trafo verlag, Berlin 1996, 154 S., ISBN 3-89626-094-4
Die Diskussionsrunde hat keine feste Zusammensetzung. Manche Teilnehmer sind von Anfang an dabei, andere wiederum nur einige Male. Der Teilnehmerkreis schwankt zwischen 15 und 30 je Diskussionsrunde. Insgesamt dürften sich rund 150 Frauen und Männer an den Diskussionen beteiligt haben. Die persönlichen Interessen und politischen Positionen der Teilnehmer über die Art und Weise des Umgangs mit der Vergangenheit und des Umgangs untereinander sind so unterschiedlich und gegensätzlich wie ihre Biographien. Sie reichen vom Bautzen-Häftling bis zum Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit, sie reichen von entschiedenen Gegnern der DDR, die ihr schon zur Zeit ihres Bestehens und jetzt erst recht jegliche, auch historische Legitimität absprechen, bis zu jenen, die trotz heutiger kritischer Sicht nicht bereit sind, die DDR und damit ihr eigens Leben als einen einzigen großen historischen Sündenfall bzw. persönlichen Irrtum abzutun.
Es ist bis heute vor allem die Neugier auf andere Biographien, auf sich daraus ergebende andere politische Ansichten und den Austausch eben dieser Ansichten, die den Diskussionskreis zusammenhält. Das gilt in ganz besonderem Maße für ehemalige DDR-Bürger, denn ein Diskussionskreis mit einer solchen Zusammensetzung wäre zu DDR-Zeiten überhaupt nicht möglich gewesen. Und nicht nur einmal wurde geäußert: "Wir hätten früher so miteinander reden müssen."
Leider hat die Zeitschrift Ende 1995 ihr Erscheinen
einstellen müssen. Der vorliegende Band stellt den Versuch dar, wichtige
Diskussionslinien, Erfahrungen und Erkenntnisse der 31 Ausgaben des
"Zwie-Gesprächs" nochmals einem größeren Leserkreis zu erschließen.
Das war "Zwie-Gespräch". Die Zeitschrift verabschiedet sich, der Diskussionskreis bleibt Dieter Mechtel/Ullrich Schröter
Antisemitismus im Geheimdienst
Herbert Brehmer
Das kommt mir unwahrscheinlich vor
Wolfgang Hartmann
Jüdische Gemeinde in Berlin stand unter Schutz des
MfS
Wolfgang Schmidt
Anregung zum Nachdenken
anonymer
Autor
Wahrheit und Gerechtigkeit scheinen Stiefkinder der
Menschheit zu sein
Günter Bergmann
Gesprächsbedarf mit Günter Bergmann
Ulrich Schröter
Noch einmal: Ja, aber ...
Dieter
Mechtel
Immer noch: "Ja, aber" oder Der arge Weg der
Erkenntnis
Wolfgang Hartmann
Freier Umgang mit der Unfreiheit?
Siegmar Faust
Es gibt nicht nur eine Wahrheit. Gesprächsbedarf mit
Siegmar Faust
Dieter Mechtel
Was ist tatsächlich belegbar?
Wolfgang Schmidt
Wer eigene Schuld ausspricht, zeigt sich verletzbar.
Nachdenken über Kurt Zeiseweis
Ulrich Schröter
Es galt, die DDR und damit die politische Macht um jeden
Preis zu erhalten. – Versuch einer Antwort auf den Beitrag von Ulrich
Schröter
Kurt Zeiseweis
Horrorvision?
Dieter
Mechtel
Drei diskussionswürdige Fragenkomplexe
Ullrich Ballon
Drei Antworten auf drei Fragen
Dieter Mechtel
Die Spannbreite der IM-Tätigkeit. Zur Diskussion über die
IM-Kriterien. Vergleichbarkeit des Unvergleichbaren
Ulrich Schröter
Die Vielfalt der IM-Tätigkeit. Ein Diskussionsbeitrag
anläßlich und zu Ulrich Schröters Artikel über die Spannweite und über
Bewertungskriterien der IM-Tätigkeit
Wolfgang
Hartmann
" ... ich soll mich entschuldigen ..."
Kurt Zeiseweis
"... aber für einiges muß ich mich schämen"
Klaus Eichner
"... ich soll mich entschuldigen ...". Erneuter
Gesprächsversuch mit Kurt Zeiseweis
Ulrich
Schröter
Die (Ein)Sicht der ehemals Herrschenden. Eine Antwort auf
den Beitrag von Kurt Zeiseweis "... ich soll mich entschuldigen ..."
Hartmut Rosinger
Zwiegespräch mit Kurt Zeiseweis
Martin Böttger
"Es gab für uns kein zurück." Brief an Martin Böttger vom
6.11.1995
Kurt Zeiseweis
Vergangenheitsaufarbeitung – ein unabschließbarer
Prozeß?
Detlev Klingenberg
Inhalts- und Autorenverzeichnis aller erschienenen Aus-
gaben "Zwie-Gespräch" Nr. 1 bis Nr. 31
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