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Hans-Joachim Petsche
 

 

Philosophieren in Wendezeiten.

Band 2: Nüchternschmerz im Irrenhaus. Ortlose Texte am Rande der Philosophie

 

 

 

2016, [= Hochschulschriften, Band 46], 335 S., 2., überarb. Auflage, ISBN 978-3-86464-146-6, 29,80 EUR

 

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Klappentext

Die in diesem Bändchen versammelten Texte umsäumen die Wendezeit und wurden nicht geschönt; der Titel ist ernst gemeint. Wer bei ihm an Heiner Müller und Volker Braun, an Gilles Deleuze und Felix Guattari, an Michel Foucault und Karl Marx denkt, liegt richtig. Auch meint er sich so „vulgär: materialistisch“, daß er nicht auf intellektuelle Ernüchterung, sondern auf die Folgen „körperlichen Unbehagens“ (Braun) abstellt, das sich im Angesicht des real existierenden Kapitalismus einstellt. Und er zielt, vom Rande der Reflexion, auf Ränder (Müller). Philosophie am Rande sozusagen.

 

 

Inhalt

Vorbemerkung                                                                 7

 

Prolog: Rede am Grab des Vaters (Mai 1986)                   9

 

1.   Gedanken zum philosophischen Begriff der Totalität (März 1983)                                                  17

2.   Triebkraftforschung: Relikt postbaconischer, prometheischer Euphorie? (November 1988)                 27

3.   Wissenschaftlich-technische Revolution und sozialistische Lehrerpersönlichkeit (Oktober 1989)        37

4.   Ist akademische Ausbildung möglich? (Mai 1990)    63

5.   Zum Problem der Grenze (November 1994)             71

6.   Von der Ungewißheit der Gewißheiten. Ein Streitgespräch mit Thomas Schäfer (Oktober 1996)         95

7.   Von einer Kindergeschichte, der Grundfrage der Philosophie, Selbstmord, Enteignung und Wende, von Links und dem Turmbau zu Babel, insonderheit von Currywürsten, Tischen,

      Weckern, alten Männern, Türken, Sauriern, Frauen und Werderschem Obstwein, Kneipen, Forth und Rentnersilos, sowie davon, daß nichts so bleibt, wie es wird (April 1997 / Mai 1998)       111

8.   Grenzen der Aufklärung – Aufklärung der Grenzen. Möglichkeiten und Perspektiven sozialer Gestaltungsfähigkeit (Dezember 1997)          143

9.  Außerhalb des offiziellen Programms (Dezember 1997)     169

10.   Aporien der Moderne am Ausgang des Jahrtausends: Gesellschaft, Kultur und Politik in der Krise? (April 1998)      177

11. Traurede zur Eheschließung eines Philosophen (August 2001)      201

12. Der Dialog der Kulturen und das Problem der Grenzen (Januar 2001 / Dezember 2004)                 213

13. The Education Brokerage – Szenario 2005. Der Börsenwert konfektionierter Aufklärung und die (Im)Potenzen der Informationstechnologien (Juli 2001)          231

14. „Technologische Konvergenz“ und die „Hochzeit von Mensch und Maschine“ – (er)finden wir Utopia? (Juli 2005)    249

15. Topoi der Rationalität – Umrisse eines Forschungsfeldes (September 2008)                                275

16. Die Wende zur Potsdamer Universität – Persönliches, ganz allgemein (Oktober 2015 / Juni 2016)                      297

 

Epilog: Für Helmut (Februar 2005)                              313

Referenzen und Quellenangaben                                319

Literatur                                                                 321

Über den Autor                                                        339

 

 

 

Vorbemerkung

Abgelaufene und verstreute Gedanken zur Bildung und deren Ermöglichungsbedingungen sind in diesem Band zusammengetragen. Die DDR läßt grüßen: „sechzig Jahre Bildungsdiktatur“ (Nordhofen 1998) sollens gewesen sein ... Wen wundert‘s da, dass das Bildungsthema bemüht wird?

Aber: „Wir befinden uns soweit wohl“ (Braun 1998, 109). Es ist vorbei. Die Grenzen sind ent-wendet. Je größer der Abstand, desto unschärfer werden die Konturen. Mit der Richtigstellung (Heidegger) der Geschichte verliert sich (unsere) Wahrheit. Es bleibt die Versuchung, im Ankommen das Verschwinden festzuhalten. Aber man kann nicht in zwei Leben leben und das verstellt das Verstehen. Wenn sich beim Lesen der Texte zumindest Irritationen einstellten, wäre schon mehr erreicht, als zu hoffen gewagt werden kann. Jetzt herrscht allerorten das Grauen der Normalität einer aus den Fugen geratenen Welt – The time ist out of Joint: „Weder Reife noch Krise, noch selbst Agonie“ (Derrida 1996, 127).

Einer entzeitigten Welt jedoch geht die Ortlosigkeit verloren. Erst wenn die Welt wieder verfügt ist, – erst wenn die sich aufmachen wieder über die Welt zu verfügen, die sie ausmachen –, kann Utopie erneut am Horizont aufschimmern ...

Die in diesem Bändchen versammelten Texte umsäumen die Wendezeit und wurden nicht geschönt; der Titel ist ernst gemeint. Wer bei ihm an Heiner Müller und Volker Braun, an Gilles Deleuze und Felix Guattari, an Michel Foucault und Karl Marx denkt, liegt richtig. Auch meint er sich so „vulgär: materialistisch“, daß er nicht auf intellektuelle Ernüchterung, sondern auf die Folgen „körperlichen Unbehagens“ (Braun 1983, 17) abstellt, das sich im Angesicht des real existierenden Kapitalismus einstellt. Und er zielt, vom Rande der Reflexion, auf Ränder (vgl. Müller 1991, 27–28). Philosophie am Rande sozusagen.

„Jetzt streunt das Denken in der Welt, ... – Es ist nicht die Zeit für Radikaldemokratie. ... Wir sind erst einmal am Ende“ (Braun 1998, 107–109).

„Nekrophilie ist Liebe zur Zukunft“ (Müller 1991, 7), titelte Müller. Noch hoffe ich auf die Wiederauferstehung: der Utopie. Was bleibt mir vorerst übrig, als zurückzublicken.