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von Treskow, Isabella / Buschmann, Albrecht / Bandau, Anja (Hrsg.)

Bürgerkrieg – Erfahrung und Repräsentation

mit einem Geleitwort von Herfried Münkler, [= Potsdamer Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte, Bd. 4], trafo verlag 2005, 262 S., zahlr., teils farb. Abb., ISBN 3-89626-538-5, 26,80 EUR

 

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Zu den Rezensionen

 

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort 7

Herfried Münkler

 

Einleitung 13

Isabella von Treskow, Albrecht Buschmann, Anja Bandau

 

Gewalt und Nähe. Zur Erforschung des Bürgerkriegs – das Beispiel der italienischen Erinnerungsliteratur zur guerra civile 1943–1945 19

Isabella von Treskow

 

Gewalt als Fest. Der Beginn des Bürgerkriegs 53

Erhard Stölting

 

Fenstersturz als Fanal. Zur Bildlogik von Gewaltexzessen 73

Godehard Janzing

 

Held – Gedächtnis – Nation. Der Soldat als Symbolfigur der spanischen Literatur bei Max Aub und Javier Cercas 103

Albrecht Buschmann

 

(Anti-)Helden wie wir? Konstruktion und Destruktion des Heroischen im Film über den Spanischen Bürgerkrieg. André Malraux’ Sierra de Teruel (1939), Carlos Sauras La caza (1965) und David Truebas Soldados de Salamina (2003) 127

Christian von Tschilschke

 

Hinrichtung als Befreiung. Zum ausgebliebenen Bürgerkrieg in frühen deutschen Nachkriegstexten 153

Helmut Peitsch

 

Umrisse eines Forschungsfelds „Bürgerkrieg und Musik" am Beispiel des Jugoslawien-Konflikts 173

Rainer Bayreuther

 

Der Schmelztiegel als Schlachthaus – Anmerkungen zu Martin Scorseses Film Gangs of New York 209

Daniela Kloock

 

Vergewaltigung als Trope? Texte über den Genozid in Ruanda 225

Anja Bandau

 

Zu den Autorinnen und Autoren 259

 

Zum Inhalt

Bürgerkriege finden statt.

Mehr denn je steht die Öffentlichkeit vor Konflikten, in denen einzelne gesellschaftliche Gruppen in nationalen und transnationalen Räumen gegeneinander Gewalt anwenden. Solche Konflikte fordern Künste und Informationsmedien besonders heraus, denn meist müssen sie in demselben kulturellen System, in dem der Konflikt ausgetragen wird, zu ihm Stellung beziehen. Dabei können Literatur, Film und Musik, Fernsehen und Presse nicht neutral reagieren, und moralische Wertungen sind schwierig. So werden die Fronten eines Bürgerkriegs oft auch symbolisch verschärft, oft durchziehen sie jahrzehntelang die Erinnerungskultur eines Landes – z. B. in Spanien oder im ehemaligen Jugoslawien.

Dieser Band gibt erste Antworten auf die Frage, wie Künste und Medien mit der für den Bürgerkrieg charakteristischen Verbindung von Gewalt und räumlich-kultureller Nähe umgehen. Zur Debatte stehen der jugoslawische Bürgerkrieg, der Genozid in Ruanda, der spanische und der italienische Bürgerkrieg, der US-amerikanische Sezessionskrieg, die französischen Religionskriege und sub-staatliche Auseinandersetzungen zwischen Palästina und Israel. Aus interdisziplinärer Sicht wird hier erstmals gebündelt das Wechselverhältnis zwischen Künsten und Medien auf der einen Seite und der Spezifik des gewaltsamen Gesellschaftskonfliktes auf der anderen untersucht, des Kampfes von Bürgern gegen Bürger.

