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Busch, Klaus Henning

HANDBUCH. Innovationen erfolgreich realisieren.
Erfinden lernen – lernend erfinden

trafo verlag 2003, 200 S., ca. 50 Abb., weiterführende Bibliographie, ISBN (10) 3-89626-451-6, ISBN (13) 978-3-89626-451-0, 29,80 EUR

 

Zum Inhalt

Für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der europäischen Länder bei einem schrittweisen Zusammenwachsen zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum ist es erforderlich, die Leistungsfähigkeit der Unternehmen in jeder Region Europas so zu gestalten,

• dass kontinuierlich neue Produkte und Leistungen entwickelt werden und

• dass diese Produkte und Leistungen über die Grenzen Europas hinaus auf dem internationalen Markt erfolgreich platziert werden können.

Es ist davon auszugehen, dass der Markt innerhalb Europas in kurzer Zeit gesättigt sein wird. Die Wirtschaft und die Beschäftigung werden Wachstumsgrenzen erreichen, in denen ein Handlungsspielraum nur im Rahmen eines harten Verdrängungswettbewerbes existieren wird.

Die Unternehmen müssen sich in Zeiten einer weltweiten Wirtschaftsdynamik daher zunehmend von einer eher abwartenden Übernahme neuer Entwicklungen auf eigenständige Ideenquellen und deren systematischen Nutzung umstellen. Forschung und Entwicklung ermöglichen es den Unternehmen, neue Produkte, neue Verfahren und neue Dienstleistungen auf den Markt zu bringen und sich damit Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern zu erarbeiten.

In Zeiten eines dynamischen technisch-technologischen Wandels und eines schnellen Wachstums wissenschaftlicher Erkenntnisse sind diese Innovationsprozesse an permanentes Lernen gebunden. Das Lernen in der aktiven Auseinandersetzung mit innovativen Problemsituationen erfordert speziell angepasste Lernmethoden und Organisationsformen. Das Anliegen dieses Buches besteht also besonders darin, das Lernen in Innovationsprozessen und damit auch gleichzeitig den Innovationsprozess selbst rationeller zu gestalten.

 

Dieses Buch wendet sich besonders

• an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen und Instituten, um diese zu unterstützen,

o kontinuierlich Produkt-, Verfahrens- und Dienstleistungsverbesserungen zu entwickeln,

o Basisinnovationen zu realisieren und

o ein selbstgesteuertes kontinuierliches Lernen im Berufsleben und in ihrer Freizeit sowie in gesellschaftlich nützlichen Tätigkeiten zu realisieren;

• an Führungskräfte in Unternehmen,

um diese dazu anzuregen,

o ein innovationsförderliches und zugleich ein lernförderliches Unternehmensklima auf- und auszubauen,

o ihre Beschäftigten bei der Erarbeitung von Innovationen zu motivieren und zu unterstützen und

o auch als Lehrende und Betreuende besonders im projektintegrierten und informellen Lernen zu mitzuwirken;

• an Lehrende und Beratende (Lernberater) in der beruflichen Weiterbildung, um diese zu unterstützen,

o die Führungskräfte und Beschäftigten schrittweise zum selbst gesteuerten Lernen sowie zur Initiierung von Innovationsprozessen zu führen;

• an Lehrende an Fachhochschulen und Universitäten, um diese aufmerksam zu machen,

o die Studierenden mit einem methodischen Instrumentarium für die Arbeit in Innovationsprozessen auszurüsten und

o sie für ein selbstgesteuertes kontinuierliches Lernen im Berufsleben vorzubereiten;

• an Bildungspolitiker und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ministerien und Verwaltungen, um diese zu ermuntern,

o den Auf- und Ausbau eines lern- und innovationsförderlichen Umfeldes sowie einer regionalen Lernkultur zu fördern.

In den einzelnen Abschnitten wird der Weg von dem Erkennen innovativer Problemstellungen, dem Finden innovativer Ideen über deren Bewertung und Realisierung bis zur Umsetzung auf dem Markt dargestellt. Dabei werden besonders die Finanzierung des Innovationsprozesses und der Schutz der innovativen Lösungen berücksichtigt. Es wird außerdem versucht, sichtbar zu machen, dass ohne eine ausreichende internationale Kooperationskompetenz Innovationen auf den entscheidenden Wirtschaftsgebieten nicht mehr realisierbar sind.

Dem Betrieblichen Vorschlagswesen wird ein spezieller Abschnitt gewidmet, da diese Form innovativer Arbeit besonders geeignet ist, die schöpferischen Potenziale eines breiten Kreises der Beschäftigten zu wecken.

Die Möglichkeiten des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechniken werden kurz angedeutet. Auf diesem Gebiet sind in den nächsten Jahren praktikable und preisgünstige Softwareangebote zu erwarten.

Mit dem abschließenden Abschnitt werden einige methodologische Aspekte des Lernens in Innovationsprozessen aufgezeigt. Damit soll dazu beigetragen werden, dass die im Innovationsprozess Arbeitenden und zugleich Lernenden befähigt werden, sowohl den Arbeitsprozess als auch den Lernprozess vorausschauend zu entwerfen, für beide Prozesse die Ziele klar zu formulieren, geeignete Wege zum Ziel zu finden, den Arbeits- und Lernprozess dynamisch dem jeweils erreichten Erkenntnisstand anzupassen, die Ergebnisse und Zwischenergebnisse sowie die Wegführung kritisch zu reflektieren und auf diesen Erkenntnissen aufbauend, die eigene Arbeitsweise zu verändern.

