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Felix Holtschoppen 

Rebellische Technik. Maschinenphantasien in der literarischen Phantastik um 1900

[= ZeitStimmen, Band 6], trafo verlag 2005, 165 S., ISBN 978-3-89626-601-9, 24,80 EUR

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Zu den Rezensionen

Inhaltsverzeichnis

Statt eines Vorwortes: Inszenierungen des Menschseins in der Phantastik 9

Susanne Scholz

1. Einleitung 17

1.1 Diener und Herren: Ambivalenz der Technikbilder 18

1.2 Das entthronte Subjekt: Nietzsche, Freud, Einstein 24

1.3 Zur kulturellen Funktion phantastischer Literatur 29

2. Unter Strom: Georg Fröschels "Ein Protest" 35

2.1 Phantastische Ambivalenz: Die wahnsinnige Erzählinstanz 36

2.2 Leitungsnetze und Nervensysteme 41

2.3 Ein "Aufruhr aller Dinge": Sexualisierte Technik 44

2.4 Das Reich des Unsichtbaren: Strom, Telegraphie, Photographie 50

2.5 Okkulte Energien und psychische Fernwirkungen 53

3. Undankbare Kinder: Gustav Meyrinks "Die vier Mondbrüder" 59

3.1 Anspruch auf Glaubwürdigkeit: Strategien der Legitimierung 62

3.2 Sonne, Mond und Sterne: Auflösung im Zeichen der Transzendenz 67

3.3 Maschinen bei Mondschein: Alptraum der gesteigerten Produktivität 76

4. Massenproduktion: K. H. Strobls "Der Triumph der Mechanik" 89

4.1 Patriotische Produkte: Technik im nationalen Wettstreit 91

4.2 Gefährliche Wucherung: Proliferierende Pelztiere und böse Keime 103

5. Disziplinarmaschine: Kafkas "In der Strafkolonie" 113

5.1 Der zweifelnde Erzähler: Perspektive und phantastische Verunsicherung 116

5.2 Produktive Disziplin: Taylor und die Erziehung des proletarischen Körpers 123

5.3 Die Arbeit des Aufklärungsapparats: Sichtbarkeit und Selbstzerstörung 132

6. Zusammenfassung 147

7. Literaturverzeichnis 151

Über den Autor 165

 

 

Zum Inhalt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird vielerorts das Hohelied der Technik gesungen. Die glorifizierten technischen Erfindungen erscheinen als zivilisatorisches Mittel, um die Vormachtstellung des (westlichen) Menschen zu sichern und ihm eine vermeintlich ungezügelte Natur dienstbar zu machen. Doch was, wenn das Werkzeug außer Kontrolle gerät, einen eigenen Willen entwickelt und den Status des Dieners gegen den des Herren tauscht? Die literarische Phantastik nimmt sich solcher Ängste an und agiert sie in bedrohlichen Schreckensszenarien aus.

Der vorliegende Band nimmt diese Maschinenphantasien in Texten von Kafka, Meyrink, Strobl und Fröschl unter narratologischen, medientheoretischen und kulturwissenschaftlichen Gesichtspunkten in den Blick und untersucht die ihnen zugrunde liegenden kulturellen Beunruhigungen.