 

 

Geleitwort

Herfried Münkler

Politisches Denken setzt damit ein, dass es begriffliche Ordnung zu schaffen versucht. Die Ordnung der politischen Begriffe ist die Basis der politischen Ordnung. Nun ist der Einbruch der Gewalt in das gesellschaftliche Leben eher ein ordnungsauflösendes als ein ordnungsstiftendes Ereignis, aber gerade diese Gewalt muss begrifflich geordnet werden, wenn man ihrer Herr

werden will. Die Ordnung der Begriffe ist der Ansatz zur Kanalisierung bzw. Hegung der Gewalt, und dabei hat seit den Anfängen des politischen Denkens in der Antike die Unterscheidung zwischen Staaten- und Bürgerkrieg eine zentrale Rolle gespielt. So wurde in der griechischen Antike zwischen polemos und stasis unterschieden, wobei stasis für die Gewaltausbrüche innerhalb eines Gemeinwesens steht, während polemos den gewaltsamen Konflikt zwischen organisierten politischen Einheiten bezeichnet, etwa den zwischen

Stadtstaaten, vor allem aber den zwischen unterschiedlichen politischen Kulturen ausgetragenen Krieg, beispielsweise den der Griechen gegen die Perser. In Verbindung mit dieser begrifflichen Ordnung der Gewalt hat sich eine Vorstellung davon entwickelt, dass die begrifflich unterschiedenen Gewaltkonflikte differenten Regeln folgen bzw. folgen sollen, unterschiedliche Eskalationsdynamiken aufweisen und auch die Rationalität der gegeneinander kämpfenden Akteure eine jeweils andere ist. Aber die Ordnung der politischen Begriffe, die häufig über antithetische Paarbildungen hergestellt wird, wie etwa auch die von Staaten- und Bürgerkrieg, sollte nicht mit einer unmittelbaren Bezeichnung der in der realen Welt anzutreffenden Ereignisse und Entwicklungen verwechselt werden. Durchweg ist ihr ein konstruktivistisches Element zu Eigen: Sie beobachtet Unterschiede, aber indem sie diese Beobachtungen in Begriffe fasst, macht sie kleine Differenzen zu wesensmäßigen Unterschieden, verstetigt kontingent auftretende Varianz, um sie berechenbar und prognostizierbar zu machen. Das lässt sich auch an der Unterscheidung zwischen Staaten- und Bürgerkrieg beobachten, bei der sich die Entwicklung des Kriegsvölkerrechts seit dem 16.

Jahrhundert fast ausschließlich auf den zwischenstaatlichen Krieg konzentriert hat, während die innergesellschaftlichen Gewaltkonflikte weitgehend außer Betracht und damit unreglementiert blieben. Der Bürgerkrieg galt und gilt in kriegsrechtlicher Hinsicht als das Ungeordnete und Unordentliche, und dementsprechend gibt es eine starke Neigung, in allen Kriegen, die sich den

Regeln des Kriegsvölkerrechts, also der Haager Landkriegsordnung und den Genfer Konventionen, entziehen, Elemente des Bürgerkriegs auszumachen.

Der Bürgerkrieg ist auf diese Weise zum Inbegriff des nichtregulierten, mit gesteigerter Grausamkeit geführten Krieges geworden. Vor allem gilt er als der Krieg, in dem die Gewaltanwendung prinzipiell keinen Reziprozitätsstrukturen unterliegt, wo nicht Soldaten gegen Soldaten bzw. Krieger gegen Krieger  kämpfen, sondern die Gewalt unspezifisch ist und sich vor allem gegen die Zivilbevölkerung richtet. Der Bürgerkrieg kennt die für den Staatenkrieg zentrale Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nonkombattanten nicht.

Die binäre Codierung des Kriegsgeschehens als Staaten- oder Bürgerkrieg ist mit einem Kranz von Konnotationen umgeben, der weit über die sachliche Unterscheidung beider Kriegstypen hinausgeht und eine Fülle ethisch-ästhetischer Wertungen enthält. Danach galten Staatenkriege bis weit in den Anfang des 20. Jahrhunderts hinein als ein mitunter unvermeidliches, zumeist aber probates Mittel zur Entscheidung von Streitfällen zwischen Staaten, wenn diese nicht mehr mit diplomatischen Mitteln gelöst werden konnten.

