie lange hat es im Christentum gedauert, bis sich Lutherische und Römisch-Katholische angenähert haben? Bis heute, also 500 Jahre. Wir brauchen viel Zeit und Geduld.“ Gerade im Zusammenhang mit dem ruchlosen und abscheulichen Terrorattentat in Paris im Januar 2015 wird die Pressefreiheit als zentraler Wert des Westens genannt. Die guten Leute vergessen allerdings, dass die Freiheit der Presse nur die Freiheit der Eigentümer der Presse ist. Der deutsche Journalist Dirk C. Fleck hat das am Beispiel der angeblichen Führungsmacht des Westens, der USA, so auf den Punkt gebracht: Es gibt in der USA 1.500 Zeitungen, 1.100 Magazine, 9.000 Radiostationen und 1.500 TV-Anstalten. Die sind in sechs Händen konzentriert, in sechs Händen, davon sind vier Rüstungsunternehmen und zwei Energieunternehmen.“ (Siehe Artikel „Das US-Protektorat EU kuscht“) Warum lässt sich Deutschland medial und in jeder Hinsicht von den USA gängeln? Eine überraschende Antwort findet man in einer Aussage von Professor Werner Weidenfeld, dem ehemaligen Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit. In einer ARD-Talkshow sagte er wörtlich: „Ich kann Ihnen sagen, in meinen 12 Jahren als Amerika-Koordinator hab ich drei Phasen der Verhaltensweisen der amerikanischen Regierung erlebt. In dem Moment, wo man mit ihnen einer Meinung ist, sind wir die besten Freunde, wir umarmen uns, man hat Angst um seine Rippen, weil die Umarmungen so intensiv sind. Wenn wir in zweitrangigen Fragen nicht einer Meinung sind, dann sagt die amerikanische Regierung regelmäßig: Und das passiert uns, wo bleibt die Dankbarkeit in der Geschichte? Wir haben die Freiheit und Sicherheit der Deutschen erobert und behalten. Wenn wir in einer ernsten Frage anderer Auffassung sind, dann kommt (Weidenfeld schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch), Geheimdienstmaterial auf den Tisch, das Deutschland belastet. Und: Entweder ihr macht mit oder ihr seid dran.“ (ARD, Beckmann, 8.4.2014; http://www.youtube.com/watch?v=sfuh4rya2aA) Da fragt sich dann nur noch, welches Material so belastend für ein Land wie Deutschland ist, dass man es damit so unter Druck setzen kann. Anmerkungen /1/ „Der rote Platz“. In: Der Spiegel, 14.2.2015, S. 91 ff. /2/ Siehe Artikel „Verlogene Kriegshetzerei“ /3/ Alexander U. Mathé: Eklat um Charlie-Berichterstattung. In: Die Presse, 16.1.2015, S. 8 /4/ Alexander U. Mathé: „Pressefreiheit nimmt in Euroap ab“. In: Wiener Zeitung, 13.1.2015, S. 4 ...
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