trafo verlag 2006, 288 S., zahlr. Abb., ISBN (10) 3-89626-545-8, ISBN (13) 978-3-89626-545-6, 24,80 EUR
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PROLOG
„Hierdurch versichere ich folgendes an Eidesstatt: Am
Morgen na dem Reichstagsbrande rief mich Herr Ernst Torgler telefonisch
an, und fragte mich, ob ich bereit sei, ihn zum Polizeipräsidium zu begleiten,
wohin er gehen solle, um die Beschuldigungen zu entkräften, die im Zusammenhang
mit dem Reichstagsbrand gegen ihn erhoben seien. Ich erklärte mich
bereit und rief sofort im Polizeipräsidium an, um mitzuteilen, daß ich
zusammen mit Torgler sofort hinkommen werde. Wenn ich mich recht
erinnere, sprach ich mit dem Polizeirat Heller. Ich fuhr dann mit Herrn
Torgier zusammen im Auto zum Polizeipräsidium und begab mich zu Herrn
Heller, dem ich sagte: "Hier ist Herr Torgler und ich bitte ihn über
die Beschuldigungen zu vernehmen, nach denen er irgendwie am
Reichstagsbrande beteiligt sein soll. Die Nachricht, daß Torgler
freiwillig erschienen war, um sich vernehmen zu lassen, führte dazu,
daß mehrere Polizeibeamte in das Zimmer kamen, in dem ich war und
sagten: "Ist Torgler wirklich von selber gekommen?" Herr
Heller ging dann in ein anderes Zimmer, während ich im Vorzimmer
wartete. Nach längerer Zeit kam dann Herr Torgler wieder aus dem Zimmer
heraus, und wir warteten gemeinsam bis uns Herr Heller wieder in ein
anderes Zimmer rief und in meinem Beisein Herrn Torgier für verhaftet
erklärte." (Erklärung des Rechtsanwalts Kurt Rosenfeld) Mit diesem Schritt begab sich der Vorsitzende der
KPD-Reichstagsfraktion, Ernst Torgler, am 28. Februar 1933 in die
Hand der Hitler-Regierung. er wurde von ihr zu einem Hauptangeklagten in
einem spektakulären Schauprozeß erkoren. Er sollte der Weltöffentlichkeit
suggerieren, die KPD habe den Reichstag in Brand gesteckt, um damit für
ihre Anhänger das Zeichen zum blutigen Aufruhr und zum Bürgerkrieg zu
geben. Für Ernst Torgler sollte sich dieser freiwillige Gang in das
Polizeipräsidium am Alexanderplatz als tiefgreifende Zäsur erweisen
und zur ungewollten Wende seines weiteren Lebens werden. |
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Biographische Angaben |
Inhalt
Prolog 1.
Prägende Jahre 2.
Kommunalpolitik und Bildungsobmann 3.
Freunde und Wegbegleiter 4.
Reichstagserfahrungen 5.
Fraktionsvorsitzender Torgler 6.
Kanzlerverschleiß: Brünning, Papen, Schleicher 7.
23. Februar 1933 – Karl-Liebknecht Haus durchsucht und geschlossen 8.
„Der Reichstag brennt" 9. "Dieser Montag, der 27. Februar, war für mich ein Tag wie jeder andere..." 10. Die Verteidiger – Qual der Wahl 11.
Ein „Braunbuch" klagt an 12.
Leipzig: "Die hochverräterischen Bestrebungen der Kommunistischen Partei 13.
Leipzig und der lange Schatten von London 14.
"Sprechen Sie den Angeklagten Torgler frei" 15.
Das Urteil 16.
Von der Prozeßniederlage zur Prozeßneuauflage 17.
Die lebenslange Mutantin: Maria Rees 18.
Ein Lebenslauf im Dschungel von Lügen und Gerüchten 19.
"Betr: Concordia – Sender für England 20.
Der Krieg im Osten 21. Bückeburg 1945 – Ende und Neubeginn 22.Weggefährten in Entscheidungszwängen 23.
Endstation Hannover 24.
Ein richtiger Sozialdemokrat wurde er aber nie 25.
Epilog 26.
Abkürzungsverzeichnis 27.
Personenregister 28.
Quellen- und Literaturverzeichnis |