Zurück zur letzten Seite                    Zur Startseite des Verlages

Barrieren und Karrieren

Die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland

Dokumentationsband der Konferenz "100 Jahre Frauen in der Wissenschaft"
im Februar 1997 an der Universität Bremen

herausgegeben von Elisabeth Dickmann und
Eva Schöck-Quinteros unter Mitarbeit von Sigrid Dauks

2000, 392 S., Abb., geb., ISBN 3-89626-178-9, 42,80 EUR

Noch einige wenige Restexemplare vorrätig

 

  => Lieferanfrage

- Rezensionen

 

Das Jahr 1908 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Frauenstudiums in Deutschland. Endlich öffneten die preußischen Universitäten – als letzte im Reich – für Frauen ihre Tore. Deutschland lag damit im internationalen Vergleich weit hinten. Vorher hatte es für Frauen nur die Möglichkeit gegeben, per Ausnahmeregelungen den Doktorgrad zu erwerben.

1897 hatte die Veröffentlichung einer Umfrage an den Universitäten für Aufsehen gesorgt: A. Kirchhoffs Studie Die akademische Frau zeigte zwar eine wachsende Tendenz unter den Professoren, das Frauenstudium nicht mehr generell abzulehnen, aber sie verdeutlichte auch die Langlebigkeit der Vorurteile über die wissenschaftliche Befähigung des weiblichen Geschlechts, ganz im Sinne des damals herrschenden Frauenbildes.

Die Aufsätze dieses Bandes sind Beiträge einer Tagung an der Universität Bremen, die den Anfängen des Frauenstudiums in Deutschland galt. Verschiedene Universitäten und Fächer,

Biographien von Wissenschaftlerinnen und das Studentinnenleben in den ersten Jahren werden behandelt, sowie das düstere Kapitel der nationalsozialistischen Verfolgung und Vertreibung jüdischer WissenschaftlerInnen, die oft dem Vergessen anheimfielen.

Mögen sich auch am Ende unseres Jahrhunderts die Verhältnisse an den deutschen Universitäten gewandelt haben – gut die Hälfte der Studienanfänger ist weiblichen Geschlechts –, so können wir eine Erfolgsgeschichte des Frauenstudiums doch noch nicht schreiben. Der Karriereweg von Frauen endet auch heute meist vor der letzten Barriere, der Stufe zur Professur.

 

Inhalt

 

Barrieren und Karrieren des Frauenstudiums in Deutschland 9

Elisabeth Dickmann & Eva Schöck-Quinteros (Hrsg.)

 

Professionalisierungsprozesse akademischer Berufe und Geschlecht – ein internationaler Vergleich 13

Ilse Costas

 

 

Teil 1: Das Frauenstudium in den Sozial- und Kulturwissenschaften

 

Die Poetik des Verlustes. Margarete Susmann (1872–1966) als Kulturwissenschaftlerin 35

Heike Brandstädter

 

Die Historikerin Hedwig Hintze (1884–1942): Kein Ort – nirgends 45

Elisabeth Dickmann

 

Die Exilierung der Wissenschaften – weiblich. Zur Dimension der Folgen und zu ihrem Stellenwert in der Emigrationsforschung 61 

Hiltrud Häntzschel

 

Dora Benjamin: "... denn ich hoffe nach dem Krieg in Amerika arbeiten zu können." Stationen einer vertriebenen Wissenschaftlerin (1901–1946) 71

Eva Schöck-Quinteros

 

Generation und Anerkennung: Wissenschaftlerinnen im frühen 20. Jahrhundert 103 Theresa Wobbe

 

Die Lage der Akademikerinnen in der Erziehungswissenschaft der Nachkriegszeit (1945–1955) 121

Christa Kersting

 

 

Teil 2: Medizinstudium und der Beruf der Ärztin

 

Die Lebensentwürfe und Reformvorschläge der Ärztin Hope Bridges Adams Lehmann (1855–1916) 143

Marita Krauss

 

Die Kliniken weiblicher Ärzte für Frauen in Berlin (1877–1914) 159

Kristin Hoesch

 

Ärztliche Schulaufsicht. Ein neues Berufsfeld für Ärztinnen im Kaiserreich und in der Weimarer Republik 167

Sabine Schleiermacher

 

Wissenschaftspolitik im Kaiserreich entlang der Trennungslinie Geschlecht. Die ministerielle Umfrage zur Habilitation von Frauen aus dem Jahre 1907 177

Eva Brinkschulte

 

 

Teil 3: Frauen in den Naturwissenschaften

 

Die ersten Karriereschritte – Physikerinnen im Berliner Raum zwischen 1900 und 1945 195

Annette Vogt

 

"Aller Männerkultur zum Trotz": Frauen erwerben den Doktortitel in Mathematik 231

Renate Tobies

 

Maria Gräfin von Linden. Wissenschaftlerin an der Universität Bonn von 1899 bis 1933 253

Susanne Flecken

 

Zum Problem wissenschaftlicher Objektivität: Geschlechtsunterschiede aus männlicher und weiblicher Sicht 271

Tekla Reimers

 

 

Teil 4: Studentinnen

 

Über Faszination und Ausgrenzung der Universität in den Anfängen des Frauenstudiums 283

Wiltrud Ulrike Drechsel

 

"Schwestern reicht die Hand zum Bunde"? – Zum Verhältnis zwischen russischen und deutschen Medizinstudentinnen in den Anfängen des Frauenstudiums (1865–1914) 293

Anja Burchardt

 

Preis der Partizipation. AStA-Beteiligung der Studentinnenvereine vor dem Ersten Weltkrieg 303

Marianne Koerner

 

Studentinnen vor 1939 – Eine Fallstudie zur Entwicklung des Frauenstudiums 315

Heike Hessenauer

 

 

Teil 5: 100 Jahre BGB, 100 Jahre Frauenstudium der Rechtswissenschaften

 

Garantinnen gegen "Männerjustiz"? Die ersten deutschen Juristinnen im Zwiespalt zwischen frauenfeindlichen Rechtsnormen und Frauenbewegung 331 

Beatrix Geisel

 

100 Jahre Frauen in der Rechtswissenschaft – Zur Beteiligung von Juristinnen am wissenschaftlichen Diskurs 343

Ursula Rust

 

100 Jahre BGB: Das Familienrecht als die (un)heimliche Verfassung des Patriarchats 363

Konstanze Plett und Sabine Berghahn

 

 

Personenregister 383

 

 

 

Weitere Informationen zur Hedwig Hintze-Gesellschaft für historische Forschung und Bildung e.V. Bremen finden Sie unter der Adresse:

 

http://www.hhi.uni-bremen.de