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Zum Inhalt
Das Leben von Max Opitz hätte als Lehrbuch für
Parteigeschichte dienen können, wenn die SED freimütiger mit ihrer
Vergangenheit umgegangen wäre und ihre altgedienten Genossen nicht zum
öffentlichen Schweigen über längst korrigierte Fehler verpflichtet hätte.
Opitz, Mitbegründer der KPD in seiner Garnisonstadt Chemnitz, gehörte zum
linken Flügel der in sich gespaltenen Partei.
Aus Überzeugung kämpfte er gegen extreme Linke, gegen Rechte und gegen
Versöhnler innerhalb seiner Partei, stieg allmählich in der
Funktionärshierarchie ganz nach oben, gehörte endlich dem ZK unter Thälmanns
Führung an und nahm an dessen legendärer letzten Sitzung in Ziegenhals teil.
Als die Nazis an die Macht kamen, war er Politischer Sekretär der
Bezirksleitung Ruhrgebiet, stand auf der Fahndungsliste der Gestapo ganz oben,
tauchte unter, wurde als Illegaler in Stuttgart verhaftet und vor Gericht
gestellt. Aus dem Zuchthaus entlassen, wurde er ins KZ Sachsenhausen verschleppt
und musste dort mit ansehen, wie die SS eine kommunistische Widerstandsgruppe
zerschlug, indem sie führende Genossen ermordete. Max Opitz überlebte das
Lager und den Todesmarsch und kam nach seiner Befreiung durch die Rote Armee als
Polizeipräsident nach Dresden, dann als Oberbürgermeister nach Leipzig, bis
ihn Wilhelm Pieck zum Chef seiner Präsidialkanzlei berief. Hier in Berlin war
sein “Zwangsfreund” Walter Ulbricht von der rechten Position der KPD
inzwischen mit sowjetischer Hilfe zur Macht gekommen. Er überhäufte Opitz zwar
mit Orden und Ehrungen, aber stellte ihn politisch kalt.
Max
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