Erste Erkenntnisse und Tendenzen zur Weiterentwicklung der Lernkultur in Innovationsprozessen werden deutlich. Das betrifft insbesondere die Arbeits- und Lernziele, die Lerninhalte, die eingesetzten Organisationsformen und die sich entwickelnden regionalen Netzwerke.

In die Erarbeitung des vorliegenden Bandes fließen die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen ein, die seit mehreren Jahren in die Realisierung von Innovationsprozessen einbezogen sind oder selbst Innovationen initiiert haben. Zwei Beispiele sollen den „Hürdenlauf" der Ideen veranschaulichen.

Herrn Prof. Dr. Wolfram Knöchel und Herrn Doz. Dr. Hans Joachim Buggenhagen gilt der Dank für die vielseitigen Hinweise im kollegialen Dialog und für die Unterstützung beim Entstehen dieses Buches. Die redaktionelle Bearbeitung lag in den Händen von Frau Sabine Kaldasch und Frau Katrin Mahlkow.

Die Autoren hoffen, mit diesem Buch zur Gestaltung der Lernkultur in Innovationsprozessen und damit besonders zum Verbessern der Beschäftigungsfähigkeit und zum Schaffen und Sichern von Arbeitsplätzen beziehungsweise zum Gestalten von gesellschaftlich sinnvoller Tätigkeit beizutragen. Wir würden uns freuen, wenn wir für die enge Zusammenarbeit zwischen Fachkollegen, Lehrenden und Lernenden einen weiteren Impuls geben könnten.

Rostock, im März 2003

Im Namen der Autorinnen und Autoren

Klaus Henning Busch

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort 9

 

1. Wege und Irrwege beim Problemlösen 13

1.1 Ein einführendes Beispiel 13

1.2 Methodischer Ausblick 21

 

2. Der Innovationsprozess 23

2.1 Innovationen als Erfolgsfaktor 23

2.2 Die Struktur von Innovationsprozessen 33

2.3 Das Erkennen innovativer Problemstellungen 41

2.3.1 Problemsensibilität und Umsetzungsorientierung 41

2.3.2 Die Delphimethode 45

2.3.3 Die Szenariomethode 47

2.3.4 Die Portfoliomethode 48

2.3.5 Die Hüllkurvenmethode 49

2.3.6 System- und Prozessanalysen 51

2.3.7 Methodisches Resümee 52

2.4 Das Aufbereiten innovativer Problemstellungen 53

2.4.1 Systemanalytische Betrachtungsweise 53

2.4.2 Methodisches Resümee 60

2.5 Das Erarbeiten von Lösungsideen 61

2.5.1 Methodische Vorgehensweise bei der Ideensuche 61

2.5.2 Die Analogiemethode 67

2.5.2.1 Anregungen aus benachbarten Gebieten 67

2.5.2.2 Anregungen aus der Natur 68

2.5.2.3 Anregungen aus historischen Quellen 77

2.5.2.4 Methodisches Resümee 80

2.5.3 Die Variationsmethode 85

2.5.3.1 Beschreibung der Vorgehensweise beim Variieren 85

2.5.3.2 Methodisches Resümee 90

2.5.4 Die Kombinationsmethode 92

 

2.5.4.1 Beschreibung der Vorgehensweise beim Kombinieren 92

2.5.4.2 Methodisches Resümee 95

2.5.5 Organisationsformen der Ideensuche 96

2.5.5.1 Systematisierung von Organisationsformen 96

2.5.5.2 Ideenkonferenz (Brainstorming) 97

2.5.5.3 Schriftliche Ideenkonferenz 98

2.5.5.4 Methodisches Resümee 98

 

3. Das Bewerten von innovativen Lösungsideen 100

 

4. Die Finanzierung von Innovationen – Erfahrungen aus Beteiligungsgesellschaften 103

4.1 Finanzierungswege 103

4.2 Fördermöglichkeiten 104

4.3 Der Business Plan als Entscheidungsgrundlage 106

 

5. Die Finanzierung von Innovationen – Erfahrung aus der Arbeit der ATI Küste Rostock 109

 

6. Das schutzrechtliche Sichern innovativer Lösungen 116

 

7. Das Managen von geistigem Eigentum 121

7.1 Der Begriff „Geistiges Eigentum" 121

7.2 Informationsquellen 124

7.3 Das Managen von geistigem Eigentum 124

7.4 Schlussbemerkungen 129

 

8. Fallbeispiele für das Umsetzen von innovativen Ideen zu marktfähigen Produkten 130

8.1 Sanfte Reinigungskraft 130

8.2 Der Weg eines Stereo-Visualisierungs-Verfahrens zum Markt 139

 

 

9. Die Realisierung kontinuierlicher Verbesserungen 148

 

10. Der Einsatz neuer Medien beim Arbeiten und Lernen in Innovationsprozessen 156

10.1 Internetgestütztes Modulsystem Innovationsmethodik als Arbeits- und Lernsoftware 160

10.2 Wissensintensive und innovative Informationstechnik-Dienstleistungen 162

 

11. Das Erwerben internationaler Kooperationskompetenz 169

 

12. Methodologische Aspekte des Lernens in Innovationsprozessen 180

 

13. Weiterführende Literatur 196

 

 

Über die Autoren 202