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Pieter Siemsen

“Der Lebensanfänger. Erinnerungen eines anderen Deutschen – Stationen eines politischen Lebens: Weimarer Republik – Nazi-Deutschland – Argentinien – DDR – BRD”

[= Reihe Autobiographien, Bd. 3], trafo verlag 2000, 247 S., zahlr. Fotos, Register, ISBN 3-89626-286-6, 17,80 €

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REZENSIONEN

Pieter Siemsen, geb. 1914, entstammt der bekannten Familie Siemsen: Die Geschwister August (Pieters Vater) und Anna Siemsen, 1928–1930 bzw. 1930–1932 Reichstagsabgeordnete, waren in den Weimarer Jahren aktive linke Sozialdemokraten, die sich 1931 der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) angeschlossen hatten; ebenso ihr Bruder Hans, Schriftsteller, der u. a. an Ossietzkys “Weltbühne” mitwirkte. Pieters Jugend war von dieser politischen Familie geprägt, linkssozialistische Überzeugungen begleiteten ihn sein Leben lang.
1933 mußten die Siemsens emigrieren – und mit ihnen schließlich auch Pieter. Argentinien wurde ihm eine zweite Heimat und prägendes Erlebnis. Die Rückkehr erfolgte 1952 über Westdeutschland und Westberlin mit dem ersehnten Ziel “sozialistische DDR”, das aber erst 1954 erreicht war, weil diese ihn, wie sich herausstellen sollte, gar nicht haben wollte ... Hier war er vorwiegend als Journalist und Übersetzer tätig. Ein kritischer Zeitzeuge des schließlich nicht realisierten sozialistischen Versuchs, stets begleitet vom “Entsetzen der Vergangenheit” und “geblendet vom Stern der Hoffnung”, folgte er dem Leitgedanken: Wer zu großen Zielen unterwegs ist, darf sich an “kleinen Dingen” nicht stoßen.
Zwischen diesen Lebensstationen lagen unzählige Begebenheiten und Begegnungen. Vor allem von Letzteren berichtet dieses Buch. Neben Auskünften über bekannte Persönlichkeiten – solche über Land und Leute in Argentinien, über die dortige jüdische und deutsche Emigration, über politischen und beruflichen Einsatz, über persönliche Höhepunkte und Niederlagen ...

Pieter Siemsen ist im Juni 2004 verstorben.
 

 

Inhaltsverzeichnis

Gedanken eines Denkenden 7
Jugend in der politischen Familie. August und Anna Siemsen 8
Hans Siemsen 18
1933: Flucht aus Deutschland 22
1934: Wieder in Deutschland 24
Kurs Argentinien 30
In Buenos Aires 32
Arbeiter der Nacht weitere berufliche Stationen 36
Gewerkschaft - Partido Socialista 39
Das Andere Deutschland 42
»Heute und Morgen« 46
Die »Truppe 38« 48
Clement Moreau/Carl (Jupp) Meffert und seine Familie 50
Colonia Valdense 61
Die jüdische Emigration 65
eutsche in Argentinien 66
erän und Perönismus 73
Erika  80
Lene  84
Tucumän 93
Rückkehr 110
Wieder in Deutschland – auf dem Weg in die DDR 115
Heirat mit Hilde Zastrow und Cbersiedlung in die DDR 150
Journalist 155
August Siemsen kommt in die DDR 157
Scheidung und Zusammenbruch. 160
Lilly Heyde 166
Kuba  174
Lateinamerikaner in der DDR 186
Offizielle Reisen nach Lateinamerika 187
Perspektiven 192

Dokumente

Eine Einführung in die marxistische Weltsicht 195
Gerechtigkeit gegen totale Ungerechtigkeit 202
Der Irrtum 203
Wer trägt Schuld? 205
Über die Sammlung der Welt und der Menschen. 208
Lob des Lernens 211
Einheit und Klarheit oder Zerrissenheit und Verwirrung? 213

Namensverzeichnis 219
Danksagung 223
Bildnachweis 223
Bildanhang 225
 
 

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