trafo verlag, Berlin 1997, 192 S., ISBN 3-89626-093-6
Vorwort
Dieter Mechtel/Ulrich Schröter
Das war "Zwie-Gespräch". Die Zeitschrift verabschiedet sich, der
Diskussionskreis bleibt
Ulrich Schröter
Überprüfungsausschuß auch in der Kirche
Dokument
Brief des Bischofs der Herrnhuter Brüdergemeine, Theodor Gill, an die
Mitglieder der Brüdergemeine, April 1991
Ulrich Schröter
Unsere Belastung durch die Staatssicherheit. Einführungsreferat auf der
Landessynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts vom 1.-2. November 1991
Dokument
Beschluß der Synode der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (EKiBB) vom 13. bis 17. November 1991 zur Problematik der Staatssicherheit in der Kirche. Dokument
Presseerklärung der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg betr. Dr. Manfred Stolpe vom 21. 1. 1992
Ich habe Vertrauen mißbraucht. Ein Mitglied einer Synode berichtet über
seine Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter des MfS
Ulrich Schröter
Kumpanei? Herausforderung zu einem Gespräch über wichtige Aspekte
kirchlichen Handelns
Jochen Goertz
Gesichts- und Geschichtsverlust im Stasi-Spiegel. Waren wir alle Inoffizielle
Mitarbeiter der unterschätzten Stasi?
Ulrich Schröter
Staatssicherheit und Kirche. Zwischenbilanz. Dokument
Mit unserer Vergangenheit aktiv den Herausforderungen der Zukunft begegnen - Hoffnung auf Erneuerung. Erklärung der Vorbereitungsgruppe der Geschichtswerkstatt zum 3. Oktober 1992, Erlöserkirche Berlin-Rummelsburg. Dokument
8. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland auf ihrer 3. Tagung: "Beschluss ... zum Verfahren zur Überprüfung nach dem Stasi-Unterlagen-Gesetz" sowie "Kundgebung ...: Kirche im geteilten Deutschland" vom 6. November 1992. Dokument
Brief des Bischofs zu Greifswald, Eduard Berger, vom 15. Januar 1993 an die
Mitarbeiter und Gemeinden der Kirche
Wolfgang Hochstrate
21 Thesen und Erfahrungen zum Thema Stasi und Kirche
Wolfgang Hochstrate
49 bittere Anmerkungen zum Thema Stasi und Kirche
Zugleich offener Brief:
- an die Belasteten unter den kirchlichen Mitarbeitern zur Beherzigung
- an die Unbelasteten zur stillen Dankbarkeit darüber, unbelastet zu sein
- an die Unbeteiligten zur Kenntnisnahme dessen, was im Osten
Deutschlands so alles erlebt, gefühlt und gedacht wird!
Ulrich Schröter
Die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz. Interpretationsregeln.
Zum Umgang mit MfS- und SED-Schrifttum
Stephan Bickhardt
Stellvertretung für die abwesende Gesellschaft. Zum unreflektierten Verhältnis
von Kirche und Gesellschaft in der DDR
Ulrich Schröter
Gescheiterte Kontaktaufnahme - ein aufschlußreiches Dokument
Ulrich Schröter
Unverzichtbar beim Nachdenken über die Vergangenheit: Der gelernte DDR-Bürger.
Überlegungen zu Sabine Gries/Dieter Voigt: Manfred Stolpe in Selbstzeugnissen.