Wenn Clausewitz davon spricht, mit Kriegsbeginn werde die Feder der Diplomatie gegen das Schwert des Krieges vertauscht, so bezieht sich das ausschließlich auf den zwischenstaatlichen Krieg und hat keinerlei Bezug zu innergesellschaftlichen Kriegen. Diese galten seit der Antike, etwa den Bürgerkriegsbeschreibungen bei Thukydides und Sallust, als das absolut zu Vermeidende, weil sie die gesellschaftliche und politische Ordnung für lange Zeit zerstörten. Man kann aus Sallusts Analyse des in die Catilinarische Verschwörung

hineinführenden Sittenverfalls geradezu den Ratschlag herauslesen, Rom hätte zu Beginn des 1. vorchristlichen Jahrhunderts einige Kriege mehr gegen äußere Feinde führen sollen, um so den moralischen Verfall aufzuhalten, der nach Sallusts Auffassung direkt in den Bürgerkrieg geführt hat.

Der Bürgerkrieg ist danach der Endpunkt des moralischen Verfalls, während der Staatenkrieg ein Instrument der sittlichen Erneuerung eines Volkes sein kann. „Der Krieg", so Hegel in der Rechtsphilosophie (§ 324) über den Staatenkrieg, „als der Zustand, in welchem mit der Eitelkeit der zeitlichen Güter und Dinge, die sonst eine erbauliche Redensart zu sein pflegt, Ernst

gemacht wird, ist hiermit das Moment, worin die Idealität des Besonderen ihr Recht erhält und Wirklichkeit wird; – er hat damit die höhere Bedeutung, dass durch ihn, wie ich es anderwärts ausgedrückt habe, ‚die sittliche Gesundheit der Völker in ihrer Indifferenz gegen das Festwerden der endlichen Bestimmtheiten erhalten wird, wie die Bewegung der Winde die See vor der Fäulnis bewahrt, in welche sie eine dauernde Ruhe, wie die Völker ein dauernder oder gar ein ewiger Friede versetzen würde‘". Was Hegel hier vom zwischenstaatlichen Krieg erwartet, hat sein Pendant in Thukydides’ Analyse des Bürgerkriegs in der Stadt Kerkyra, wo die demokratische und die aristokratische Partei in einen erbitterten Kampf um die Herrschaft über die Stadt geraten sind: „So kam durch die Bürgerkriege im Hellenenvolk jede Art von Sittenlosigkeit auf, und die Einfalt, der edle Gesinnung so nahe verwandt ist, wurde verhöhnt und verschwand; einander gegenüberzustehen mit Mißtrauen im Herzen war weithin die Regel. Das zu schlichten hatte weder das Wort die Kraft noch der Eid bannende Macht; nein, wenn sich einer stärker (als sein Gegner) fühlte, achtete er aufgrund der Überlegung, daß Sicherheit nicht zu erhoffen sei, mehr darauf, keinen Schaden zu nehmen, als daß er irgend jemand vertraute." (Der Peloponnesische Krieg, III, 81, 1–2)