Ullstein Verlag, Frankfurt (M)-Berlin 1993
Siegfried Lange
Strafvollzugsseelsorge in der ehemaligen DDR
Ulrich Schröter
Ein Leben. Zwei Bücher. Zwei Gesichter. Zur Dienstaufassung von Eckart Giebeler. Dokument
Diplomarbeit an der Juristischen Hochschule des MfS. Praktische Erfahrungen und Erkenntnisse der Vermittlung eines realen und aufgabenbezogenen Feindbildes an IMUntersucht und dargestellt an einem IM der Linie XX/4. Mit einem Vorwort und mit Anmerkungen von Pfarrer Jochen Goertz. Dokument
Diplomarbeit an der Juristischen Hochschule des MfS. Hans Peter Schulze: Die zielgerichtete Entwicklung und Qualifizierung eines IM bei der Heranführung an den Leiter einer kirchlichen Gruppe in Verbindung mit der Vorbereitungdes perspektivischen Einsatzes als hauptamtlicher Mitarbeiter der Kirche zur Verhinderung ihres Mißbrauchs durch den Gegner. Dokument
"Konzeption zur langfristigen Planung und Organisierung der
politisch-operativen Abwehrarbeit im Bereich der Evangelischen Kirche
Berlin-Brandenburg für den Zeitraum 1985 bis 1991"
Sebastian Neuß
Umgehen mit Schuld: Joseph und seine Brüder. Andacht auf der Tagung der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg "Läßt sich Unrecht bereinigen? Über den juristischen Umgang mit Opfern und Tätern nach zwei Diktaturen" vom 10. - 12. 11. 1995 in Berlin
Inhalts- und Autorenverzeichnis aller erschienenen Ausgaben "Zwie-Gespräch"
Das war "Zwie-Gespräch"
Die Zeitschrift verabschiedet sich, der Diskussionskreis bleibt
Dieter Mechtel/Ulrich Schröter
Mit dieser Ausgabe Nr. 31 beenden wir die Herausgabe unserer Zeitschrift "Zwie-Gespräch". Der folgende Beitrag soll einige Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre resümieren.
Die Zeitschrift "Zwie-Gespräch" ging hervor aus einem seit Herbst
1990 von Ulrich Schröter initiierten und moderierten Gesprächskreis. Hier
treffen sich in den Räumen der Erlöserkirche in der Nöldnerstraße
(Berlin-Lichtenberg) jeden Monat (Ausnahme Juli und August) ehemalige aktive
Mitgestalter der DDR, vor allem ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für
Staatssicherheit, und ehemalige Verfolgte in der DDR bzw. Oppositionelle sowie
am Thema Interessierte, um miteinander zu reden, um ihre in den vergangenen
Jahrzehnten so gegensätzlichen deutsch-deutschen Biografien zu erkunden, um
vergangene und aktuelle Probleme zu diskutieren, um schließlich - darauf kommt
es an - einander besser wahrzunehmen und zu verstehen.
Die Diskussionsrunde hat keine feste Zusammensetzung. Manche Teilnehmer sind von
Anfang an dabei, andere wiederum nur einige Male. Der Teilnehmerkreis schwankt
zwischen 15 und 30 je Diskussionsrunde.
Insgesamt dürften sich rund 150 Frauen und Männer an den Diskussionen
beteiligt haben. Die persönlichen Interessen und politischen Positionen der
Teilnehmer über die Art und Weise des Umgangs mit der Vergangenheit und des
Umgangs untereinander sind so unterschiedlich und gegensätzlich wie ihre
Biografien. Sie reichen vom Bautzen-Häftling bis zum Stellvertreter des
Ministers für Staatssicherheit, sie reichen von entschiedenen Gegnern der DDR,
die ihr schon zur Zeit ihres Bestehens und jetzt erst recht jegliche, auch
historische Legitimität absprechen, bis zu jenen, die trotz heutiger kritischer
Sicht nicht bereit sind, die DDR und damit ihr eigens Leben als einen einzigen
großen historischen Sündenfall bzw. persönlichen Irrtum abzutun.
Es ist bis heute vor allem die Neugier auf andere Biografien, auf sich daraus
ergebende andere politische Ansichten und den Austausch eben dieser Ansichten,
die den Diskussionskreis zusammenhält. Das gilt in ganz besonderem Maße für
ehemalige DDR-Bürger, denn ein Diskussionskreis mit einer solchen
Zusammensetzung wäre zu DDR-Zeiten überhaupt nicht möglich gewesen. Und nicht
nur einmal wurde geäußert: "Wir hätten früher so miteinander reden müssen."
In diesem Gesprächskreis unterbreitete Dieter Mechtel Anfang 1991 den Vorschlag, eine kleine Zeitschrift herauszugeben, die die Probleme des Gesprächskreises öffentlich macht. Ulrich Schröter reagierte sofort zustimmend mit der Bemerkung: "Ja, aber das muß ein echtes Zwiegespräch sein." Damit war der Name gefunden und vereinbart. Im März 1991 erschien die erste Nummer.
In dem hier nun vorliegenden Band werden werden Ausätze und Beiträge sowie Dokumente zum Thema "Staatssicherheit und Kirche" aus 31 Nummern der Zeitschrift "Zwie-Gespräch" zusammengefaßt.
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