Dem Staatenkrieg ist auf der Grundlage dieser und ähnlicher Gegenüberstellungen über die Charakterisierung als „Auskunftsmittel im Konflikt der Staaten" hinaus eine politisch-ethische Produktivität zugeschrieben worden, die von der republikanischen Idee, durch (Staaten-)Krieg werde die Tugend der Bürger erneuert, bis zu der Beobachtung reicht, dass in Kriegszeiten die Kirchen voller seien als in Friedenszeiten. Dagegen hat Thomas Hobbes, einer der Begründer des politischen Denkens der Neuzeit, die thukydeidische Beschreibung des Bürgerkrieges zur generellen Charakterisierung des Naturzustandes erweitert: Vor Eintritt in den Gesellschaftszustand, der von Hobbes als eine staatlich abgesicherte Ordnung verstanden wird, befinden sich die Menschen in einem Zustand generalisierter Unsicherheit, der als Bürgerkrieg, als „Krieg eines jeden gegen jeden", wie ihn Hobbes definiert, bezeichnet werden kann. Die staatliche Ordnung ist also errichtet gegen die Drohung des Bürgerkrieges und die in ihm vorherrschende Ungewissheit, die das Leben der Menschen prägt. Bürgerkrieg heißt danach, dass die vorhersehbare Zukunft auf wenige Tage, wenn nicht wenige Stunden zusammenschrumpft und demgemäß längerfristige Dispositionen der Menschen, aus denen Reichtum und Wohlstand erwachsen, nicht möglich sind. Der Verlust von Zukunft, zumindest Zukunftssicherheit, kann als allgemeines Merkmal von Bürgerkriegen angesehen werden. Hobbes hat im Leviathan (I, 13) darum das Leben im Naturzustand als „einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz" bezeichnet. Alles kommt darauf an, diesen Zustand so schnell wie möglich zu verlassen und dafür Sorge zu tragen, dass man nicht mehr in ihn zurückfällt.

Die Einsetzung des Souveräns und seine Ausstattung mit unbegrenzter Macht ist bei Hobbes vor allem eine Absicherung gegen den Rückfall in den Bürgerkrieg. Im Unterschied zum Staatenkrieg ist der Bürgerkrieg in der Geschichte des politischen Denkens eigentlich immer als der Einbruch des Chaos angesehen worden, dem selbst bei dialektischer Betrachtung nichts Positives und Produktives abzugewinnen ist. Das hat sich erst geändert, als an die Stelle des Bürgerkriegsbegriffs die Idee der Revolution als Bezeichnung für die inneren Konflikte einer Gesellschaft trat – und zwar einer Revolution, die nicht mehr, wie die ursprüngliche Begriffsbedeutung besagte, als eine Weiterdrehung im Kreislauf der Verfassungsformen begriffen wurde, wobei klar war, dass nach dem Durchlaufen einer begrenzten Anzahl verfassungstechnischer Möglichkeiten alles wieder von vorne beginnen würde, sondern in der die Vorstellung der Schaffung von etwas Neuem, noch nie Dagewesenem mitschwang. Als der Revolutionsbegriff sich mit der Fortschrittsvorstellung verband und die Vorstellung aufkam, Revolutionen seien Mittel zur Beschleunigung des menschlichen Fortschritts auf dem Weg in eine bessere Gesellschaft, wenn nicht zur Selbstvervollkommnung der Menschheit, verlor der Bürgerkrieg für viele den Schrecken des bloß Chaotischen und Destruktiven.

Der Bürgerkrieg wurde nun, von der Französischen Revolution bis zur Oktoberrevolution in Russland, zu einer Begleiterscheinung der revolutionären Beschleunigung, bei der sich die Gegner des gesellschaftlichen und politischen Fortschritts diesem mit Gewalt entgegenstemmten. Die Ursache des Bürgerkriegs war der reaktionäre Widerstand gegen den Fortschritt. Die politische Semantik folgte unter diesen Umständen der politischen Position: Die Linke begriff politische Gewalt als Begleitphänomen des revolutionären Fortschritts; sie sprach vorwiegend von der Revolution, und wenn vom Bürgerkrieg die Rede war, dann durchweg in Verbindung mit der Konterrevolution. Die Rechte dagegen sah hinter fast jedem Schritt gesellschaftlicher Liberalisierung die Drohung des Bürgerkriegs heraufziehen, und nach 1917 war es gar der Weltbürgerkrieg, den sie mit autoritären, wenn nicht diktatorischen Mitteln abzuwehren beabsichtigte.

Diese für das 19. und 20. Jahrhundert charakteristischen Konstellationen, in denen die Schrecken des Bürgerkriegs einerseits durch die Fortschrittsversprechen der Revolution aufgesogen wurden und andererseits der Verweis auf die Gefahren eines Bürgerkriegs dazu diente, die politische Koalition der Rechten und Konservativen zu festigen und ihr bis weit in liberale Kreise hinein Unterstützer und Anhänger zuzuführen, haben sich inzwischen weitgehend aufgelöst. Bürgerkrieg ist wieder zu einem Begriff geworden, den man verwenden kann, ohne damit sogleich in eine bestimmte politische Ecke zu geraten. Das hat vielerlei Gründe, von denen die allmähliche Erosion der Fortschrittsorientierung und damit auch die Idee einer revolutionären Beschleunigung nur einer ist. Auch die beiden totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts, Faschismus bzw. Nationalsozialismus auf der einen und Bolschewismus bzw. Maoismus auf der anderen Seite, wurden in ihrer fatalen Nähe zu einem auf Permanenz gestellten Bürgerkrieg erkennbar. Dabei haben Faschismus und Nationalsozialismus durch das Spiel mit der Angst vor dem Bürgerkrieg, den vom Zaum zu brechen der politischen Linken insinuiert wurde, eine Unterstützung ihrer Bewegungen bis weit in bürgerliche Kreise hergestellt, während der große Terror Stalins, aber auch die Kulturrevolution Mao Tsetungs als eine Form des von oben initiierten und gesteuerten Bürgerkriegs angesehen werden können. Die Revolutionsvorstellung verlor, von einer kurzen romantischen Renaissance in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren abgesehen, ihre Bedeutung. Gleichzeitig büßte auch die politische Instrumentalisierung des Bürgerkriegs als Legitimationsressource autoritärer Regimes an Überzeugungskraft ein. Bis in den Anfang der 1970er Jahre hinein war mit ihr, vom frankistischen Spanien bis zum Griechenland der Obristendiktatur, in Europa noch Politik gemacht worden. In der Gegenwart bedienen sich ihrer nach wie vor einige autoritäre Despoten, vor allem in Zentralasien.

Was bedeutet das für die hier verhandelten Fragen und Probleme? – Bürgerkrieg ist kein rein sachlich-fachlicher Begriff der politischen Sprache, der durch möglichst präzise Definitionen unter Kontrolle gehalten werden kann. Seit den Anfängen des politischen Denkens hat er sich zur Sammelbezeichnung für jene Formen gewaltsamer Konfliktaustragung entwickelt, in denen die am Konflikt beteiligten Akteure nach schwer berechenbaren Vorgaben agieren, in denen Eskalationsdynamiken nichtreziproken Mustern folgen und in denen die Gewalt weder durch ein Ethos der Kämpfer noch durch rechtliche Normierungen begrenzt wird. Mit dem allmählichen Verschwinden des zwischenstaatlichen Krieges seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Bürgerkrieg  zum vorherrschenden Kriegstypus des ausgehenden 20. Jahrhunderts geworden: Der neue Begriff der transnationalen Kriege, der die Vermischung von Elementen des zwischenstaatlichen mit solchen des innergesellschaftlichen Krieges bezeichnet, ist mit ihm eng verwandt.

Die hier vorgenommene Inspektion vergangener Bürgerkriege kann sich darum sehr schnell als ein Blick auf die vorherrschenden Tendenzen zukünftigen Kriegsgeschehens erweisen. Dass diese Inspektion nicht allein von den Sozialwissenschaften durchgeführt wird, sondern dabei auch die Kulturwissenschaften herangezogen werden, ist in Anbetracht der Vielgestaltigkeit von

Bürgerkriegen, der Unterschiedlichkeit der an ihnen beteiligten Akteure und nicht zuletzt der Komplexität ihrer Beendigung sinnvoll und richtungweisend.